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Schöner, lebenswerter, zukunftsfähiger

Wie wird der Flecken in fünf Jahren aussehen? In parteiübergreifenden Arbeitsgruppen haben die Ratsmitglieder Schöneckens einen Fahrplan für die laufende Legislaturperiode entwickelt. TV-Foto: Frank Auffenberg
Wie wird der Flecken in fünf Jahren aussehen? In parteiübergreifenden Arbeitsgruppen haben die Ratsmitglieder Schöneckens einen Fahrplan für die laufende Legislaturperiode entwickelt. TV-Foto: Frank Auffenberg
Schönecken. Schönecken nicht nur sanieren, sondern auch für alle Bürger attraktiver machen: Das ist das Ziel der Mitglieder des Schönecker Gemeinderats. Sie haben zusammen einen Fahrplan für die nächsten fünf Jahre entwickelt. Frank Auffenberg

Schönecken. Mit Nachdruck und vielen Ideen wird seit mehr als 13 Jahren an der Ortskernsanierung des Fleckens gearbeitet. Es sind nicht nur kleine Schritte, sondern regelrechte Sprünge, die mit dem Bau des Gemeindehauses "Forum im Flecken" und der fürs Frühjahr anstehenden Sanierung der Ortsdurchfahrt gemacht wurden.
Doch was bringt ein schönes Schönecken, wenn die Neubürger ausbleiben? Herzlich wenig - und genau deswegen hat der Gemeinderat, koordiniert vom Ortsbürgermeister Matthias Anthony, damit begonnen, das Konzeptpapier Schönecken 2020 zu entwickeln.
Immobilienmesse geplant


"Es ist als grober Fahrplan gedacht für unsere Arbeit bis zur nächsten Wahl 2019", sagt Antony. Über allem stünden die Fragen: "Wo kommen wir her, wo wollen wir hin und wie kann der Rat weiter vorgehen, um seine selbst gesetzten Ziele zu erreichen?"
Besonders in vier Arbeitsfeldern sieht der Rat Handlungsbedarf: Touristik, Wohnungsmarkt, Kinder- und Familienfreundlichkeit und Senioren.
Vergleichbar mit den Ausschüssen des Bundestags, in denen auch bestimmte Fragen parteiübergreifend in kleinen Gremien geklärt werden, wurde in der letzten Sitzung 2014 beschlossen, Arbeitsgruppen zu allen vier Themen zu gründen. Sie haben mittlerweile ihre Arbeit aufgenommen.
"Mir ist wichtig, dass die Ziele der Gruppen nicht zu hochgesteckt und realisierbar sind", sagt Antony. Zum Beispiel könne die Gemeinde in Sachen Wohnungsmarkt selber nur schwer aktiv werden, sei aber durchaus in der Lage, eine Art Immobilienmesse zu initiieren. "Alle Anbieter wie die Banken, Immobilienbüros und auch private Anbieter könnten wir zusammenbringen und ihnen das ,Forum im Flecken\' für eine Veranstaltung anbieten", sagt der Ortsbürgermeister.
Jan Herbst (CDU) regt als Mitglied der Arbeitsgruppe (AG) Wohnungsmarkt zudem eine Bestandaufnahme an: "Die tatsächlichen Leerstände müssen unbedingt mal erfasst werden."
Hilfe erwartet Antony dabei vom Ortskernsanierungsbüro. "Es ist eigentlich sogar dessen Aufgabe, aber es ist aktuell nicht besetzt. Im Frühjahr wird es aber wohl wieder seine Arbeit aufnehmen und uns dann dabei helfen können."
Auch die AG Senioren entwickelte bereits erste Ideen. Sie plant unter anderem, als ersten Schritt eine Art Kummerkasten aufzuhängen. "Für viele ältere Bürger ist die Treppe zum Bürgermeisterbüro einfach nicht erklimmbar", sagt Martina Dambly (CDU).
Angebote für Senioren


Ebenfalls auf der Agenda: eine Karte zum barrierefreien Schönecken. "Sie soll einfach übersichtlich zeigen, welche Angebote im Ort mit Rollatoren, Rollstühlen oder Kinderwagen gut erreichbar sind."
Denkbar sei auch, einen Internetkurs für Senioren anzubieten oder auch eine Art Seniorenbörse, in der ältere Schönecker mit jungen Familien zusammengebracht werden, sagt sie. "Wir würden quasi Leihomas und -opas vermitteln." Hier würden die Felder Senioren und Kinder- und Familienfreundlichkeit auch zusammenkommen, merkt Antony an. "Wir müssen sowohl für ältere Bürger als auch Familien attraktiv bleiben. Dazu gehört vielleicht auch, sich Gedanken über unser Spielplatzangebot zu machen. Das kann auch heißen, dass die Gemeinde nach fünf Jahren wieder in die Einrichtung oder Sanierung eines Platzes investieren muss", betont er.
Eine besondere Bedeutung komme dem Tourismus zu, sagt Daniela Dicks (FWG). Ganz oben auf der Liste: neue Informationstafeln für Besucher.
"Hier sind wir bereits weit vorangekommen. Der Verkehrs- und Gewerbeverein ist da schon dran", sagt Antony. "Für uns sind vor allem die Tagestouristen wichtig", sagt Dicks. Man setze einen Schwerpunkt auf die Rad-, Wander- und Motorradtouristen.
Doch auch das neue, im letzten Frühjahr eingeweihte Gemeindehaus "Forum im Flecken" müsse in die Planungen einbezogen werden, sagt Antony. "Wir haben da wirklich etwas Besonderes stehen."
Nur wenige Gemeinden könnten Veranstaltern einen Raum dieser Art anbieten. "Das müssen wir einfach publik machen."
Es gebe viel zu tun, merkt der Ortsbürgermeister an. Nicht alles sei sofort umsetzbar, aber langfristig sei es wichtig, die gemeinsame Marschrichtung festzulegen.