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Schluss mit lustig in Arzfeld: Culturverein hat seine Tätigkeit eingestellt - Helfer und Unterstützung fehlen

Schluss mit lustig in Arzfeld: Culturverein hat seine Tätigkeit eingestellt - Helfer und Unterstützung fehlen

Düstere Aussichten für die Jecken: Der Arzfelder Culturverein lässt sein Vereinsleben bis auf Weiteres ruhen. Das hat der Vorstand in seiner jüngsten Jahreshauptversammlung beschlossen. Es wird in der Session weder eine Kappensitzung noch einen Karnevalsumzug geben.

Der erste Karnevalsumzug im Jahr zog traditionell immer in Arzfeld durch die Straßen - und war bei den Vereinen und Zuschauern heiß begehrt. Der Andrang war groß, jeder wollte mit seinem Wagen und seiner Gruppe dabei sein.

Doch schon in diesem Jahr geriet der ausrichtende Arzfelder Culturverein (ACV) ins Straucheln . Der Zug wurde abgesagt. Als Grund wurde schon damals ein personeller Engpass angeführt. Es sei immer schwieriger geworden, den Zug personell zu bestücken, obwohl einige Mitglieder und Karnevalisten sich extra Urlaub genommen hätten, um den Zug zu stemmen, sagte damals Michael Wilhelm, Erster Vorsitzender des ACV. An der Situation hat sich seitdem nichts geändert. Im November berief der Verein zum dritten Mal in diesem Jahr eine Hauptversammlung ein, doch von den 80 Mitgliedern kamen insgesamt nur zwölf, den Vorstand mitgezählt. "Bei der ersten Hauptversammlung ist außer dem Vorstand nur noch eine Person gekommen, bei der zweiten drei und jetzt zwölf - dasselbe passiert, wenn wir Veranstaltungen organisieren wollen - da kommt dann keiner", sagt Wilhelm.

Deshalb habe der Vorstand nun die Konsequenzen gezogen. "Der Verein ruht bis auf Weiteres", sagt der Vorsitzende. "Wir machen nächstes Jahr gar nichts, keine Kappensitzung, keinen Kinderkarneval und keinen Umzug - vielleicht werden die Leute dann mal wach."

Persönlich bedauert er die Entwicklung sehr. Am meisten leid tut ihm, dass auch der Kinderkarneval nicht mehr stattfinden wird. Auch die Karnevalswagen werden nicht mehr durch Arzfeld ziehen, aus dem gleichen Grund: keine Helfer, zu viel Aufwand, zu hohe Kosten.

Seit die Turnhalle der Grundschule aus Brandschutzgründen nicht mehr für die anschließende Feier genutzt werden konnte, hatte der Verein ein Zelt gemietet und aufgestellt. In diesem Jahr aber schon nicht mehr. "Zum Glück", sagt Wilhelm, "da war zu der Zeit gerade das verheerende Unwetter."

Seit drei Jahren ist Michael Wilhelm Vorsitzender des ACV. Ganz aufgeben möchte er noch nicht: "Es wird im kommenden Jahr noch einmal eine Jahreshauptversammlung geben, vielleicht ist dann ja das Interesse größer", hofft er.

Peter Antweiler, Bürgermeister von Arzfeld, bedauert die Entwicklung: "Es ist schade, dass die Karnevalstradition, die in Arzfeld immer sehr gut war, nicht mehr stattfindet." Noch in dieser Woche gibt es ein Treffen mit den Vertretern der Vereine, wo er das Thema ansprechen wird.Meinung

Flagge zeigenDas ist eine richtig schlechte Nachricht für die Freunde der fünften Jahreszeit: In Arzfeld wird der Karneval begraben. Keine Helfer, zu viele Auflagen, Erschöpfung und Frust bei den Organisatoren. Über mangelnde Nachfrage konnten sich die Arzfelder nicht beschweren. Da dort traditionell der erste Umzug der Session durch die Straßen rollte, war das Interesse groß - nur bei den Helfern nicht. Denn die wurden immer weniger. Doch ein Hintertürchen steht noch offen: Wenn die Arzfelder ihren Karneval zurückhaben wollen, dann müssen sie sich aufrappeln und beim nächsten Vereinstreffen Flagge zeigen. s.glandien@volksfreund.de