DFB-Pokal: Saarbrückens Torwarttrainer Michael Weirich aus Trier hofft auf Frankfurt

Kostenpflichtiger Inhalt: DFB-Pokal : Adler auf der Brust: Trierer beim 1. FC Saarbrücken wünscht sich jetzt Frankfurt

Torwarttrainer Michael Weirich feiert seinen bislang größten sportlichen Erfolg. Nach der Party geht’s (fast) direkt zur Arbeit in der VG-Verwaltung Saarburg.

Nach dem dramatischen Erfolg im DFB-Pokal-Achtelfinale gab’s kein Halten mehr. Bis zum Morgengrauen feierten die Spieler des 1. FC Saarbrücken das Erreichen der Runde der letzten acht Teams. Nicht ganz so lang, aber immerhin dann doch bis 2.30 Uhr, war Torwarttrainer Michael Weirich (Foto: TV-Archiv) mit dabei. Doch die Pflicht rief. Wenige Stunden später, um 7.30 Uhr, saß der 37-jährige Trierer gestern schon wieder an seinem Schreibtisch im Sozialamt der Verbandsgemeinde-Verwaltung Saarburg. Dort arbeitet Weirich in Teilzeit.

„Das Erreichen des Pokal-Viertelfinals ist für mich das absolute sportliche Highlight meiner Karriere“, sagte Weirich gestern Nachmittag im TV-Gespräch. Seit Sommer 2019 ist er als Torwart-Coach beim FCS, der kürzlich erfolgte Trainer-Wechsel von Dirk Lottner zu Lukas Kwasniok hat ihm nicht den Job gekostet. Zuvor war Weirich in der Torhüter-Ausbildung beim VfL Wolfsburg sowie in China für den FC Schalke tätig. Zwischen Sommer 2014 und März 2018 war er Torwart-Coach bei seinem ,Herzensverein’ Eintracht Trier.

Den Wechsel vor einigen Monaten zum Erzrivalen des SVE haben ihm viele in Trier nicht verziehen. Weirich: „Vor allem die Anfangszeit war sehr schwer. Ich habe viel Hohn und Spott erfahren. Aber es war eine berufliche Entscheidung, die ich rational getroffen habe. Als ich vom VfL Wolfsburg kam, hat mir zum damaligen Zeitpunkt der FCS als einziger Verein die Möglichkeit gegeben, zu Hause bei meiner Familie leben und parallel noch arbeiten gehen zu können.“

Matchwinner beim Sieg  gegen den Karlsruher SC war Weirichs Schützling Daniel Batz, der im Elfmeterschießen gegen David Pisot parierte. „Er wurde wie im Spiel gegen den 1. FC Köln als Spieler des Spiels ausgezeichnet. Das macht mich sehr stolz“, sagte Weirich. Die Arbeit im Vorfeld hatte sich gelohnt. Akribisch wurde aufgelistet, in welche Ecken die potenziellen KSC-Schützen am liebsten zielen. Weirich: „Batzi hatte die Liste auswendig gelernt – und beim Schuss von Pisot die richtige Ecke gewählt.“

Und nun? Im Viertelfinale wird auf jeden Fall ein Erstligist der Gegner. Weirich hat einen klares Lieblingslos – Eintracht Frankfurt: „Ich sympathisiere mit der Eintracht. Ich habe den Adler auf meiner Brust tätowiert. Mein Vater, der auch Torwart war, fiebert schon lange mit Frankfurt mit – seit Dr. Peter Kunter dort in den 1960er und 1970er Jahren im Tor stand. Als ich zehn oder elf Jahre alt war, hat er mich erstmals zu einem Uefa-Cup-Spiel der Frankfurter gegen Galatasaray Istanbul mit ins Stadion genommen.“

Ob die Hessen gezogen werden? Am Sonntagabend, wenn im Rahmen der ARD-Sportschau (18 Uhr) die Begegnungen ermittelt werden, herrscht Gewissheit. Weirich wird’s zu Hause am Fernsehbildschirm gebannt verfolgen.