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Ehemalige IS-Kämpferin aus Idar-Oberstein nach Rückkehr festgenommen

Kostenpflichtiger Inhalt: Terrorismus : Ehemalige IS-Kämpferin aus Idar-Oberstein nach Rückkehr festgenommen (Update)

Eine 29-Jährige aus Idar-Oberstein, die von der Türkei als angebliches IS-Mitglied nach Deutschland abgeschoben wurde, ist am Freitagabend nach ihrer Rückkehr auf dem Frankfurter Flughafen festgenommen worden. Das teilte die für die Terrorismusbekämpfung zuständige Generalstaatsanwaltschaft Koblenz mit.

Demnach ist die Frau, deren Namen mit Lisa R. angegeben worden ist, am 9. September 2014 gemeinsam mit ihrem nach islamischem Recht verheirateten Ehemann und zwei seiner Schwestern von Idar-Oberstein über die Türkei in ein von der Terrororganisation IS in Syrien kontrollierte Gebiet ein.

Laut Generalstaatsanwaltschaft haben sie sich dort der IS angeschlossen. Während der Ehemann eine militärische Ausbildung absolvierte, habe sich die Frau zunächst in ein „Frauenhaus“ der Organisation begeben. Im Dezember 2014 habe das Paar ihr erstes Kind, einen Sohn, bekommen.

„Während sich der Ehemann auf Seiten des IS an Kampfhandlungen in Nordsyrien beteiligte, unterstützte ihn die Beschuldigte, indem sie sich dem traditionellen Frauenbild des IS unterordnete, den gemeinsamen Haushalt verrichtete und ihm bei seinen Kampfhandlungen zumindest moralische Unterstützung leistete, damit er uneingeschränkt der terroristischen Vereinigung zur Verfügung stehen konnte“, teilte die Staatsanwaltschaft am Freitag mit.

Zudem habe die Frau von Syrien aus über soziale Medien und Messenger-Dienste die Ideologie des IS nach außen propagiert und dabei die Tötung Andersdenkender durch den IS gerechtfertigt. Dafür habe sie von der Vereinigung Geld erhalten. Anfang des vergangenen Jahres hätten kurdische Kämpfer die Frau festgesetzt und in ein Camp nahe der türkischen Grenze gebracht.

Im Zuge der türkischen Offensive in Nordsyrien sei sie dort von türkischen Kräften aufgegriffen worden. Seitdem saß die Frau zusammen mit ihren drei Kindern, zweijährige Zwillinge und der fünfjährige Sohn, in der Türkei in Abschiebehaft. Bereits vor Weihnachten rechneten die deutschen Behörden mit der Rückkehr der dreifachen Mutter, die laut Generalstaatsanwaltschaft die deutsche Staatsangehörige hat.

Am Freitag wurde sie zusammen ihren Kindern nach Deutschland abgeschoben. Bei ihrer Ankunft auf dem Flughafen Frankfurt sei sie aufgrund eines Haftbefehls des Ermittlungsrichters des Oberlandesgerichts Koblenz wegen des dringenden Verdachts der Mitgliedschaft in der ausländischen terroristischen Vereinigung IS von Beamten der Bundespolizei und des Landeskriminalamts Rheinland-Pfalz im Auftrag der Landeszentralstelle zur Bekämpfung von Terrorismus und Extremismus Rheinland-Pfalz bei der Generalstaatsanwaltschaft Koblenz festgenommen worden.

Wie die Generalstaatsanwaltschaft mittlerweile bekanntgegeben hat, hat Ermittlungsrichter des Oberlandesgerichts Koblenz hat den Haftbefehl gegen die Beschuldigte aufrechterhalten. Die Beschuldigte wurde in eine Justizvollzugsanstalt eingeliefert. Die zugleich mit der Beschuldigten aus der Türkei abgeschobenen Kinder wurden durch das zuständige Jugendamt in Obhut genommen.