Lärm kontra Tourismus

BITBURG-MÖTSCH. (ttl)Die Frist für Widersprüche gegen die erweiterte Fluggenehmigung auf dem Flugplatz Bitburg ist abgelaufen. Insgesamt 700 Einwendungen sind bei der Landesluftfahrtbehörde auf dem Flughafen Hahn eingegangen. Beim "aktuellen Mittagsmagazin des SWR 4" legten Befürworter und Gegner des Instrumentenflugbetriebs ihre Argumente dar.

Für eine Radio-Stunde war Bitburg-Mötsch der Nabel der Eifel. Der Stadtteil liegt parallel zur Rollbahn des Flugplatzes Bitburg, um den es im Mittagsmagazin in der Sendung des SWR 4 ging. Zusammengekommen waren Befürworter und Gegner der erweiterten Fluggenehmigung für den Flugplatz Bitburg. Die Genehmigung soll unter anderem den Betrieb mit Flugzeugen über 14 Tonnen Abfluggewicht ermöglichen. In der Nacht sollen dann bis zu sechs Flüge möglich sein. Michael Billen, Aufsichtsratsvorsitzender der Flugplatz Bitburg GmbH, war nicht zur Sendung gekommen. Ein Interview mit ihm wie mit dem Leiter der Landesluftfahrtbehörde vom Hahn, Gernot Keßler, war zuvor aufgezeichnet worden: "Wir haben gute Straßen. Was wir noch brauchen ist auch die Infrastruktur Luft", sagte Billen. Sein Ziel ist es, in Bitburg einen Industrieflugplatz aufzubauen, um Arbeitsplätze zu schaffen. Axel Simon, Privatflieger und stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der Flugplatz Bitburg GmbH, kam als Vertreter der Wirtschaft. Er schätze vor allem die Sicherheit und Präzision, die durch den Instrumentenflug gewährleistet werde, erklärte er. Außerdem könne es der Region einen wirtschaftlichen Aufschwung geben, wenn sich flugaffines Gewerbe ansiedele. "Die Chancen dazu stehen sehr gut", erklärte Simon. Dass eine erweiterte Fluggenehmigung für den Flugplatz Bitburg den "Mallorca-Tourismus" ankurbeln könne, davon ist Peter Heck vom Hotel "Eifelstern" überzeugt (der TV berichtete). Nur mit einem Schild vor der Tür "Schnitzel besonders günstig" sei das Hotel mit 1100 Betten nicht zu füllen. Einen Katalog an Argumenten gegen den Instrumentenflug hatte der Vorsitzende des Vereins "Bürger gegen Nachtflug", Ludwig Kewes, mitgebracht. Für ihn sei nicht entscheidend, wie laut ein Flugzeug sei, sondern dass es die Nachtruhe störe. Auch Heinz Franke, Ortsvorsteher von Mötsch, fürchtet, dass der Fluglärm mit dem Schließen der Fenster nicht draußen bleibt. Bei Schulungsflügen fiele außerdem weniger die Lautstärke ins Gewicht, sondern die ständig wiederkehrenden nervenden Geräusche, sagte Kewes. In den Einwendungen an die Landesluftfahrtbehörde wurden bei der Veranstaltung drei Befürchtungen laut. Gernot Keßler zählte sie auf: Die Menschen seien in Sorge vor erhöhtem Fluglärm. Aber auch die Beeinträchtigung der Gesundheit und die Angst vor einer Wertminderung der Immobilien stünden oben auf der Sorgenliste. Wann es zu einer Entscheidung über die erweiterte Fluggenehmigung für den Flugplatz Bitburg kommt, konnte Keßler noch nicht sagen. "Zunächst muss die Landesluftfahrtbehörde die Einwendungen analysieren", erklärte er.