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Hillesheim: Bauern der Region wegen steigender Preise zuversichtlich

Hillesheim: Bauern der Region wegen steigender Preise zuversichtlich

Die Freude über den höheren Milchpreis für die Bauern sowie die weltweit steigende Nachfrage und die höheren Preise nach landwirtschaftlichen Produkten beherrschte das Erntegespräch des Bauern- und Winzerverbands Rheinland-Nassau. Da konnten auch die durchschnittlich um 15 Prozent geringeren Erträge als im Vorjahr die Stimmung nicht merklich trüben.

(mh) Zwar ist die Getreideernte vor allem in der Eifel noch nicht vollends eingefahren, dennoch zog Leo Blum, Präsident des Bauern- und Winzerverbands Rheinland-Nassau beim aktuellen Erntegespräch in Hillesheim (Landkreis Vulkaneifel) eine so positive Bilanz wie schon seit Jahren nicht mehr.

Und dass, obwohl die Aprilhitze dafür gesorgt hat, dass die Getreideerträge je nach Fruchtart um fünf bis 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr gesunken sind (oder sinken werden). Denn zum einen sei die Qualität durchweg gut, zum anderen „verbessern sich die Preise“, so Blum. Für die Verbraucher ist nach Ansicht der Bauern-Präsidenten dennoch „keine Panik angebracht, denn in Deutschland sind die Nahrungsmittel nach wie vor sehr günstig zu haben“.

Zudem seien die Endpreise das eine, der Anteil für die Erzeuger das andere. Blum meinte: „Ein 40 Prozent höherer Preis bei der Butter bedeutet nicht, dass auch die Landwirte 40 Prozent mehr bekommen.“ Aber: Die steigenden Preise auch für die landwirtschaftlichen Rohstoffe sowie die weltweit steigende Nachfrage nach diesen sorgten bei den Landwirten für ein positives Klima und einen Glauben an die Zukunft der Branche.

„Nachdem sich die Bauern seit Jahren gerade so über Wasser halten konnten, werden sie nun endlich in die Lage versetzt, vernünftig wirtschaften und auch wieder Gewinnen erzielen zu können, was notwendig ist für Investitionen“, sagte Blum.
Deutliche Kritik äußerte der Bauern-Chef aber am Brauerbund und der Bäckerinnung, da diese die steigenden Preise für die landwirtschaftlichen Produkte ausnutzten, um die Verbraucherpreise deutlich höher anzuheben. Blum: „Das ist schon sehr ärgerlich.“ Zur Erläuterung rechnete die Vorsitzende des Landfrauenverbands Vulkaneifel, Doris Clemens, vor: Ein Kilo Brot kostet im Durchschnitt 2,20 Euro, für den benötigten Getreideanteil erhält der Landwirt neun Cent. Beim Bier sei es noch gravierender: Da erhalte der Landwirt gerade einmal 4,1 Cent für die Braugerste und einen Cent für den Hopfen, die für einen Liter Bier notwendig seien.

Die wahren Preistreiber sind laut Blum steigende Energiepreise sowie Lohn- und Transportkostens und eventuell steigende Gewinne.
Angesichts der steigenden Nachfrage nach Getreide und Milchprodukten vor allem in Südostasien sieht Blum „große Marktchancen“ für die Bauern. Daher plädierte er dafür, gesetzliche Reglementierungen abzuschütteln und „nach 2015 nicht mehr an der Milchquote festzuhalten“.