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Graacher Narren halten an Nachtumzug fest

Graacher Narren halten an Nachtumzug fest

In Graach startet auch in diesem Jahr ein Nachtumzug. Die Verantwortlichen vom Karnevalsverein Graacher Esel lassen sich nicht durch neue Auflagen und Vorschriften abschrecken. Anlass für die erhöhte Vorsicht ist unter anderem der Tod einer Taxifahrerin im Umfeld des letztjährigen Umzugs.

Die Graacher Narren bereiten sich auf ihren Nachtumzug am Fastnachtssonntag, 15. Februar, vor. Selbstverständlich ist das nicht. Denn der Nachtumzug in Ürzig wurde abgesagt (der TV berichtete). Grund dafür sind höhere Sicherheitsauflagen und viele betrunkene Jugendliche, die für Ärger gesorgt hatten.

Mit diesen hatte man in Graach bisher noch nicht zu kämpfen, sagt Sebastian Krämer vom Karnevalsverein Graacher Esel, der den Umzug organisiert. Dennoch endete der Fastnachtssonntag im vergangenen Jahr tragisch. Eine Taxifahrerin, die auf Fahrgäste wartete, starb bei einem Unfall (siehe Extra). Aufgrund der Ereignisse bei den Nachtumzügen in der Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues habe man sich schon im April des vergangenen Jahres mit der Polizei zusammengesetzt, sagt Krämer. Ein weiteres Gespräch folgte im November. Herausgekommen sei ein Auflagenpaket, das "uns zwei Tage mehr Arbeit macht", erklärt Krämer. Dennoch will der Verein den jetzt einzigen Nachtumzug in der Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues organisieren.

Damit die Sicherheit gewährleistet wird, hat Krämer Schreiben aufgesetzt und an Zugteilnehmer, Wagenbauer und Taxiunternehmen geschickt.

So sind die Taxifahrer angehalten, nur vor dem Mattheiser Hof, in dem im Anschluss an den Umzug gefeiert wird, Fahrgäste aufzunehmen und nicht mehr an der Hauptstraße, an der im vergangenen Jahr der Unfall passiert ist. Der Bereich der Bushaltestelle an der B.53 ist durch die vielen parkenden Autos ein Gefahrenbereich und muss, so eine Auflage für die Veranstalter, ausgeleuchtet werden. Außerdem wird in diesem Bereich die Höchstgeschwindigkeit auf 30 beschränkt.

Auch für die Zugteilnehmer gibt es einige Neuerungen. Zu den Auflagen gehört unter anderem die Beschränkung der Zugmaschinen auf zwei Meter Breite und 4,50 Meter Höhe. Die Wagen dürfen nicht breiter als 2,50 Meter sein.

Die Räder der Wagen müssen bis auf 20 Zentimeter über dem Boden abgedeckt sein.

Jeder Ausschank von Getränken vom Wagen aus ist verboten, damit die Zuschauer gar nicht so dicht an die Fahrzeuge herankommen. Vier mit Sicherheitswesten ausgestattete Leute müssen neben den Wagen hergehen, um sie zu sichern.

Krämer kündigt an, dass die Einhaltung der Auflagen von den Organisatoren und der Polizei überprüft werden.
Extra

Überschattet wurden die Karnevalsfeierlichkeiten in Graach im vergangenen Jahr durch einen schweren Unfall.
Kurz nach Mitternacht war der Fahrer eines schweren Wagens mit überhöhter Geschwindigkeit ungebremst auf das Heck des Taxis aufgeprallt. Die Droschke schleuderte 40 Meter weit in den Graben. Die Taxifahrerin, die an der Bundesstraße.53 in der Nähe der Bushaltestelle auf Fahrgäste gewartet hatte, starb noch an der Unfallstelle. Der Fahrer, der 1,8 Promille Alkohol im Blut hatte, blieb unverletzt.
Der Mann ist im Oktober 2014 vor dem Amtsgericht Bernkastel-Kues zu einer Freiheitsstrafe von 18 Monaten ohne Bewährung verurteilt worden. noj