Mehr Spielraum für die Kleinsten

Mehr Spielraum für die Kleinsten

Es ist gleich für sechs Kommunen ein wichtiges Projekt: 125 Quadratmeter mehr Platz wird der im Frühjahr startende An- und Umbau des Kindergartens in Zerf bringen, den auch die Jungen und Mädchen aus den fünf Nachbarorten Baldringen, Hentern, Paschel, Schömerich und Vierherrenborn besuchen. Zwölf Monate wird für 420 000 Euro bei laufendem Betrieb gearbeitet.

Im Frühjahr werden die 84 Kinder, die derzeit die kommunale Tagesstätte in Zerf besuchen, viel zu beobachten haben: Denn dann rollen große Baumaschinen an um erst einmal ein großes Loch zu buddeln. "Wo jetzt der Haupteingang ist, kommt ein Anbau davor, der 125 Quadratmeter groß wird und über zwölf Meter bis an den Parkplatz reicht", erklärt Architekt Michael Finkler seine weiteren Pläne.

Ist der Anbau fertig, gehen die Umbauarbeiten im Haupthaus weiter. Denn für die Kinder, die ab 2013 schon mit sechs Monaten kommen dürfen, müssen optimale Voraussetzungen geschaffen werden.

Bisher sind die 84 Kinder zwei bis sechs Jahre alt, wobei die Ganztagsplätze bereits im vorigen Jahr von 38 auf 40 aufgestockt wurden. "Die Nachfrage nach Ganztagsplätzen gerade für ganz kleine Kinder steigt enorm", weiß die Leiterin, Sylvia Sauermann. Derzeit stehen sechs Kinder unter drei Jahren auf der Warteliste.

Die Einrichtung macht sich mit einem Aufwand von 417 000 Euro fit für den Rechtsanspruch der Kinder ab sechs Monaten auf einen Platz ab 2013. 221 000 Euro davon schießen Land und Kreis zu.

Die restlichen 196 000 Euro übernimmt zu zwei Dritteln der Träger, die Ortsgemeinde Zerf, die mit 47 auch die größte Zahl an Kindern stellt. Das restliche Drittel teilen sich je nach Bevölkerungszahl Baldringen, Hentern, Paschel, Schömerich und Vierherrenborn. "Die Einigung kam recht zügig zustande", freut sich Beigeordneter Dieter Engelhardt, der zurzeit die Amtsgeschäfte für den erkrankten Ortsbürgermeister Manfred Rommelfanger führt. Die Bauarbeiten werden bei laufendem Betrieb rund ein Jahr dauern. "Darin sind wir erprobt, denn im vorigen Jahr wurde energetisch saniert und einige Fenster wurden ausgetauscht", sagt Leiterin Sauermann.

Kleinzentrum wird gestärkt

Der Kindergarten Zerf erhält mit dem neuen Anbau 125 Quadratmeter mehr Fläche und die Kinder mehr Platz zum Spielen und Toben. In einigen Wochen beginnen die Bauarbeiten. TV-Foto: Herbert Thormeyer/Plan: Michael Finkler.



Bis zum Herbst soll der Anbau mit Platz für eine zusätzliche Gruppe, ein Schlafraum für die Kleinen, das Büro der Kindergartenleitung und einem Wickelraum für unter Zweijährige fertig sein.

Danach wird im bestehenden Haus umgebaut. Das Essen für die Kleinen kommt künftig aus der eigenen Küche. In einen Waschraum, neuen Ess- und Mehrzweckraum, einen verlegten Personalraum und einen Werkraum im Untergeschoss wird der Kindergarten aufgeteilt sein.

Eine Küchenhilfe und eine Kinderpflegerin werden neu eingestellt. Die derzeit 100 Plätze werden auf 115 aufgestockt. 19 Plätze sind für Kinder unter drei Jahren reserviert.

Für Engelhardt ist der Ausbau des Kindergartens eine weitere Stärkung des Kleinzentrums Zerf: "Wer hier bauen will, fragt zuerst nach DSL, dann nach dem Kindergarten und der Schule." Vor steigenden Kosten brauchen die Eltern keine Angst zu haben. Seit zwei Jahren kostet der Besuch eines Kindergartens in Rheinland-Pfalz nichts mehr. Nur für das Mittagessen werden 2,75 Euro pro Tag erhoben. ExtraUmbau in anderen Kindergärten: Im Hochwald wird nicht nur die Tagesstätte in Zerf erweitert und umgebaut. Auch in anderen Orten laufen die Arbeiten entweder schon oder sie sind für die Zukunft geplant. In der Verbandsgemeinde Kell am See wird in Mandern bereits für 170 000 Euro umgebaut. In Greimerath sind im Bestand des Gebäudes Investitionen für 55 000 Euro vorgesehen. In Kell und Schillingen befindet man sich noch in einem frühen Planungsstadium, in dem die Kosten noch nicht endgültig feststehen. Gleiches gilt in der Verbandsgemeinde Hermeskeil für die Erweiterung des Kindergartens Neuhütten/Züsch und die städtische Tagesstätte Adolph Kolping, wo die Arbeiten 2012 beginnen sollen. Bereits in diesem Jahr werden in Hermeskeil die Kindergärten "Villa Kunterbunt" und "Rosa Flesch" (jeweils rund 590 000 Euro) erweitert. In Gusenburg wird derzeit im Bestand für 90 000 Euro umgebaut. Die Arbeiten in Beuren (670 000 Euro) und Reinsfeld (680 000 Euro) neigen sich bereits dem Ende entgegen. (ax)

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