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Die Künstlerin Senne Simon zeigt Kindern ihre Skulptur für den Kita-Neubau St. Peter in Wengerohr.

Kultur : Ein Elefant aus einstigen Holzwänden

Die Künstlerin Senne Simon zeigt Kindern ihre Skulptur für den Kita-Neubau St. Peter in Wengerohr.

Was man in einem Kunstwerk entdeckt, liegt bekanntlich im Auge des Betrachters. Die Kinder der Kita St. Peter aus Wittlich-Wengerohr haben da schon recht konkrete Meinungen, als sie bei ihrem Besuch in der Hupperather Schreinerei Simon die Holzskulptur für den Eingangsbereich ihrer neuen Kita erkunden. „Das ist ein Elefant“, gibt sich eines der Mädchen überzeugt und hält zum Beweis das auf ein flaches Brettchen übertragene Grundmuster-Modell hoch. Das tatsächliche Holz-Kunstwerk ist gut zwei Meter hoch, und da braucht es schon etwas mehr Fantasie, um in den zahlreichen Rundungen den „Elefanten“ zu sehen. Entdecken, ertasten und die Fantasie anregen lassen – diese Methode der Kinder begrüßt die Schöpferin der Skulptur ausdrücklich. Deswegen hat die Wittlicher Künstlerin Senne Simon vor ihrem Besuch das Holz glatt geschliffen. Nur noch ein wenig Feinarbeit fehlt, dann ist das Objekt fertig.

Mit Sandpapier können die jungen Besucher auf den Brettchen-Modellen ausprobieren, wie das mit dem Feinschliff funktioniert. „Zum Schluss wird die Skulptur noch geölt, das macht das Holz beständiger“, erklärt Simon. Zum geplanten Umzug in den Kita-Neubau im Juli (der TV berichtete) steht das Kunstwerk also praktisch jetzt schon bereit. Es soll dort gleich hinter der Eingangstür aufgestellt werden.

Bis zum heutigen Aussehen waren allerdings zahlreiche Arbeitsschritte notwendig. Zu Beginn, im Januar dieses Jahres, gab es nur Bretter aus Tannen- und Fichtenholz. Überwiegend waren es Reste vom Bau der aus Holz errichteten Kita. Mit einer Spezialmaschine in der Schreinerei Simon, einer sogenannten CNC-Fräse, bekamen die Teile eine erste Grundform und wurden anschließend zu einem Turm verleimt. „Daraus habe ich dann die Skulptur geformt – zunächst mit der Kettensäge, dann mit Schleifmaschinen und mit Hammer und Beitel für die Feinarbeit“, erzählt die Bildhauerin und Malerin.

Das inzwischen fast fertige Werk nehmen die Kinder sofort in Beschlag – auf den vielen Wölbungen lassen sich hervorragend verschiedene Sitz- und Liegepositionen austesten. Der Besuch in der Schreinerei ist nicht der erste Ausflug dieser Projektgruppe. „Wir waren schon dort, wo Bäume heranwachsen, haben zugesehen, wie ein Baum gepflanzt wird und wie ein anderer gefällt wird“, berichtet Erzieherin Andrea Lorenz von einigen Stationen. Wenn man in eine neue Kita aus Holz umzieht, ist es gut, etwas über diesen Baustoff zu lernen – aus dieser Idee ist die Projektgruppe im Kindergarten entstanden. Die Stiftung der Stadt Wittlich, Bauherrin der Kita, unterstützt mit Fördergeld. „Zum Abschluss würden wir dann nach dem Umzug gerne noch ein Bäumchen auf unserem neuen Außengelände pflanzen“, kündigt Lorenz an.