Villa Kunterbunt – Zurück ins Leben

Kostenpflichtiger Inhalt: Gesundheit : Bessere Hilfe für schwerkranke Kinder

Eine intensive Chemotherapie für Kinder ist derzeit in Trier nicht möglich. Doch für die Nachsorge und zwischen den Chemo-Blöcken ist die Villa Kunterbunt gerüstet. Besser denn je, sagt deren Leiter Dr. Christoph Block.

Voller Energie und mit sichtlicher Begeisterung springt Casi den Flur entlang. Er ist mit allen und jedem hier in der Villa Kunterbunt vertraut. „Kann ich einen Zeichenblock bekommen? Den soll ich hochbringen“, lautet seine Frage, die zugleich Aufforderung ist. Der Zwölfjährige mit der Schirmmütze über den kurzen Haaren steht für den positiven Lebenswillen, den Dr. Christoph Block bei vielen seiner jungen Patienten in der Villa beobachtet.

Die von zwei Krebserkrankungen und einer am Ende vernichtende Diagnose geprägte Geschichte des fröhlichen Jungen ist deshalb auch Thema des Weihnachtsbriefs, den Familien und Förderer des einzigen Nachsorgezentrums für krebs-, chronisch, und schwerkranke Kinder und deren Familien in diesem Jahr erhalten werden.

„Als wir im Jahr 2000 hier begonnen haben, waren 163 Familien dankbar für unsere Hilfe“, sagt der Leiter der Einrichtung. „Heute betreuen wir 670 Familien.“ Block war als junger Arzt schon am Aufbau der Villa Kunterbunt beteiligt. Heute ist er der einzige Mediziner im Klinikum Mutterhaus mit einer Fachausbildung, die für eine chemotherapeutische Behandlung von Kindern qualifiziert.

Weil aber eine ebenso qualifizierte Kollegin im Mutterschutz ist und eine weitere Stelle trotz großer Bemühungen nicht besetzt werden kann, muss das Mutterhaus seit Monaten akut behandlungsbedürftige Kinder in andere Kliniken überweisen.

Betroffen davon sind jährlich zehn bis 15 Kinder. Angesichts der Gesamtzahl der jungen Patienten erscheint das nicht viel. Dennoch befürchten Block und auch der Chefarzt der Kinder- und Jugendmedizin, Dr. Wolfgang Thomas, dass die für die Finanzierung der zahlreichen Nachsorgeangebote der Villa unverzichtbaren Spenden durch diese Notlage zurückgehen. Rund 700 000 Euro werden jährlich benötigt. „Wir bieten weiterhin eine lückenlose onkologische Nachsorge“, betont Christoph Block, der seit Juli auch ambulante medizinische Sprechstunden in der Villa anbietet. „Notfälle können wir darüber hinaus immer behandeln“, macht auch Chefarzt Günther klar. An der Spitze für jede Behandlungsgruppe stehe immer ein ärztlicher Ansprechpartner.

Casi, der aufgeweckte Kappenträger, ist einer von 45 jungen Patienten, die derzeit die medizinischen, pflegerischen, sozialen und psychologischen Angebote der Villa Kunterbunt nutzen. Wie bei Casi dauert die Betreuung in der Regel mehrere Jahre. Die größte Gruppe der Erkrankten sind die 170 Kinder und Jugendliche, die an Diabetes leiden. Chronische Magen-Darm-Erkrankungen oder hämatologische Krankheiten, bei denen massive Probleme im Bereich der Blutbildung und -Gerinnung vorliegen, sind nur einige der weiteren Erkrankungsgruppen.

„Wir haben in den vergangenen fast 20 Jahren die Nachsorge für die unterschiedlichen Gruppen wirklich vorangebracht“, versichert Christoph Block. „Auch die Gehstruktur, also die aufsuchende Betreuung in den Familien, hat sich wesentlich verbessert.“

Mit einem neuen Flyer wirbt die Villa für ihre wohnortnahen und kostenlosen Angebote auch für die Geschwister und Eltern von krebskranken Kindern und Jugendlichen. Er liege auch in den kooperierenden Kliniken in Homburg, Köln, Bonn und Koblenz aus, sagt Block. „Die Angebote werden rege genutzt, auch von Familien, die wir derzeit für die akute Chemotherapie wegschicken müssen.“

Was eine solche Therapie bedeutet, weiß der zwölfjährige Casi aus eigener Erfahrung. 2011 wurde damit sein Blasentumor behandelt. 2015 musste erneut die gesamte medizinische Bandbreite genutzt werden, nach der Diagnose Lymphknotenkrebs.

Doch auch diese bösartige Erkrankung schien 2018 geheilt. „Mir geht es gut“, sagt er. Dass die Chemotherapeutika in den Jahren davor sein Herz massiv geschädigt haben, spielt in diesem Moment für ihn keine Rolle.

Casi ist zwölf Jahre alt und sieht das Leben trotz seine schweren Erkrankung positiv. Foto: Villa Kunterbunt

Kleiner Casi ganz groß! – Die ganze Geschichte lesen Sie in der Online-Version dieses Artikels auf volksfreund.de

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