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Als Wasserliesch noch zwei Kirchen hatte

Als Wasserliesch noch zwei Kirchen hatte

WASSERLIESCH. Die historische Fotografie von etwa 1915, aufgenommen vom Liescher Berg, zeigt das Obermoseldorf am rechten Flussufer. Im Zentrum des Ortes erkennt man noch die alte Kirche St. Aper von 1852 auf dem sie umgebenden Kirchhof.

Sie und ihre Vorgängerbauten standen auf den Grundmauern einer römischen Villenanlage, die als Kernzelle des Ortes Waserliesch gesehen werden muss. Im Jahr 1910 erfolgte am alten Ortsrand und in Nachbarschaft zum seit 1885 bestehenden Pfarrhaus der Neubau der heutigen Pfarrkirche (Architekt: Peter Marx, Trier) als repräsentative Stufenhalle im damals neuen Baustoff Eisenbeton. So wurde 1920 die alte Kirche im heutigen Marktplatzbereich aufgegeben und abgebrochen. Die Ortsmitte prägte zudem eine von der Albach gespeiste Mühle; zwei weitere Mühlen klapperten im wasserreichen Albachtal. Das heutige Wasserliesch entstand aus den beiden im Jahre 975 urkundlich genannten benachbarten Dörfern Luische und Riniche (Reinig). Durch den im 15. Jahrhundert auftretenden Zusatz Wasser-liesch wird eine Abgrenzung zu Liersberg geschaffen, das auf den gemeinsamen keltisch-treverischen Eigennamen Lucius zurückgeht. Wasserliesch und Reinig gehörten zu den Moselorten, die im zwölften Jahrhundert zu Luxemburg kamen und dessen Schicksal man bis 1794 und dem Einmarsch der französischen Revolutionstruppen sowie dem Ende der Feudalzeit teilte. Die wirtschaftlichen Verhältnisse von Wasserliesch in der Neuzeit waren weniger durch die Landwirtschaft als vielmehr durch Bruchstein- und Sandsteinabbau sowie Kalkbrüche um den Liescher Berg geprägt, die Steinbrecher, Steinmetzen, Kalkbrenner und Fuhrleute ernährten. Ein eigenes Gewerbe bildeten die zahlreichen Moselschiffer. Die verkehrsmäßige Erschließung des Dorfes verbesserte die 1878 eröffnete Eisenbahnstrecke Trier-Metz sowie der um 1930 erfolgte grundlegende Ausbau der Obermoselstraße. Vom Liescher Berg grüßen die um das Jahr 1700 als Wallfahrtskapelle errichtete Löschemer Marienkapelle und das auf der Granahöhe in Erinnerung an die Schlacht an der Konzerbrück (1675) im Jahr 1892 errichtete Grana-Denkmal.