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Dickere Säcke und teurere Tonnen – Änderungen in der Müllentsorgung 2020

Kostenpflichtiger Inhalt: Müll : Dickere Säcke und teurere Tonnen – das ändert sich 2020 in der Müllentsorgung

Ab 1. Januar fallen für die 14-tägige Leerung der grauen Restmülltonne Zusatzkosten an. Auch bei den Gelben Säcken gibt es eine Neuerung – die allerdings erfreulich ist.

Kartons, Geschenkpapier, Plastikverpackungen und vielleicht sogar das ein oder andere ungewollte Präsent: Rund um Weihnachten wird meist besonders viel Abfall produziert. Häufig sogar solche Mengen, dass die Restmülltonnen überquellen. Bis nach den Feiertagen alles wieder „in der Reihe“ ist, könnte es in diesem Jahr länger dauern als bisher. Denn ab Januar gilt die neue Abfallsatzung in Trier und dem Kreis Trier-Saarburg. Die Leerung der grauen Restmülltonne ist dann nicht mehr 14-tägig, sondern nur noch alle vier Wochen in der Grundgebühr enthalten. Jede zusätzliche Leerung kostet extra (siehe Info).

Der Zweckverband Abfallwirtschaft Region Trier (ART) rechnet durch die neue Gebührensatzung mit rund  23 Prozent Mehreinnahmen. Ob der einzelne Bürger allerdings deutlich mehr als bislang für die Müllabfuhr zahlen muss oder sogar weniger als bisher, hängt von der weggeworfenen Abfallmenge ab. So sollen die Menschen dazu angehalten werden, möglichst wenig Müll zu produzieren.

Im Beschluss, den der Trierer Stadtrat dazu im August gefasst hat, heißt es: „Das neue Identsystem mit leerungsabhängiger Abrechnung wird dazu beitragen, Kunden mit einem geringen Abfallaufkommen und einer hohen Bereitschaft zur Trennung von Abfällen und Wertstoffen zu entlasten, während andere Kunden, die große Mülltonnen oder ein Vielfaches an Leerungen benötigen, zwangsläufig mehr Gebühren zahlen müssen.“

Nur: Was machen Familien, die gar nicht die Möglickeit haben, ihren Restabfall zu reduzieren, weil sie Kleinkinder haben oder Angehörige pflegen, die auf Windeln angewiesen sind? Die Trierer SPD hatte auf den Aspekt hingewiesen, dass die neue Gebührensatzung Familien mit viel Windelmüll – und damit potenziell vielen zusätzlichen, teuren Tonnenleerungen – finanziell benachteiligt. Im Stadtrat sprachen sich daraufhin mehrere Fraktionen dafür aus, dass für das Windelproblem eine sozialverträgliche Lösung gefunden werden müsse. Wie die aussehen soll, steht allerdings noch in den Sternen.

Es gibt allerdings auch eine gute Nachricht in Sachen Müll: In Trier und Trier-Saarburg wird der Verpackungsabfall auch weiterhin in so genannten Gelben Säcken eingesammelt. Die angedachte Umstellung auf eine Gelbe Tonne, die die Säcke ersetzen würde, ist vorerst vom Tisch. „Ich halte zwar die Gelbe Tonne für zeitgemäßer“, sagte ART-Verbandsdirektor Maximilian Monzel bei der jüngsten ART-Verbandsversammlung. „Aber aus unserer Kundenbefragung hat sich klar ergeben, dass die Bürger sich weiterhin die Gelben Säcke wünschen.“ Dazu komme, dass sich durch die ab Januar geltende neue Abfallsatzung mit neuen Gebühren und veränderten Abhol-Rhythmen ohnehin für die Bürger viel verändere. „Es ist uns daher sinnvoll erschienen, von der Gelben Tonne erstmal Abstand zu nehmen, um den Bürgern nicht zu viele Veränderungen zuzumuten“, sagt Monzel.

Zumindest für die Jahre 2021 bis 2023 bleibe es daher bei den Gelben Säcken. Monzel verspricht zudem: „Wir werden die Zulieferer der Gelben Säcke auffordern, die Qualität derselben zu erhöhen.  Die Stärke des Tütenplastiks muss erhöht werden, damit die Gelben Säcke nicht mehr so leicht reißen und das Mülltrennen einfacher wird.“