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Barrierefreier Bahnhof in Konz wird teurer

Konz. Erst seit zwei Wochen baggern Bauarbeiter an der barrierefreien Unterführung des Konzer Bahnhofs (Kreis Trier-Saarburg), da diskutiert der Stadtrat schon über eine Steigerung der Baukosten von 2,1 auf 2,37 Millionen Euro. Zuschüsse des Landes mildern die Mehrbelastung der Stadt. Christian Moeris

Konz. 50 Meter weit und fünf Meter tief haben sich die Bauarbeiter der Tief-, Hoch- und Gleisbaugesellschaft aus Dahlem (Kreis Euskirchen in NRW) schon neben den Gleisen in der Güterstraße ins Konzer Erdreich gegraben. Über eine 90 Meter lange Rampe mit sechs Prozent Steigung sollen dort ab nächstem Sommer Rollstuhlfahrer zur Unterführung gelangen, die unter den Bahnsteigen hindurchführen soll. Alle sechs Meter solle es auf der gepflasterten Rampe ein kleines Ruhepodest ohne Steigung geben, erklärt der Polier Frank Pfeiffer auf der Baustelle. "Damit sich die Rollstuhlfahrer auch ausruhen können und bei Erschöpfung nicht wieder runterrollen." Auf der anderen Gleisseite an der Bahnhofstraße entsteht eine ebensolche Rampe zur geplanten Unterführung.
Derweil die Arbeiter sich mit schwerem Gerät eingraben, diskutieren die Mitglieder des Stadtrates über die steigenden Kosten der im Juli 2012 beschlossenen Baumaßnahmen am Bahnhof (Siehe Extra).
"Die Kosten steigen von 2,1 Millionen Euro auf 2 370 000 Euro", erklärt Stadtbürgermeister Karl-Heinz Frieden. Da sich das Land und die Deutsche Bahn finanziell beteiligen, steigt der Anteil der Stadt damit lediglich um 150 000 Euro von 902 000 auf 1 051 000 Euro. In der Ausschreibung habe kein Unternehmen ein günstigeres Angebot unterbreitet, sagt Pressesprecher Achim Lutz.
Der Stadtrat winkt die Kostensteigerung trotz Widerstand der Grünen-Fraktion durch. "Das wird nicht die letzte Kostenexplosion bei diesem Projekt sein, die wir erleben", sagt Grünen-Ratsmitglied Sascha Gottschalk.
"Bei so großen Bauvorhaben weichen die Planungskosten und die realen Baukosten immer voneinander ab", sagt Frieden zur Differenz von 240 000 Euro.
Auf der Baustelle liefe alles nach Plan, erklärt hingegen Polier Pfeiffer. Am ersten Dezemberwochenende werde der erste Teil der Unterführung eingesetzt. "Dabei haben wir genau 14 Stunden Zeit. Die Bahngleise werden abmontiert und das Erdreich abgetragen. Dann heben wir das erste Bauteil mit Bodenplatte - 2,5 Meter hoch und 3,2 Meter breit, mit einem Kran rein", erklärt Pfeiffer. Dann werde wieder alles mit Erde zugeschüttet, die Gleise montiert und der Zugverkehr könne wieder rollen. "Das Bauteil wiegt ein paar Hundert Tonnen." Ein Wochenende später soll das zweite und letzte Teil der Unterführung auf der Seite des Bahnhofes folgen. Pfeiffer: "Wenn alles gutgeht und die Witterung es zulässt, können die Menschen hier im nächsten Sommer die Gleise queren.