Dinosaurierpark Teufelsschlucht Winterpause nach neuem Besucherrekord

Kostenpflichtiger Inhalt: Erlebnispark : Die Dinos machen Winterschlaf

Der Dinosaurierpark Teufelsschlucht hat im Jahr 2019 seinen eigenen Besucherrekord geknackt. Der Geschäftsführer verrät, an welchen neuen Ideen er und sein Team über die Winterpause tüfteln werden.

Die braunen Bierbänke um die Grillstelle und unter dem beigen Sonnensegel sind menschenleer, es riecht nach feuchter Waldluft. Der Himmel über den großen Kunststoff-Dinosauriern ist grau, aber fröhliche Musik schallt aus einer Box und bringt ein bisschen Frohsinn in die Aufräumstimmung, die über dem Erlebnispark in der Teufelsschlucht liegt. Die Anlage wird winterfest gemacht.

Geschäftsführer Bruno Zwank ist zufrieden, sein Dinosaurierpark hat im fünften Jahr seines bestehens wieder den eigenen Rekord geknackt – 86 000 Besucher fanden 2019 ihren Weg in den Erlebnispark.

Dinopark knackt Besucherrekord

„Wir haben uns etabliert und die Familien wissen, was unser Park zu bieten hat“, sagt Zwank. Seine Gäste kämen aus ganz Deutschland und auch häufig aus Luxemburg, den Niederlanden und aus Belgien. „Wir hatten dieses Jahr den Seismosaurus, das zweitgrößte Dinosauriermodel der Welt zu Gast, das hat noch einmal mehr Leute angelockt“, erzählt der studierte Geograph. Trotz des verregneten Herbstes sei der Oktober der zweitbeste Besuchermonat seit Bestehen des Parks gewesen.

Das Besondere am Dinopark zeigt Präparator Ole Funk-Dinglinger. Er arbeitet gerade an der Freilegung von Knochen eines langhalsigen Pflanzenfressers aus dem Harz. Dabei kann man den 24-Jährigen während der Öffnungszeiten nicht nur beobachten, Kinder dürfen auch selbst mit ihm mitarbeiten. Sie spalten und hämmern unter einem großen Sonnensegel kleine beige Kalkplatten aus Wyoming, USA, in denen sie mit etwas Glück kleine Fischfossilien finden.

Funk-Dinglinger hilft ihnen dann mit einer Druckluftstichel – ein Gerät zum präparieren von Fossilien – die Fische sichtbar herauszuarbeiten. „In diesem Forschercamp bietet unser pädagogisch geschultes Personal Aktionen an, die den Forschergeist der Kinder inspirieren, sodass sie manchmal ganz die Zeit vergessen“, sagt Zwank. Die Kinder forschen und lernen also, indem sie selbst mit den Händen aktiv werden. Die Aktionen integrieren Themen aus der Erdzeitgeschichte, der Dinosaurier und der Gesteinswissenschaft.

Auch der Hörsinn wird auf dem zwei Kilometer langen Rundgang durch die Erdgeschichte angesprochen. Mithilfe einer Lauschtour-App (Handy-Anwendung) hören die Besucher über ein eigenes Handy an ausgewählten Geokoordinaten im Park Geräusche, die die Dinos gemacht haben könnten. Beim Rundgang begegnen die Besucher unterschiedlichen Lebewesen der einzelnen Erdzeitalter, die teilweise bei dramatischen Massenaussterben wieder verschwunden sind.

Zwank ist dabei wichtig, hier im Park dafür zu sensibilisieren, dass die Erde etwas Dynamisches ist. „Da ist man auch ganz schnell bei den Themen, die uns heute interessieren, wie Erderwärmung oder Fridays for Future“, sagt der 49-Jährige. Was Tierarten auch heute noch zum Aussterben bringen kann, möchte er im Park in Zukunft noch stärker in das Angebot und die Workshops aufnehmen.

Oft soll es auch einfach Spaß machen. Zu Ostern können die Kinder zum Beispiel Dino-Eis-Eier knacken. Dafür steckt Zwanks Team zuvor kleine Dinosaurierfiguren in mit Wasser gefüllte Luftballons und friert diese ein. „Da sind die Kinder unfassbar heiß drauf – mehr noch, als wir erwartet haben. Das schlägt alle anderen Aktionen“, sagt Zwank.

Die Parkleitung will im nächsten Jahr die Mitmachaktionen für Kinder noch weiter ausbauen und noch mehr Anreize zum Forschen und Entdecken bieten. Konkret will sie zwei Erlebnisschleifen ergänzen, wo Kinder etwas Verstecktes finden können. Wiederholt werden soll auf jeden Fall der Höhepunkt der vergangenen Jahre: „Unser Herbstfest hat sich zum Standard entwickelt. Wenn wir da die Dinos des Parks im Dunkeln bunt beleuchten, hat das noch einmal einen zusätzlichen Charme“, erzählt Bruno Zwank.

Seit Montag, 4. November, ist der Park aber zunächst mal komplett geschlossen, erst am 14. März 2020 öffnet er wieder seine Pforten. Die Dinos bleiben bis dahin teilweise stehen. Ein anderer Teil wird im Trockenen „eingemottet“. Zwank, Funk-Dinglinger und ihre Kollegen werden erst einmal umbauen, zum Beispiel neue „Urzeit-Szenen“. Die Winterpause wollen sie außerdem nutzen, um Pläne zu schmieden, Kontakte zu Wissenschaftlern und Museen zu knüpfen und die neuen Angebote, Führungen, Workshops zu entwickeln.

Jetzt räumt Ole Funk-Dinglinger im Forschercamp die letzten Fossilien an ihren Platz und kehrt den Staub der Druckluftstichel auf. Bald wird er die Türen des Präparationslabors schließen. Den kleinen fossilen Fischen im Stein wird es nichts ausmachen, noch ein halbes Jahr länger unentdeckt und flach gepresst in ihrem Kalk zu schlafen. Immerhin halten sie es schon seit 50 Millionen Jahren so.

Mehr von Volksfreund