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Einkaufen, Busfahren, Feiern: Alles, was im Trierer Land wichtig ist

Kostenpflichtiger Inhalt: Corona : Einkaufen, Busfahren, Feiern: Alles, was im Trierer Land wichtig ist

Viele Geschäfte werden am Montag voraussichtlich wieder öffnen. Der SWT-Busverkehr startet mit dem Ferienfahrplan. Gastronomen und Hoteliers sehen aber noch kein Ende der Durststrecke. Und über die drei großen Feste in Trier ist offiziell noch nicht entschieden.

Am Tag nach den neuen Regeln in der Corona-Krise war auch in Trier und im Kreis Trier-Saarburg zunächst Gesprächsbedarf. Oberbürgermeister Wolfram Leibe nutzte seinen direkten Kontakt zu Ministerpräsidentin Malu Dreyer, um sich abzustimmen. In einer ersten Reaktion begrüßte er die von Bund und Ländern vereinbarten Lockerungen bei den Einschränkungen des öffentlichen Lebens. „Es gelingt aus meiner Sicht, eine gute Balance zwischen Gesundheitsschutz und den Bedürfnissen der Menschen und der Wirtschaft zu halten“, sagte Leibe. „Wir begrüßen, dass Bund und Länder einen strukturierten, vorsichtigen Prozess mit klaren Terminvorgaben eingeleitet haben. Das Signal für den Wiedereinstieg ins normale Leben ist gesetzt. Darüber freue ich mich sehr – insbesondere für die Einkaufstadt Trier.“

Die Stadtverwaltung arbeite jetzt mit Hochdruck daran, die Umsetzung der Lockerungen in Schulen und Einzelhandel und die nötigen Maßnahmen beispielsweise bei der Schülerbeförderung mitzugestalten und zu koordinieren. Die Landesregierung habe für Freitag die entsprechende Landesverordnung mit Auslegungshinweisen für die Kommunen angekündigt.

Feste und Events Für die großen Events in Trier sieht es aufgrund des Verbots von Großveranstaltungen bis zum 31. August schlecht aus. Das Altstadtfest könnte damit dem Virus ebenso zum Opfer fallen wie das Weinfest in Olewig und das Moselfest Zurlauben. Klare Aussagen dazu gibt es aber noch nicht. Cheftouristiker Norbert Käthler (Trier Tourismus und Marketing GmbH) verweist auf die Stadtverwaltung. „Wir kennen noch nicht die Verfügung, die für Rheinland-Pfalz und für Trier gelten soll.“ Eine Information werde erfolgen, sobald dies geklärt sei.

Mit Blick auf die anderen TTM-Veranstaltungen müssten die weiteren Entscheidungen abgewartet werden. „Wir gehen aber davon aus, dass kleinere Formate irgendwann wieder möglich sind. Eines ist aber jetzt schon klar: Es kann nicht funktionieren, dass alle Sommerveranstaltungen in den Herbst verschoben werden.“

Betroffen sind auch das Fest der Römischen Weinstraße in Schweich sowie die Mosel-Ballon-Fiesta in Föhren. Auch der Ruwertaler Frühling sowie das Ruwerweinfest in Kasel wurden abgesagt. Dagegen sollen die Jubiläumsveranstaltungen zum 50-jährigen Bestehen der VG Trier-Land weitgehend auf 2021 verschoben werden, sagt VG-Pressesprecherin Johanna Fox. „Der Festakt am 2. Dezember soll nach Möglichkeit stattfinden“, sagt sie weiter. „Alle anderen Jubiläumsveranstaltungen, die bis dahin angesetzt sind, versuchen wir neu zu terminieren.“

Tourismus Dass die Einschränkungen der vergangenen Wochen den Tourismus in der Stadt Trier besonders stark getroffen haben, bestätigt TTM-Chef Käthler. „Die Beschlüsse vom Mittwoch sind noch nicht als Verfügung im Detail ausformuliert. Es ist aber bereits erkennbar, dass Freizeittourismus weiterhin grundsätzlich nicht möglich ist. Aus Sicht der Gesundheitsvorsorge haben wir dafür Verständnis. Es hat aber gravierende wirtschaftliche Auswirkungen auf diesen für Trier so zentralen Wirtschaftszweig.“ Käthler nennt konkrete Zahlen: „Im Durchschnitt werden in Trier mit dem Tourismus pro Monat Umsätze von etwa 25 Millionen Euro erzielt, die weiterhin weitgehend ausfallen. Zwölf Prozent der Wirtschaftsleistung und eine große Zahl von Beschäftigten sind davon betroffen. Wir sind dabei, Strategien zu entwickeln, welche Art von Tourismus unter Corona-Bedingungen möglich ist. Umsetzen wird man dies aber nur Schritt für Schritt.“

Handel Enorme Auswirkungen hat die Lockerung der Verbote auf den Einzelhandel. Denn am Montag dürfen Geschäfte auf einer Verkaufsfläche bis 800 Quadratmeter unter bestimmten Hygienevorkehrungen wieder öffnen. Patrick Sterzenbach, Vorsitzender der City-Initiative Trier, sieht die Chance, dann zumindest wieder kleine Umsätze zu machen. „Ich gehe davon aus, dass ein Großteil der Betriebe öffnen wird, auch wenn viele Dinge noch in Bewegung sind. Es ist wichtig, ein Zeichen zu setzen, dass wir für unsere Kunden da sind.“

Wegen des hohen Personalaufwands bei noch wenigen Kunden werde die Lockerung der Verbote aber den Einzelhandel nicht retten. Die City-Initiative sei dabei, Schutzmasken zu organisieren, die sie an ihre Mitgliedsbetriebe weiterreichen werde. „Gegen einen Obolus, eine Spende oder kostenfrei können solche Masken an die Kunden abgegeben werden. Ich werde für mein Geschäft das Tragen eher zur Pflicht machen. Denn der Schutz der Mitarbeiter und der Kunden ist nach wie vor wichtig.“ Signale aus dem Rathaus, verkaufsoffene Sonntage nachholen zu können, bewertet Sterzenbach positiv. „Wir wünschen uns von der Landesregierung, zusätzliche Sonntage zu ermöglichen, sobald die Touristen wieder unterwegs sein dürfen.“

Auch in Schweich atmen die Händler auf. „Ich bin wahnsinnig froh“, sagt Carmen Moser, Vorsitzende des Gewerbeverbands  Schweich. „Das ist der erste Schritt in Richtung Normalisierung, auch wenn es ein kleiner ist“, sagt sie. Unzufrieden sei sie allerdings damit, dass noch keine genauen Ausführungsbestimmungen genannt wurden. So wurden Mundschutze nur empfohlen, eine Pflicht ist nicht ausgesprochen worden. Im Groben sei zwar klar, welche Maßnahmen zu treffen seien. Aber eben nicht im Detail: „Die Geschäfte werden Hustenschutze an der Kasse anbringen, wahrscheinlich auch Desinfektionsstationen. Und die Mitarbeiter werden den Einlass und den Abstand kontrollieren und dementsprechende Hinweise an Türen und Fenstern anbringen.“ Denn pro zehn Quadratmeter Verkaufsfläche darf sich nur ein Mensch aufhalten. „Ich denke aber, dass der Andrang am ersten Tag nicht so riesig sein wird.“

Gastronomie und Hotelerie Für Gastronomen und Hoteliers ändert sich durch die Lockerungen nichts. TTM-Chef Käthler: „Tourismus ist weiterhin nur aus geschäftlichen Gründen möglich. Das bedeutet, dass die Wertschöpfung in diesem Bereich derzeit in Trier fast unmöglich ist.“ Das bestätigt auch Patrick Sterzenbach. Der Vorsitzende der City-Initiative Trier betreibt selbst ein Hotel. „Die Gastronomiebetriebe trifft es sehr hart. Da wäre es doch möglich gewesen, zumindest Außengastronomie zuzulassen. Noch schlimmer ist es aber für die Hotelbetreiber. Die müssen einen riesigen Kostenapparat stemmen und generieren derzeit gar keine Umsätze.“ 

ÖPNV Die Stadtwerke Trier weiten ab Montag ihren Fahrplan aus. An Werktagen gilt dann der sogenannte Ferienfahrplan. Bis auf einige Ausnahmen fahren alle Linien wieder nach dem normalen Ferienfahrplan. Ausnahmen: Die als Schulbusse gekennzeichneten Fahrten („S“) entfallen, und die Linien 13, 14 und 16 nehmen den Betrieb noch nicht wieder auf. Das bestätigte Stadtwerke-Sprecherin Nina Traut. Die letzte Abfahrt ab Hauptbahnhof startet freitags und vor Feiertagen um 0.15 Uhr, an Samstagen um 2.45 Uhr.

Und wie wird das von Bund und Ländern empfohlene Tragen von Masken in den Bussen befolgt? „Die SWT bitten ihre Fahrgäste ebenfalls, einen einfachen Mundschutz an Bord der Busse zu tragen.“ Zum vorbeugenden Infektionsschutz der Fahrgäste würden die verstärkten Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen der Busse unverändert fortgesetzt. Hierbei gelte eine besondere Aufmerksamkeit den Berührungsflächen wie Haltestangen, -griffen und -schlaufen.

„Der vordere Bus-Einstieg bleibt weiterhin gesperrt, der Verkauf von Fahrausweisen durch den Fahrer ist deshalb weiterhin nicht möglich“, erläutert Traut. Bitte der Stadtwerke an ihre Fahrgäste sei es deshalb, sich mit einer ausreichenden Anzahl Mehrfahrtentickets zu versorgen. Diese können als HandyTicket, im Stadtbus-Center oder im SWT-Infomobil erworben werden, das ab Montag regelmäßig alle Stadtteile und die Region anfahren wird. Das Stadtbus-Center bleibt bis auf weiteres von Montag bis Freitag zwischen 9 und 17 Uhr geöffnet, Telefon 0651/717273. Die Fahrpläne sind unter www.swt.de abrufbar.

Bereits am heutigen Freitag endet der SWT-Einkauf-Lieferservice. „Die Busfahrer, die bisher die Auslieferung übernommen haben, werden dann wieder an ihrem regulären Arbeitsplatz im Einsatz sein“, begründet die Firmensprecherin diesen Schritt. Das Versorgungsunternehmen hatte zusammen mit Edeka-Märkten und BioGate kurzfristig einen Lieferservice für seine Kunden eingerichtet. Steffen Maiwald, kaufmännischer Vorstand, zieht Bilanz: „Auch wenn die Nachfrage in den vergangenen Tagen rückläufig war, haben wir sehr viel positive Resonanz auf unser Angebot bekommen und können damit einen positiven Schlussstrich ziehen.“ Seit Ende März hätten die SWT rund 160 Einkäufe und Lieferungen im Stadtgebiet übernommen.

Auch der Verkehrsverbund Region Trier (VRT) will seine Kunden nicht zum Tragen von Schutzmasken zwingen. „Seitens des VRT werden wir uns an die Empfehlung halten und keinen Mundschutz vorschreiben“, sagt Pressesprecherin Karin Besel. „Jedoch werden wir erneut in den Bussen die Kunden nochmals auf alle Hygieneregeln hinweisen.“

Die Fahrpläne in der Region sollen laut VRT ebenfalls angepasst werden: „Auch Rhein-Mosel-Bus erweitert das Busangebot von einem reduzierten Ferienfahrplan zurück zu einem normalen Ferienfahrplan“, sagt Besel. Alle anderen Verkehrsunternehmen seien zur Zeit in der Planung. In der Regel dauere es ein bis zwei Wochen, einen Fahrplan zu wechseln. Derzeit arbeiteten alle Unternehmen an einer schnelleren Umsetzung.

Aktualisierte Informationen bietet der Verkehrsverbund dann auf der Internetseite www.vrt-info.de