Mit neuer Brücke oder ohne in Trassem?

Verkehr : Mit neuer Brücke oder ohne?

Im April 2018 soll die Sanierung der Ortsdurchfahrt Trassem beginnen. Die Leuk-Querung ist noch ein Streitobjekt. Der letzte Bauabschnitt könnte heikel werden.

Wenn zwei sich streiten, freut sich nicht notwendigerweise der Dritte. Zumindest dann nicht, wenn eine der beiden Positionen für ihn vorteilhafter wäre. Genau so sieht es aber im Fall der geplanten Sanierung der Ortsdurchfahrt für die Gemeinde Trassem aus. Ob im Zuge dieser Bauarbeiten die Brücke über die Leuk komplett neu gebaut oder nur instand gesetzt wird, bewerten zwei Landesbehörden unterschiedlich.

Aus Sicht des Trassemer Gemeinderats wäre der Neubau wünschenswert, zumal die Kosten weitgehend vom Land übernommen werden müssten. „Bei Hochwasser staut es sich am Mittelpfeiler der Brücke. Schon mehrfach kam es hier zu Überschwemmungen“, führten Ratsmitglieder als Argument ins Felde. Entsprechend beliebt ist die Meinung der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord: Sie hatte in ihrer Stellungnahme zur Sanierung der Saarburger Straße/Bundesstraße 407 eine neue Brücke als zwingend erforderlich betrachtet. Der Landesbetrieb Mobilität (LBM) Trier als verantwortlicher Gesamtplaner sieht dies anders. Die Grundsubstanz der Brücke sei intakt, eine Sanierung reiche daher völlig aus. „Wir können als Baulastträger nicht verpflichtet werden zu einem doppelt so teuren Neubau“, heißt es vom LBM. Die Sache werde aktuell in Absprache zwischen den beiden Behörden geklärt.

Ab April soll die Trassemer Ortsdurchfahrt saniert werden. Beim letzten Abschnitt am Ortsausgang Richtung Meurich (im Bild) wird die Sache beonders heikel, denn dort muss die Fahrbahn komplett gesperrt werden. Foto: Marion Maier

Unabhängig von dieser strittigen Frage soll jedoch nun die Instandsetzung der Ortsdurchfahrt angegangen werden. Läuft bei Ausschreibung und Co. alles nach Plan, so würde laut LBM im April 2018 mit den Bauarbeiten begonnen. Wie lange es dauert, könne man lediglich schätzen. Mit einer Spanne zwischen 22 und 26 Monaten wird aber voraussichtlich zu rechnen sein. Die Straße wird in mehreren Abschnitten in Angriff genommen, bleibt also meist in Teilen befahrbar. In den ersten Phasen werden zunächst nur einige Baugruben geöffnet und somit können auch einzelne Grundstücke weiter angefahren werden. Bevor neue Beläge auf Fahrbahn und Bürgersteig kommen, wird das Kanalnetz inklusive der Hausanschlüsse runderneuert. Zusätzlich hat der Gemeinderat entschieden, neben den bestehenden Versorgungsleitungen ein Leerrohr verlegen zu lassen. Es soll für einen möglichen späteren Ausbau des Glasfaser-Netzes für schnellen Internet-Anschluss zur Verfügung stehen. Der erste Bauabschnitt wird die Ortseinfahrt aus Richtung Saarburg betreffen. Hier geht es insbesondere darum, den Anschluss über die Brückenstraße zur Kirchstraße sicherzustellen. Diese Strecke soll anschließend als Ausweichroute für die Hauptstraße dienen. Sie wird aber ausdrücklich nicht als offizielle Umleitung ausgewiesen: Für Durchgangsverkehr sei die Kirchstraße kaum geeignet. Erfahrungen aus vergangenen Projekten haben die Planer beim LBM skeptisch gemacht, was die Wirkung von Umleitungsschildern angeht. Man werde versuchen, gerade den Schwerlastverkehr spätestens auf Höhe Saarburg umzulenken. Es sei allerdings nicht zu garantieren, dass nicht doch einige versuchen werden, den Baustellenbereich zu durchfahren. Besonders heikel dürfte der letzte Bauabschnitt werden: Während der Brückensanierung muss der Straßenteil am Ortsausgang Richtung Meurich vollständig gesperrt werden. Die Gesamtkosten der Sanierung der Trassemer Ortsdurchfahrt belaufen sich auf rund 2,245 Millionen Euro.

Mehr von Volksfreund