| 16:36 Uhr

Bernkastel-Wittlich wird zum Surferparadies

Wittlich/Bernkastel-Kues. Der Kreis Bernkastel-Wittlich will den Ausbau des Breitbandnetzes vorantreiben. Bis 2018 sollen mindestens 95 Prozent aller Haushalte über schnelles Internet verfügen. Finanziert werden könnte das Vorhaben fast komplett mit Geld aus Landes- und Bundesförderprogrammen. Petra Willems


Fast alle Bewohner des Landkreises Bernkastel-Wittlich haben gute Chancen, bis 2018 über eine schnelle Internetverbindung zu verfügen. Ausbauziel ist es, mindestens 95 Prozent der Haushalte und Unternehmen an eine Internetverbindung anzuschließen, die mindestens 30 Mbit pro Sekunde schnell ist, und mindestens 85 Prozent der Haushalte und Unternehmen an eine 50-Mbit-Internetverbindung anzuschließen.

Laut einer Machbarkeitsstudie des Tüv Rheinland, die Jörg Müller den Mitgliedern des Kreistags vorgestellt hat, können im Kreisgebiet sogar 99 Prozent aller Haushalte und Gewerbetreibenden mit einer Internetgeschwindigkeit von 50 Mbit angeschlossen werden.

Unter das fehlende eine Prozent fallen Anschlüsse, die weit außerhalb der Gemeindegrenzen und Gewerbegebiete liegen. Der Anschluss aller Haushalte im Kreisgebiet würde laut der Tüv-Studie mehr als 20 Millionen Euro kosten. Müller: "Das ist unverschämt teuer und nicht mehr finanzier- und förderbar." Sie können jedoch mit bis zu 25-Mbit-Leitungen angeschlossen werden. Denn finanziert werden soll das Vorhaben, dessen Kosten derzeit auf 12,5 Millionen Euro geschätzt werden, fast komplett durch Landes- und Bundesfördermittel.

Das Land stellt für den kreisweiten Breitbandausbau eine Förderung von 40 Prozent der Gesamtkosten in Aussicht, 50 Prozent der Bund, beide Programme können kombiniert werden.Der Kreis selbst, der sich für beide Förderprogramme bewerben will, hat bereits vorsorglich eine Million Euro in seinen Haushalt für den Breitbandausbau eingestellt.

Mit einer Mindestübertragungsgeschwindigkeit von 16 Mbit pro Sekunde kann man Internetfernsehen schauen. Als Standardgeschwindigkeit für das Versenden von E-Mails gelten acht Mbit pro Sekunde. Derzeit verfügen laut Breitbandatlas 86 Prozent der Haushalte im Land über 16 Mbit/Sekunde und mehr, 69 Prozent haben mindestens 50 Mbit. Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) hatte Anfang des Jahres erklärt, dass bis 2018 alle Haushalte in Rheinland-Pfalz über diese Internetgeschwindigkeit verfügen können.