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Konzert
Konzerte hautnah im Dorf erleben

Der Blick von der Empore auf die Bühne der ehemaligen Synagoge in Wawern, wo Veranstalter Christof Kramp neben dem Klavier steht.
Der Blick von der Empore auf die Bühne der ehemaligen Synagoge in Wawern, wo Veranstalter Christof Kramp neben dem Klavier steht. FOTO: Dirk Tenbrock / Dirk tenbrock
Wawern. Die Wawerner Synagoge hat sich als extravaganter Konzertsaal entpuppt. Für einen Star ist sie sogar sein Lieblingsort.

Seit mehr als 20 Jahren finden in der ehemaligen Synagoge im Weinort Wawern an der Saar nun schon Veranstaltungen statt. Was ehemals Hans Greis und seine Mitstreiter als Wawerner Kulturtage alleine stemmten, hat mittlerweile mit dem Saarburger Kulturveranstalter Christof Kramp einen rührigen Unterstützer gefunden. Dessen Agentur StationK lädt dort zu rund zehn Konzerten im Jahr ein, und der Zuspruch wächst.

Dabei ist es die Vielfalt der Künstler und ihrer Musik, die die Besucher aus der gesamten Großregion in das 600-Seelen-Dorf zieht. Die Einzigartigkeit des ehemaligen jüdischen Gotteshauses tut ein Übriges. Kaum ein Künstler, der nicht von der intimen Atmosphäre des im Inneren über zehn Meter hohen Saales mit Empore beeindruckt ist. Sebastian Krumbiegel, Frontmann der berühmten Leipziger A-Cappella-Truppe Die Prinzen, bezeichnet die Synagoge sogar als den schönsten Konzertraum, in dem er je aufgetreten ist, wie Christof Kramp im Gespräch mit dem Trierischen Volksfreund stolz berichtet.

„Leise Sachen, überwiegend akustisch und textbetont, funktionieren hier am besten“, sagt Kramp. Auch Wolf Maahn oder Peter Horton, nur mit ihren Gitarren „bewaffnet“, brachten die Zuschauer hier schon zum Jubeln. Nur rund 90 Plätze hat der Raum, da stellt sich automatisch eine große Intimität ein, die Zuschauer Aug’ in Aug’ mit den Künstlern, jeder Schweißtropfen ist sichtbar, jede Reaktion ist unmittelbar und hautnah erfahrbar. Kramp legt seinen Fokus nicht auf Großveranstaltungen, geht „weg von dem, was jeder macht“ (Kramp), ein bisschen Anspruch muss es schon sein. Die Auswahl seiner Künstler aus der sogenannten „zweiten Reihe“ ist exquisit.

Als ersten Höhepunkt des Konzertjahres präsentiert er am Freitag, den 9. März, um 20.30 Uhr das walisische Duo Zervas & Pepper mit folkloristischer Songwriterkunst und sanften Hymnen, erzählt Kramp. Besonders haben es ihm die deutschsprachigen Singer-Songwriter wie Gisbert zu Knyp­hausen angetan, mit den Bruckner-Brüdern kommen am 7. April (20.30 Uhr) zwei Vertreter des Genres zu Besuch. Sie haben schon als Vorgruppe bei Gregor Meyle und Mark Forster reüssiert.

Am Muttertag (13. Mai, 19.30 Uhr) gibt es Kultmusik: Der Trierer Barde Andreas Sittmann lädt zu einem Reinhard-Mey-Abend. „Über den Wolken und „Gute Nacht, Freunde“, Gänsehaut garantiert. Begleitet wird Sittmann an diesem Abend von der Geigerin Isabell Krohn.

Mulo Francel, der Saxofonist der mit dem Echo Jazz für den besten Live-Act des Jahres gekürten Band Quadro Nuevo, spielt am Mittwoch, 12. September, in der Synagoge. Der Autodidakt vom Chiemsee ist auf den Bühnen der Welt zu Hause. Er lotet die Grenzbereiche zwischen Jazz, Klassik und Weltmusik aus. Das Improvisieren verbindet er mit seinen Vorlieben für Tango, mediterrane Musizierkunst und alteuropäische Melodien.

  Ein Wiedersehen gibt es dann am Samstag, 29. September, mit dem Sänger, Schauspieler und ehemaligen Tatort-München-Star Michael Fitz an der Gitarre. Schon im letzten Jahr war Fitz in der Synagoge und zunächst etwas verschreckt von der intimen Atmosphäre der Synagoge. Nach dem Konzert strahlten jedoch Künstler und Publikum unisono, man muss sich halt auch einlassen auf diesen ungewöhnlichen Ort.

Karten im Vorverkauf gibt es im TV-Servicecenter Trier, bei der TV-Tickethotline unter 0651/7199–996 sowie unter www.ticket.volksfreund.de. Auch in den Touristinformationen in Konz und Saarburg werden Tickets verkauft.