Juristin erhält Orden gegen den trierischen Ernst

Kostenpflichtiger Inhalt: Fastnacht : Juristin erhält Orden gegen den trierischen Ernst

„Hei stieht en Trierer Struppesjen, dat gibt sich wie de Ehr ...“  Dat Struppesjen hat eine lange Geschichte. Mit geraden mal zehn Jahren stand sie erstmals in der Bütt, in ihrem Heimatverein M‘r wieweln noch en Zalawen 1911 – ein  karnevalistischen Werdegang, der in der Kindergarde der Wieweler begann.

Denn: „Tanzen konnt ich schror…, aber schwätzen konnt’ ich gut.“

So gut, dass aus der Begabung ein Job heraussprang. Nun ist sie wieder dort, wo alles begann. Und schwätzt erneut. Diesmal aber nicht, um die Gäste mit einer Büttenrede zu beschenken. Diesmal ist sie es, die beschenkt wird.

Mit einer amüsanten Rede Ihr Vorgängers Peter Terges lässt seine Zuhörer beim Ordensfest in der  Orangerie im Nells Park zappeln, erzählt ihren Werdegang: Grundschule Ruwer, Auguste-Viktoria-Gymnasium, Studium in Trier, Mainz, Dijon, Promotion, Habilitation – die Preisträgerin habe als Professorin an der Uni Göttingen unterrichtet. „Die, die jetzt immer noch nicht wissen, von wem ich hier spreche, dürfen sich noch etwas in Geduld fassen.“ Ihr Vater sei der ehemalige Ministerpräsidenten Dr. Carl-Ludwig Wagner.

Klingelts? Terges macht es spannend mit dem Orden gegen den trierischen Ernst. Ernst – das ist inzwischen ihr täglich Brot. Denn längst macht sie nicht mehr mit humoristischen Bütten von sich reden, sondern mit Richtersprüchen. Die Juristin ist seit 2016 Richterin im zweiten Senat des Bundesverfassungsgerichts in Karlsruhe.

Trierisch ist die 1962 in Luxemburg geborene Christine Langenfeld durch und durch: „Trier bedeutet für mich Heimat, hier steht mein Elternhaus.“ Zwar in Ruwer, aber das stört Terges nicht. Kurzerhand schlägt er die Tochter der 57-Jährigen als künftige Olewiger Weinkönigin vor. Die Preisträgerin revanchiert sich und nennt Terges den Winzerkönig von Olewig. Voll Dank sei sie: „Vor 40 Jahren haben die Wieweler diesen Orden an meinen Vater verliehen, und nun verleihen sie ihn mir. So schließt sich ein Kreis.“

Ordensträger: Künstlerin des Jahres: Teneka Beckers, Geschäftsführerin der Tuchfabrik, für ihr großes kulturelles Engagement für die Stadt Trier; BDK Verdienstorden in Gold mit Brillanten: Hans-Karl Meunier; Verdienstorden des RML: Nina Klaas, Elisabeth Kretzschmar; Verdienstorden der ATK: Myriam Castello; Sonderorden des Ehrenrates: Claudia Pelzer; neuer Ehrenratsherr: Richard Stock.

Weitere Mitwirkende:  Moderation: Melanie Münster, Peter Kretzschmar; Stadtprinzenpaar Harald III. und Marion II.; Solomariechen Anna Degen (KG Trier-Süd 1923); Wieweler Garde (Trainerinnen: Nina Klaas, Katja Lier,  Betreuerin: Ute Klein); Showtanzgruppe (Trainer: Oliver Hoffmann); Zalawener Duckentchen, Sound Set.