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Infrastruktur
2,3-Millionen-Paket wird geschnürt

Ab hier geht es los: Die Kreisstraße 65 wird zunächst bis Brück ausgebaut. Aber auch die Kreisstraße 59 bis Bongard steht für die nächsten Jahre auf dem Programm.
Ab hier geht es los: Die Kreisstraße 65 wird zunächst bis Brück ausgebaut. Aber auch die Kreisstraße 59 bis Bongard steht für die nächsten Jahre auf dem Programm. FOTO: Stephan Sartoris / TV
Daun/Dreis-Brück/Bongard. Dreis-Brück wird zur „Großbaustelle“: Drei Straßenbauprojekte konzentrieren sich auf den Ort.
Stephan Sartoris

Es gibt in der Vulkaneifel viele Befürworter des A-1-Lückenschlusses, aber Michael Jax dürfte zu den besonders glühenden Verfechtern einer möglichst schnellen Umsetzung dieses Bauprojekts  gehören. Aus gutem Grund: Er ist Bürgermeister von Dreis-Brück, zwei Orte, in denen seit der Freigabe des A-1-Teilstücks zwischen der Anschlussstelle (AS) Gerolstein und dem derzeitigen Autobahnende am Radersberg oberhalb von Brück deutlich mehr Durchgangsverkehr zu verzeichnen ist. „Viele LKW- und PKW-Fahrer, die von der Autobahn abfahren und sich vom Navi den schnellsten Weg zur Autobahn nach Tondorf zeigen lassen, werden über Brück oder Dreis geleitet. Die Straßen sind aber gar nicht für so viel Verkehr ausgelegt.“

Die Folge: Die Kreisstraße (K) 65, die die Ortsteile verbindet, sowie die K 59 durch Brück und bis Bongard weisen laut Kreisverwaltung Vulkaneifel „erhebliche Fahrbahnschäden“ auf.

Zudem entstehen der Gemeinde durch die große Verkehrsbelastung Kosten. „Jedes Jahr werden einige Tausend Euro fällig allein wegen der Sanierung der kaputtgefahrenen Bordsteine“, berichtet der Ortsbürgermeister. Ein Ausbau ist seit vielen Jahren in der Diskussion, auch schon vor 2012, als das Autobahnteilstück zwischen den AS Gerolstein und Kelberg eröffnet worden ist.

Lange hat man in Dreis-Brück gewartet, nun steht die erste Sanierungsetappe im Bauprogramm 2018 des Kreises Vulkaneifel. Beim Landesbetrieb Mobilität (LBM) in Gerolstein werden derzeit die Ausschreibungen für den Ausbau von Dreis bis Brück (Länge rund 1,4 Kilometer, geschätzte Kosten  knapp 1,35 Millionen Euro) vorbereitet. „Die beiden Abschnitte sollen auf jeden Fall in diesem Jahr in Angriff genommen werden“, heißt es aus dem Kreishaus in Daun, und Michael Jax freut sich, „wenn es endlich losgeht.“

Beim Ausbau der Brücker Straße in Dreis und der Strecke zwischen Dreis und Brück werden nach Angaben der Werke der Verbandsgemeinde Daun die Wasserleitungen (geschätzte Kosten: rund 270 000 Euro) und die Kanäle saniert (geschätzte Kosten: rund 55 000 Euro).

Aber damit nicht genug der Baustellen in der Doppelgemeinde: Das B-421-Teilstück vom Gewerbegebiet Vulkanhöhe auf dem Radersberg bis zur Abzweigung Brück mit einer Länge von rund 1,2 Kilometer steht auf der LBM-Vorhabenliste 2018. Der Abschnitt wird laut LBM teilweise auf sechs Meter verbreitert und die Kurven werden begradigt. Um Quellen zu schützen, bekommen alle Gräben und Bankette eine Lehmschicht, damit kein Wasser durchsickern kann. Zudem wird ein großes Regenrückhaltebecken gebaut. Kostenpunkt für das gesamte Vorhaben: rund eine Million Euro. „Alle drei Projekte in und um Dreis-Brück werden als Paket ausgeschrieben“, kündigt Josef Arens vom LBM an. „Die Vergabe ist für Mai vorgesehen.“

Michael Jax blickt schon übers laufende Jahr hinaus. Wird das Kreisstraßenprogramm wie derzeit geplant umgesetzt, wird 2019 und 2020 in Brück und von dort bis Bongard gearbeitet. „Und vielleicht ist dann ja absehbar, ob sich in Sachen Lückenschluss etwas tut“, hofft der seit 2009 amtierende Ortsbürgermeister. Die Landesregierungen in Mainz und Düsseldorf haben sich jedenfalls zum Ziel gesetzt, bis 2021 Baurecht für die Abschnitte in Rheinland-Pfalz und Nordrhein zu bekommen. Aber wann rollen tatsächlich die Bagger?

Ab hier geht es los: Die Kreisstraße 65 wird zunächst bis Brück ausgebaut. Aber auch die Kreisstraße 59 bis Bongard steht für die nächsten Jahre auf dem Programm. Foto: Stephan Sartoris
Ab hier geht es los: Die Kreisstraße 65 wird zunächst bis Brück ausgebaut. Aber auch die Kreisstraße 59 bis Bongard steht für die nächsten Jahre auf dem Programm. Foto: Stephan Sartoris FOTO: Stephan Sartoris / TV