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Sonderermittler melden Erfolge: Weniger Einbrüche in der Region

Sonderermittler melden Erfolge: Weniger Einbrüche in der Region

Gute Nachrichten aus der Region Trier: Die Zahl der Einbrüche geht deutlich zurück, während sie landesweit steigt. Ein Verdienst der Ermittlungsgruppe Banden, glaubt der Chef des Landeskriminalamts.

Die Handschellen klicken um fünf Uhr morgens. Im Mai durchsucht die Kölner Polizei die Wohnungen einer osteuropäischen Bande. Sie sollen in Wohnungen eingebrochen sein, Autos geknackt und Rentner um Geld betrogen haben. Die Beamten verhaften drei Männer und eine Frau. Ermittlungen des Polizeipräsidiums Trier hatten geholfen, die Täter zu schnappen. Als die Einbrecher im März 2015 im Eifel-Ort Gondenbrett von den Bewohnern eines Mehrfamilienhauses ertappt wurden, jagten Fahnder ihnen nach und spürten sie auf.

Der Grund: Seit 2014 arbeitet beim Polizeipräsidium eine spezielle Ermittlergruppe, die Einbrecher verfolgt. Neben Verhaftungen verzeichnet sie nun weitere Erfolge. Im ersten Halbjahr 2016 ist die Zahl der Einbrüche und Einbruchsversuche in der Region Trier im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich gesunken - um 11,2 Prozent auf 340 Fälle. "Wir hoffen, dass der Negativtrend nun gestoppt ist", sagt Polizeipräsident Lothar Schömann. Johannes Kunz, Chef des Landeskriminalamts (LKA), sagt, das Trierer Präsidium verzeichne als einziges im Land einen Rückgang der Einbruchszahlen. In ganz Rheinland-Pfalz meldet das LKA dagegen einen Anstieg der Taten um 6,5 Prozent auf 3299 Fälle.

Geht es nach Johannes Kunz, begründet das Trierer Erfolgsmodell die neuen Zahlen. Ein zehnköpfiges Team geht Hinweisen auf Einbrecher gezielt nach, analysiert Strukturen osteuropäischer Banden und arbeitet eng mit Behörden grenznaher Nachbarstaaten sowie Bundesländern zusammen. Das Trierer Beispiel hat Schule gemacht. Inzwischen gibt es in allen rheinland-pfälzischen Präsidien spezielle Ermittlungsgruppen. Matthias Lammert, innenpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion im Landtag, fordert dazu eine Personal-Aufstockung. Immer noch sei die Polizei unterbesetzt und könne in ländlichen Regionen nicht ausreichend Streife fahren.