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Trier: Galeria Kaufhof in der Fleischstraße zum Verkauf

Objekt in bester Lage : Anfang vom Ende? Der Galeria Kaufhof in der Trierer Fleischstraße steht zum Verkauf

1973 eröffnete Horten in der Fleischstraße, 1997 änderte sich der Name in Galeria Kaufhof: Für welche stattliche Summe die Immobilie jetzt zu haben ist.

„Objekt in exponierter Lage mitten in Triers Top-Einkaufszone, angrenzend an den mittelalterlichen Hauptmarkt“ gesucht? Dann könnte das hier etwas sein. Vorausgesetzt, man verfügt über die entsprechenden wirtschaftlichen Voraussetzungen: Das österreichische Immobilienunternehmen Signa Real Estate bietet das Galeria Warenhaus in der Fleischstraße 68-76 an. Der „Asking Price“ (Preisvorstellung) liegt bei 30 Millionen Euro.

Um Verwechslungen vorzubeugen: Es handelt sich nicht um das benachbarte Einkaufszentrum Trier-Galerie (Fleischstraße 62), sondern um die 1973 eröffnete Trierer Filiale der Kaufhauskette Horten, die 1992 zur Galeria Horten wurde und 1997 samt Galeria-Konzept von Kaufhof übernommen wurde.

Als die Hosen noch Schlag hatten: 1973 eröffnete Horten in der Fleischstraße. 1997 änderte sich der Name in Galeria Kaufhof. Foto: TV -Archiv
Als die Hosen noch Schlag hatten: 1973 eröffnete Horten in der Fleischstraße. 1997 änderte sich der Name in Galeria Kaufhof. Foto: TV -Archiv Foto: TV/TV-Archiv

Seit 2019 firmieren die vormals selbstständigen Unternehmen Kaufhof und Karstadt unter einem Dach – als zur Signa Holding, dem von René Benko (45) gegründeten Immobilien- und Handelsunternehmen gehörender Konzern.

Die Benko-Ära steht auch in Trier für Warenhaus-Schließungen: Im Oktober 2020 machte der Karstadt in der Simeonstraße dicht. Die nun bekannt gewordenen Signa-Pläne, die Warenhaus-Immobilie in der Fleischstraße zu verkaufen, befeuern die Befürchtungen, bald könnte es auch einen zweiten der ehemals drei Trierer Warenhaus-Standorte erwischen. Sprich: den einstigen Horten/Kaufhof in der Fleischstraße. Drittes Haus im Bunde ist der ehemalige Kaufhof in der Simeonstraße.

Galeria-Konzern hat sich bisher nicht geäußert

Pikant sind die im Exposé genannten Details, über die der Galeria-Konzern sich nicht öffentlich äußern will. Demnach läuft der Mietvertrag des Warenhauses in der Fleischstraße (gut 20.000 Quadratmeter auf sieben Geschossen, zwei davon unterirdisch) nur noch bis zum 31. Dezember dieses Jahres.

Vertrackt: Die rückwärtige Zufahrt aus der Böhmerstraße und damit die Anlieferung führt zum Teil über Gelände, das wie der benachbarte Plaza-Carrée-Komplex (samt Park-Plaza-Hotel) der Nikolaus-Koch-Stiftung gehört. Das Dauernutzungsrecht läuft laut Exposé noch bis 31. Dezember 2024; allerdings besteht eine einmalige Zehn-Jahres-Verlängerungsoption.

Hoffnung, dass beide Standorte von Galeria Kaufhof bleiben

In Trier, insbesondere beim knapp 80-köpfigen Personal der Galeria Fleischstraße, herrscht angesichts der bislang unbekannten Verkaufsabsichten zunächst einmal entsetzte Sprachlosigkeit. Lediglich Patrick Sterzenbach (54), der Vorsitzende der City-Initiative Trier (CIT), war auf Anfrage zu einem Statement bereit: „Auch wenn das schon sehr nach einer Vorentscheidung aussieht, so hoffe ich doch, dass beide Galeria-Standorte in Trier erhalte bleiben können. Dafür gibt es gute Gründe.“ Fraglich, ob das im Falle der Fleischstraße bei der Sigma-Unternehmensgruppe auch so gesehen wird.

In der Simeonstraße 53 – Triers 1965 als Kaufhof eröffneter ältester Warenhaus-Immobilie – ist Galeria Mieter, hat aber das dazugehörige  Parkhaus Margaretengäßchen in direkter Nähe. Diese Konstellation könnte ein Plus sein.

Ein Branchen-Insider, der nicht namentlich genannt werden will, betrachtet das Verkaufsangebot der Sigma Holding „als Versuchsballon. In Zeiten steigender Zinsen und galoppierender Inflation lotet man einfach mal den Markt aus, möglicherweise, ohne selbst einen konkreten Plan zu haben“. Auch sei die Preisvorstellung von 30 Millionen Euro „sicher nicht das letzte Wort. Da ist noch viel Luft nach unten“.

Fun Fact am Rande: Im Exposé heißt es in dem Passus, der die zentrale Lage und die „besten Voraussetzungen für alle Einzelhandelsnutzungen“ beschreibt, wörtlich: „Im Herzen der Altstadt gelegen, profitiert das Objekt von der direkten Nachbarschaft zu diversen Sehenswürdigkeiten, wie dem berüchtigten Trierer Dom, dem Frankenturm oder der Porta Nigra.“