Kunstwerk zum Vernaschen

Der 19-jährige Konditor-Lehrling Chi-Kuen Lau aus Bernkastel-Kues hat bei einem internationalen Wettbewerb für ein süßes Dekorationsstück den ersten Preis errungen. Lehrbetrieb ist die Konditorei Café Coblenz.

Bernkastel-Kues. (sim) Auf den ersten Blick wirkt das preisgekrönte Werk aus Zucker, Marzipan und Schokolade wie ein skurriles Gebilde, dessen Form einer Erklärung bedarf. Doch schaut man genauer hin, erkennt man deutlich einen Baum, aus dessen knorrigem Stamm ein Ornament mit vielen kleinen Blüten wächst und sich an der Spitze zu einem Herzen formt. Kaum zu glauben, dass dieses Objekt komplett essbar ist - besteht es doch zum größten Teil aus verschiedenen Schokoladensorten und Zucker.Geschaffen hat dieses süße Kunstwerk Chi-Kuen Lau. Der 19-jährige Konditor-Lehrling - seine Eltern stammen aus Hongkong und betreiben in Bernkastel-Kues ein China-Restaurant - hatte sich damit bei einem internationalen Wettbewerb beworben - genauer gesagt beim Wettbewerb der Féderation des Patrons Pâtissiers-Chocolatiers-Confiseurs et Glaciers Luxembourg. Vor zwei Wochen durfte der junge Mann in Luxemburg seinen Preis entgegennehmen. Mit dabei war sein Lehrherr Peter Böhm. Zunächst hatte Chi-Kuen Lau seine Idee als Entwurf gezeichnet und auf Papier gebracht. Die besten acht Entwürfe kamen in die Endausscheidung, aus der der kreative Jung-Konditor als Sieger hervorging. Das Thema lautete Apfel/Birne - daher auch die Idee mit dem Baum und der Herzform, die halb als Apfel und halb als Birne zu deuten ist. Gefüllt ist der verführerische Baum mit einer Williams-Birnenmousse auf Lavendelbisquit mit Ingwerbirnen. Chi-Kuen Lau hatte als Realschüler vor vier Jahren in der Konditorei Café Coblenz ein Praktikum gemacht. Weil er mit solcher Leidenschaft und großem Interesse ans Werk ging, bot ihm Böhm gleich eine Lehrstelle an. Im Frühjahr wird der junge Mann seine Prüfung machen, danach will er in der Schweiz oder Luxemburg sein kreatives Können weiter vervollkommnen. Sein Wunsch ist es, später in die Heimat seiner Eltern, nach Hongkong, zu gehen, um sich dort mit selbst gemachten Torten, Pralinen und süßen Dekorations-Kunstwerken eine Existenz aufzubauen.