| 21:34 Uhr

Messlatte für sauberes Wasser höher angelegt

Die Kläranlage Bruderbach wird aufgerüstet. TV-Foto: Herbert Thormeyer
Die Kläranlage Bruderbach wird aufgerüstet. TV-Foto: Herbert Thormeyer
Gleich drei Jahresabschlüsse hat die Verbandsversammlung abgesegnet und damit die beiden Bürgermeister Hans-Dieter Dellwo und Michael Hülpes als Vorsteher entlastet.

Thalfang. (doth) Wichtigster Beschluss der jüngsten Versammlung des Zweckverbands Bruderbach ist die Erweiterung der Anlage um zwei weitere ATS-Behälter und einen neuen Schlammspeicher. Zusätzlich soll eine stationäre Phosphat-Fällstation errichtet werden.

Die Betreiber der Kläranlage sowie die Verbandsgemeinden Thalfang und Hermeskeil wollen mit einer verbesserten Klärschlammbehandlung Geld sparen. Zunächst müssen jedoch mehr als eine Million Euro investiert werden. Was macht diese Aufrüstung notwendig? In einer ATS-Anlage ("Aerob thermophile Schlammstabilisation") wird der Klärschlamm mithilfe von Mikroorganismen behandelt, um weiter verwertet werden zu können. "Mit der gestiegenen Reinigungsleistung kann die Schlammbehandlung nicht Schritt halten", erklärte der Thalfanger Werksleiter Edwin Maßmann. Zur Vermeidung von Engpässen wurde überschüssiger Schlamm zu Kläranlagen der Umgebung transportiert. Die Kosten dafür, 2007 rund 72 000 Euro, sollen durch den Neubau der ATS-Anlage entfallen.

Wegen der Schwierigkeit, die sich mit der landwirtschaftlichen Verwertung von Klärschlamm abzeichnet, werden auch Mittel zur Schaffung eines zweiten Entsorgungsweges bereitgestellt. "Mit einer solaren Klärschlamm-Trocknung kann weiterhin eine landwirtschaftliche und eine biologische beziehungsweise thermische Verwertung erfolgen", erklärte Maßmann.

"Die Investitionen werden sich über die nächsten Jahre erstrecken", sagte Verbandsvorsteher Dellwo. Klärschlamm, der auf die Felder aufgebracht wird, müsse bestimmte Grenzwerte einhalten. Ferner müsse geprüft werden, ob sich dieser Dünger mit den jeweiligen Bodenverhältnissen vertrage, um eine Überdüngung zu vermeiden. Je sauberer das Wasser, das aus der Anlage kommt, umso mehr Klärschlamm falle an. Außerdem lege der Gesetzgeber die Messlatte immer höher, die anzeige, was "sauber" sei.

Mit der Vergabe von Ingenieurleistungen wurde die Verbesserung der Leistung der Gemeinschaftskläranlage Bruderbach jetzt auf den Weg gebracht.