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Fluchtröhre: Baubeginn soll 2018 sein

 Der Burgbergtunnel bekommt eine Fluchtröhre. TV-Foto: Klaus Kimmling
Der Burgbergtunnel bekommt eine Fluchtröhre. TV-Foto: Klaus Kimmling FOTO: ARRAY(0x13e23200)
Bernkastel-Kues. Über die Notwendigkeit, den 555 Meter langen Burgbergtunnel in Bernkastel-Kues mit einer Fluchtröhre auszustatten, wird weiter gestritten. Doch kommen wird sie, und teurer als geplant wird sie auch. Gut für die Stadt: Sie muss nichts zu den Kosten von 6,8 Millionen Euro beisteuern.

Bernkastel-Kues. Burgbergtunnel, Fluchtröhre: Da war doch was. In der schnelllebigen Zeit ist das Projekt aber fast schon wieder in Vergessenheit geraten. Landrat Gregor Eibes hat es aus der Versenkung geholt. "Der Bewilligungsbescheid liegt vor", berichtet er. Das Mainzer Verkehrsministerium habe mitgeteilt, dass das Land 88 Prozent der Kosten für eine Fluchtröhre im Burgbergtunnel in Bernkastel-Kues übernimmt. Ministeriumssprecherin Susanne Keeding bestätigt das.
Kosten detailliert ermittelt



Der Zuschuss beträgt bei mittlerweile 6,8 Millionen Euro Gesamtkosten somit knapp sechs Millionen Euro. Anfang des Jahres standen noch Kosten von 6,5 Millionen Euro im Raum. "Die Erhöhung ist auf eine detailliertere Kostenermittlung zurückzuführen", sagt Manuel Follmann, Pressesprecher der Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich. Planung, Ausschreibung und Bauleitung liegen in der Hand des Landesbetriebs Mobilität (LBM) Trier. Von dort kam Anfang Januar 2016 die Meldung: Voraussichtlicher Baubeginn der Fluchtröhre ist 2017. Doch das kommende Jahr wird noch mit Planungen und anderen Vorbereitungen ausgefüllt sein.
Hans-Michael Bartnick, stellvertretender Leiter des LBM, rechnet mit einem Baubeginn im Januar 2018. Seit Jahren wird über die Notwendigkeit einer Fluchtröhre diskutiert. Die EU fordert in einer Richtlinie eine solche bei einer Tunnellänge von mehr als 400 Metern. Bund und Land schlossen sich an. Vor Ort herrscht dagegen die Meinung, dass eine solche Regelung für das etwa 555 Meter lange Bauwerk überflüssig ist.
Die Stadt kündigte mehrfach an, sich auch nicht an den Kosten zu beteiligen. In Rede stand, dass sich Kreis und Stadt die verbleibenden zwölf Prozent der Bausumme teilen.
Mittlerweile gibt es hier Klarheit. Die Stadt muss, so Manuel Follmann, nichts zahlen. Eine Beteiligung sei weder gesetzlich, noch aus dem bestehenden Vertrag heraus herzuleiten. Der Kreis sei der Baulastträger. Genauso hatte auch die Stadt argumentiert.
Port: Projekt unnötig



Der Burgbergtunnel wurde im Mai 1997 eröffnet. Er entlastet die Altstadt von Bernkastel vom Durchgangsverkehr. Etwa 6000 Fahrzeuge nutzen ihn täglich. Für den Schwerlastverkehr und Busse (außer Linienverkehr) ist er gesperrt. Die Baukosten beliefen sich auf etwa 17,5 Millionen Euro.
Der Anteil der Stadt belief sich auf 2,78 Millionen Euro. Vor einigen Jahren erfolgte bereits eine technische Nachrüstung der Leittechnik (Beleuchtung, Sensorik, Funkanlage) für mehr als eine Million Euro (der TV berichtete).
Auch wenn die Stadt nichts beisteuern muss - an der Einstellung über Sinn oder Unsinn des Projektes hat sich nichts geändert. "Der Tunnel ist unnötig", gibt Stadtbürgermeister Wolfgang Port den Tenor aus dem Stadtrat wieder. "Das ist eine Vergeudung von Steuermitteln."
Geplanter Ablauf des Bauprojektes im Burgbergtunnel: Im Januar 2017 beginnen die Planungen. Ebenfalls zu Jahresbeginn werden auch die Unterlagen für die Ausschreibung erstellt. Das dauert, so der Landesbetrieb Mobilität Trier, voraussichtlich bis in den Juli. Veröffentlicht werden soll die Ausschreibung im August. Die Submission erfolgt im September. Im Oktober werden die Angebote geprüft und bewertet. Im November soll dann der Zuschlag erteilt werden. cb