„Versteckspiel“ bei Zucker in Lebensmitteln

„Versteckspiel“ bei Zucker in Lebensmitteln

Zucker bleibt Zucker: Mit Stoffen wie Glukosesirup oder Süßmolkepulver versuchen Hersteller, den wahren Gehalt der süßen Zutat in ihren Produkten zu verschleiern. Verbraucherschützer dringen auf verständliche und eindeutige Informationen.

Die Packungsangaben vieler Lebensmittel

verschleiern aus Sicht der Verbraucherzentralen den Zuckergehalt. Bei einer Untersuchung von 276 Produkten seien neben Zucker 70 weitere Bezeichnungen für süßende Zutaten gefunden worden, teilte der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) in Berlin mit. Durch Stoffe mit hohem Zuckergehalt wie Glukosesirup oder Süßmolkepulver werde Kunden auf den ersten Blick ein geringerer Zuckergehalt suggeriert. Vzbv-Chef Gerd Billen forderte, „Schluss mit dem Versteckspiel in der Zutatenliste“ zu machen. Dafür müssten auch die Zucker-Definitionen in Vorschriften vereinheitlicht werden.

„Wenn Zucker oder Süßmacher enthalten sind, muss das klar und verständlich auf der Verpackung stehen“, sagte Billen. Zudem sei es nötig, bei der Lebensmittelüberwachung Produkte stärker auf mögliche Irreführung bei Nährwertangaben zu prüfen. Entsprechende Tabellen seien erst ab 2016 gesetzlich vorgeschrieben.

In der Untersuchung enthielt eine gefüllte Waffel mit Cerealien und Schokoladen-Überzug elf Zutaten, die zum Zuckergehalt beitragen, wie der vzbv erläuterte. Dazu gehörten etwa auch Maltodextrin,

Milchzucker oder Vollmilchpulver. Daraus resultierte ein Gehalt von 45,4 Gramm Zucker pro 100 Gramm. In der Zutatenliste, die nach Menge sortiert ist, wurde Zucker als eigene Zutat aber erst im hinteren

Mittelfeld aufgeführt.

Für einen schnellen Überblick fordert der vzbv, den Gehalt an Zucker, Fett und Salz mit Symbolen in rot, gelb und grün auf der Packung anzugeben.

Untersuchung zum Zuckergehalt (pdf)

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