Bau-Boomtown-Bitburg

Vielleicht liegt es ja daran, dass in Bitburg ein Schatz versteckt ist. Denn irgendwo muss das viele Geld ja sein, das früher alljährlich fröhlich für Cascade und Co. ausgegeben wurde. Und jetzt haben wir nur noch ein Haushaltsloch.

Dass befindet sich meines Wissens nach in der Stadtverwaltung. Denn die Finanzen der Kommune sind ja bekanntlich im Keller. Jedenfalls habe ich den Eindruck, als ob überall in der Stadt neu gebaut wird. Egal, ob da ein Haus stand oder nicht. Herzlich willkommen im Bau-Boomtown-Bitburg. Nun soll auch noch der Lindenhof dran glauben. Der war ja so etwas wie eine Kultkneipe - sicherlich nicht wegen des exquisiten Ambientes. Aber vielleicht war es ja der leicht morbide Sperrmüll-Charme des Inventars, der die Atmosphäre ausgemacht hat. Und auch die Raiffeisenbank will ein Stück Brache an der Güterstraße - die zum Bahnhof führt und nicht wie der TV schrieb die Bahnhofstraße, die zum Gütern führt - ähh, wo war ich ich gerade?… ja, genau… beleben. Und selbst die Stadt will besagte Straße endlich bis zum Südring verlängern. Und das nach nur fünf oder zehn Jahren Planung mit Schranke hin oder her. Gottseidank bleibt bei der Post gegenüber vom Lindenhof erst einmal alles beim Alten. Nicht, dass es den Herrn Oberpostmeistern am Ende so geht wie den Kollegen vom Spittel. Den wurde die Filiale unterm Hintern weg verkauft. Außerdem würde der Bürgermeister den freundlichen Briefmarken-Verkäufer lieber heute als morgen die Bude über dem Kopf abreißen. Bei so viel Bauschutt könnte er dann gleich die Studenten-Entwürfe fürs Gelände mitentsorgen. Die sollen ja auch im Keller des Rathauses verschwunden sein und gleich neben dem Haushaltsloch liegen. Mal sehen, ob die für die kommende Stadtratssitzung hervorgekramt werden.

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