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Besserer Wettbewerb durch Leistung statt sinkende Lohnkosten

Trier. Branchenbezogene Mindestlöhne und Tarifbindung - das sind zwei Forderungen, die das höchste Gremium der Handwerkskammer Trier in einer Resolution fordert. Wettbewerb solle wieder stärker über Leistung statt über Lohndumping erfolgen.

Trier. Die Vollversammlung der Handwerkskammer Trier (HWK) fordert in einer Resolution branchenbezogene Mindestlöhne. In einem einstimmig gefassten Beschluss setzte das Handwerker-Parlament auf seiner Frühjahrsversammlung ein klares Zeichen in der Diskussion um gerechtes Arbeitsentgelt. Zugleich hat sich das höchste Gremium der HWK für Tarifverträge, Tarifbindung und eine gute Tarifpartnerschaft mit den Gewerkschaften ausgesprochen. "Mindestlöhne können einen wichtigen Beitrag für fairen Wettbewerb im Handwerk leisten und den Beschäftigten sozialpolitischen Schutz bieten. Die Festlegung von Mindestlöhnen kann den Tarifpartnern überlassen werden und branchenbezogen erfolgen", heißt es in dem Beschluss. Die Vollversammlung regt daher an, je Gewerk den Lohn der untersten Tarifgruppe für die gesamte Branche zum allgemeinverbindlichen Mindestlohn zu erklären.

Überdies halten die Interessenvertreter der Kammer eine gelebte und starke Tarifpartnerschaft für unerlässlich: "Dazu gehören durchsetzungsstarke Tarifpartner auf beiden Seiten, mitgliederstarke Gewerkschaften ebenso wie mitgliederstarke Innungen", heißt es weiter. Denn eine hohe Tarifbindung und Flächentarifverträge für Handwerksbranchen würden nach Ansicht der HWK einen echten Wettbewerb über Leistung und gute Arbeit ermöglichen - statt über geringe oder gar sinkende Lohnkosten. Unfaires Lohndumping in einzelnen Bereichen könne das ganze Handwerk in Verruf bringen und so die Nachwuchsgewinnung erheblich behindern, Teilte die Kammer mit.
Des Weiteren wählte die Vollversammlung den neuen Berufsausbildungsausschuss, dessen fünfjährige Amtsperiode am 1. August beginnt (siehe Extra). In den HWK-Gesellenprüfungsausschuss der Zahntechniker wurden als Arbeitnehmervertreter die Koblenzer Marcus Künzinger und Tobias Löchel sowie Radmilla Aglyamova aus Montabaur nachberufen. Um die Qualität der technischen und wirtschaftlichen Entwicklung sicherzustellen, wurden außerdem die Lehrpläne in der überbetrieblichen Unterweisung für Schornsteinfeger-, Zahntechniker- und Hörgeräteakustiker-Lehrlinge ergänzt.
Extra

Mitglieder des Berufsbildungsausschusses für die kommende Amtszeit: Arbeitgeber: Ordentliche Mitglieder: Norbert Lamberty (Pantenburg), Alfred Berger (Lasel), Matthias Schmitz (Weinsheim), Rainer Adams (Trier), Gerd Benzmüller (Saarburg), Heiner Schwebach (Irsch); Stellvertreter: Reinhold Monzel (Bollendorf), Peter Schröder (Irrhausen), Gerd Kön (Wittlich), Wolfgang Fisch (Konz), Christoph Lay (Trier), Michael Borens (Tawern). Arbeitnehmer: Ordentliche Mitglieder: Dr. Christian Schmitz (Gusterath), Edgar Gröber (Morbach), Wolfgang Butterbach (Trier), Julia Semmling (Trier), Maximilian Stanik (Kell am See), Eduard Hochscheid (Wittlich); Stellvertreter: Marcus Heintel (Rivenich), Michael Cramer (Kanzem), Alfons Kohl (Konz), Michael Becker (Altrich), Andreas Maxein (Osburg), Lothar Weishaar (Zemmer). red