Trierer Wieweler feiern ein närrisches Fest auf dem Bauernhof

Kostenpflichtiger Inhalt: Karneval : Trierer Wieweler feiern ein närrisches Fest auf dem Bauernhof

Urlaubsträume, Landidyll, junges Geflügel und ein schwuler Stier: Die Wieweler feiern ein Fest auf dem Bauernhof.

Wohin im Urlaub in Zeiten des Klimawandels? Fliegen? Schlecht für die CO2-Bilanz. Besser, man fährt nicht so weit. Und so zieht es Vater (Frank Schmidt), Mutter (Ingrid Meunier), Chantal (Lea Pelzer) und Kevin (Constantin Albert) aufs Land. Doch wohin soll‘s gehen? Der eine Bauernhof wirbt mit Beautyfarm, der andere mit Sportprogramm, der dritte mit veganer Ernährung. Denn auf dem Land ist Geld knapp.

Bauer weg, Finanzen klamm – was tun, um den Hof zu retten? „Veranstalten wir doch ein Hoffest“, schlägt Schwägerin Melanie Münster vor, die sich mit Gisela Bitdinger, Oliver Hoffmann und Katja Lier die unterhaltsame Moderation teilt (Sitzungspräsident Jürgen Jakobs fällt wegen Krankheit aus). Und los geht‘s. Knapp 200 Gäste sind in die Orangerie im Nells Park gekommen, um mitzufeiern auf dem Wieweler Bauernhof der KG M‘r wieweln noch en Zalawen 1911.

Das Junggeflügel macht es vor – schon hüpfen die Küken der Kindergarde über die Bühne, die Duckentcher unterbrechen ihr Geplansche und trällern Stimmungslieder. Im Dancebattle – 100 Prozent vegan! – tritt Obst gegen Gemüse an – herrlich anzuschauen die Herren des Elferrats als süße Früchtchen (Erdbeeren) und die Ex-Garde als Erbsen und Möhren. Überhaupt ist der Anblick der Bühne ein Augenschmaus – prangt doch dort in voller Pracht der Wieweler Bauernhof unterhalb der Höhenstadtteile (Bühnenbild Elisabeth Kretzschmar).

Apropos Stadt – Land: Da prallen oft Welten aufeinander, wie „Bauerntrampel und feine Dame“. Während sich Cary Albert im schwarzen Hosenanzug elegant schminkt, versucht Ingrid Meunier in Kittelschürze, es ihr mit Margarine, Schuhwichse und Klobürste gleichzutun – gute Sketche gehen auch ohne Worte. Oder mit frechen.

Landwirtschaftsazubi Constantin Albert kennt sich schon gut aus. Er weiß: Wer hierzulande Schinken anbauen will, sollte rohen nehmen; für gekochten ist der Boden zu kalt. Doch seine Zukunft sieht wenig rosig aus, falls er als Bauer bei der Brautschau ebenso Pech hat wie Josef Arweiler. Seine Kandidatin (Oliver Hoffmann) ist eine starke Frau („du kannst gleich im Stall misten“) und Veganerin („da darfst du kein Wasser trinken, das kommt aus dem Hahn“).

Auch die Tiere machen Rabatz. „Wir sind wie Menschen“, sagt das blökende Schaf (Hans-Karl Meunier), „wir werden auch gerne vom Fiskus geschoren.“ Und dann zieht er her über die Politik – egal ob Trierer ART mit steigenden Abfallgebühren oder Trump, Putin und Erdogan, sie alle seien vom Lämmes gebeß. Auch der Stier macht, was er will. Er steht mehr auf den Ochsen Franz als auf die gekürten Kühe. Da muss der Arzt, dem die Sauen vertrauen (Johannes Meyer), selbst zum Besamen in die Eifel. Apropos fahren: Wohin geht‘s denn jetzt in Urlaub? Wohin wohl? Die Family bleibt hier, im schöner Trier.

Mitwirkende Moderation: Gisela Bitdinger, Oliver Hoffmann, Katja Lier, Melanie Münster; Elferrat; Prinz Harald III. und Prinzessin Marion II. mit Hofstaat, Stadtgarde, Koobengarde, Irscher Burgnarren; Showteil (Idee, Choreographie: Cary Albert, Miriam Druckenmüller, Susanne Felten, Oliver Hoffmann): Kindergarde (Trainerinnen: Myriam Castello, Anja Worst); Landwirtschaftsazubi (Constantin Albert); „Bauer August sucht Frau“ (Josef Müller); Showtanzgruppe (Trainer: Oliver Hoffmann); „Bauerntrampel und feine Dame“ (Ingrid Meunier, Cary Albert); „Tierarzt“ (Antje Gieche, Johannes Meyer); „Was ist Politik“ (Constantin Albert, Hans-Karl Meunier); Zalawener Duckentcher (Rüdiger Bechtel, Gisela Bitdinger, Hiltrud Metzen, Hans-Karl Meunier, Gereon Zeimet); Dancebattle (Ex-Garde und Elferrat, Trainerin: Melanie Münster); „Blökendes Schaf“.

Politiker san doch aal vom Lämmes gebeß, weiß Hans-Karl Meunier als blökendes Schaf. Foto: Mchthild Schneider/Mechtihild Schneider

Weitere Termine: 8., 14., 15., 22. Februar, 19.11 Uhr, Orangerie Nells Park; 29. Februar, 19.11 Uhr, Centre culturel Wasserbillig.