An der Kohlenstraße ist Endstation

TARFORST. Der Verkehr bewegt die Tarforster - das zeigte sich beim TV -Ortsgespräch. Hauptproblem: die stark befahrene Kohlenstraße, die den alten Ortskern von den Neubaugebieten trennt. Sorgen machen auch Autofahrer, die sich nicht an die Tempo-Limits halten und die die Rechts-vor-Links-Regelungen in den Wohngebieten missachten.

Der TV hat gezählt: Im Schnitt fährt morgens auf der Kohlenstraße (L 144) alle fünf Sekunden ein Auto stadteinwärts - über 700 Fahrzeuge die Stunde. "Tempo 30 ist reine Glückssache

Gleichzeitig fahren etwa 180 Autos stadtauswärts. Angst wegen des starken Verkehrs haben Eltern jüngerer Kinder. "Die Geschwindigkeit muss so stark reduziert werden, dass es bei einem Unfall keine Toten gibt", forderte ein Diskussions-Teilnehmer beim Ortsgespräch. Kinder aus Alt-Tarforst und den Neubaugebieten besuchen gemeinsam den Kindergarten. Wollen sich Freunde nachmittags sehen, ist an der Kohlenstraße Endstation: Die meisten können sie nicht ohne Erwachsenen-Hilfe überqueren. Auch Neu-Tarforster Kinder, die im alten Ortskern zur Schule gehen, müssen die stark befahrene L 144 jeden Tag zweimal überqueren. Auch für Erwachsene ist die Kohlenstraße ein Hindernis. Sie kommen zwar leicht auf die andere Seite, lassen aber im Kopf ihren Stadtteil hinter sich. Das Wir-Gefühl zwischen Alt- und Neu-Tarforst bleibt auf der Strecke. Ideen, die Straße leichter überquerbar zu machen, gibt es, doch die Realisierung ist teuer. Zurzeit erleichtert nur eine einzige Fußgängerampel den Weg auf die andere Seite. Die Tarforster dachten bereits über einen Fußgängertunnel unter der Straße nach. Feste Tempokontrollen schlug eine Teilnehmerin beim Ortsgespräch vor - doch es gibt einen Ratsbeschluss, keine "Blitzkästen" zu installieren. Gefährlich kann es für Kinder, die auf der Straße spielen, auch in den Wohngebieten werden. "Tempo 30 ist reine Glückssache", sagte eine Bürgerin. "Rechts vor links kennt hier sowieso keiner." Auch im verkehrsberuhigten Bereich in der Straße "Am Trimmelter Hof" fahre niemand Schritttempo. Die Tarforster Geister scheiden sich, wenn es um die Augustinusstraße geht. Die gerade erst fertiggestellte Straße am neuen Einkaufszentrum ist Bussen und Radfahrer vorbehalten, wird aber oft von Autofahrern missbraucht. Fordern einige Tarforster, die privaten Autos wirkungsvoll zu verbannen, so wünschen sich andere, dass die Straße für Anlieger geöffnet wird, um auf dem Weg zu Bank und Geschäften nicht über den überfüllten Parkplatz von Edeka und Aldi fahren zu müssen. Einen Vorteil hat Tarforst beim Öffentlichen Personennahverkehr: Dank der Uni ist der Stadtteil per Bus sehr gut erreichbar - auch wenn zu Stoßzeiten schon mal der Fahrplan durcheinander gerät. Gleich zwei große Linien (3 und 6) fahren nach Tarforst, außerdem führen mehrere Linien ins Umland durch den Ort. Wer mit der Linie 3 fährt, muss schon genau in den Fahrplan schauen: Jeder zweite Bus fährt tagsüber nur bis Neu-Kürenz. Morgen in unserer Stadtteil-Serie: die beliebte Ausflugs-Gastronomie in Alt-Tarforst.