Eifel-Literatur-Festival zieht wie nie, Mosel Musikfestival verbucht Verluste

Zwei Kulturmacher ziehen Bilanz : Eifel-Literatur-Festival zieht wie nie, Mosel Musikfestival verbucht Verluste

Das Eifel-Literatur-Festival boomt, das Mosel Musikfestival verliert Besucher.

Die größten Kulturfestivals der Region haben ihre Bilanzen für 2018 vorgelegt. Unterschiedlicher könnten diese kaum ausfallen: Das Eifel-Literatur-Festival freut sich über einen Rekord. Bekannte Autoren lockten 14 200 Besucher – 2000 mehr als 2016. Die Hallen konnten oft gar nicht groß genug sein. Das Mosel Musikfestival hingegen verzeichnet einen Rückgang: Nur 11 000 Gäste kamen. Deutlich weniger als 2017 (16 500) oder 2016 (13 000) – obwohl Presse und Publikum das Niveau lobten.

Josef Zierden, Chef des Literatur-Festivals, führt den Erfolg darauf zurück, dass der breite Themenmix und die Mischung zwischen Anspruch und Unterhaltung gut ankamen. Bestsellerautoren wie Sebastian Fitzek und Charlotte Link waren ebenso dabei wie die Nobelpreisträgerin Swetlana Alexijewitsch, Zsuzsa Bank oder Sven Regener. Wer lachen wollte, wurde ebenso fündig, wie jene, die spirituellen Rat suchen, sich für Geschichte interessieren oder für Biologie begeistern.

Tobias Scharfenberger, Intendant des Mosel Musikfestivals, betont, seine Zahlen seien sehr differenziert zu betrachten. Denn 2017 lockte ein Konzert zu Rolf Zuckowskis 70. Geburtstag allein 3700 Besucher in die Arena – und sorgte für eine prächtige Vorjahresbilanz. Vergleicht man Scharfenbergers Zahlen mit denen, die sein Vorgänger Hermann Lewen üblicherweise vorlegte, so bleiben sie 15 Prozent dahinter zurück. Scharfenberger erklärt dies zum einen mit dem Intendantenwechsel nach 32 Jahren. Zum anderen mit dem heißen Sommer und vielen Parallelveranstaltungen. Die interessanteste Beobachtung sei aber, dass vermeintliche Zugpferde und Stars nicht mehr immer ein volles Haus garantierten. Der Trend gehe zu kleinen Formaten an besonderen Orten oder mit gastronomisch-kulinarischem Erlebnis. Ob Musik und Literatur einfach nicht vergleichbar sind? Zierdens Zugpferde jedenfalls zogen: Allein Fitzek lockte 1500 Besucher nach Wittlich. Insgesamt standen 2000 Namen auf der Festival-Warteliste. Eher größer als kleiner wäre Zierdens Devise.

Lange Schlangen vor den Lesungen