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Opposition warnt vor Einheitsschule

Opposition warnt vor Einheitsschule

Bei der Reform der Hauptschule kommen SPD-Regierung und Opposition nicht zusammen: CDU und FDP werfen Bildungsministerin Doris Ahnen vor, mit dem Konzept der Realschule plus den Weg in die Einheitschule einzuschlagen.

Mainz. Das neue Schulkonzept von Ministerin Ahnen stößt im Landtag bei CDU und FDP auf entschiedene Ablehnung. Nach Auffassung von CDU-Fraktionschef Christian Baldauf ist in den Reformplänen nicht zu erkennen, was besser werden soll. Hauptschule und Realschule zusammenzulegen, bedeutet aus seiner Sicht keine Weiterentwicklung. Entsprechend fordert die CDU, Hauptschulbildungsgang und Realschule zu erhalten, die individuelle Förderung im gegliederten System zu verbessern und zentrale Abschlussprüfungen einzuführen.Ahnens Konzept sieht vor, ab dem Schuljahr 2009/10 bis spätestens 2013/14 ein zweigliedriges System aufzubauen, das neben Gymnasium und Integrierten Gesamtschulen auf die neue Realschule plus setzt. Unter deren Dach sollen Haupt- und Realschulen mit getrennten Bildungsgängen ab Klasse sieben zusammengelegt werden. Regionale Schulen werden zu Realschulen plus mit gemeinsamen Klassen beider Bildungsgänge. Damit wird laut Ahnen sinkenden Schülerzahlen und schwindender Akzeptanz der Hauptschulen Rechnung getragen. Vorwürfe, in Richtung Einheitsschule zu marschieren, wies die Ministerin zurück. Das Schulkonzept setze vor allem auf mehr individuelle Förderung und neue Bildungsperspektiven. Orientierungsstufe mit kleinen Klassen

So soll es in den Klassen fünf und sechs eine gemeinsame Orientierungsstufe mit kleineren Klassen geben. Vorgesehen ist ein Förderprojekt "Keiner ohne Abschluss" für lernschwache Schüler. Bei Bedarf können die Realschulen plus um die Klassen elf und zwölf aufgestockt werden, um die Fachhochschulreife anzubieten. Nach Überzeugung der FDP-Bildungssprecherin Nicole Morsblech wird die angestrebte Schulstruktur die Probleme der Hauptschüler verschärfen und nicht lösen. Statt pragmatischer Lösungen drohe Etikettenschwindel. Morsblech fürchtet die Reform als "ersten entscheidenden Schritt in Richtung Gemeinschaftsschule." Die FDP will beim dreigliedrigen Schulsystem bleiben. Gleichzeitig sollen problematische Hauptschulen und Regionale Schulen zu berufsorientierten Dualen Oberschulen ausgebaut werden. Um die Schullandschaft zu reformieren, müsse es auf allen Seiten die Bereitschaft geben, sich zu bewegen, lautet Ahnens Appell auch an die Lehrerverbände. Zu dem Konzept soll es nun Anhörungen geben.