Streiter für die Bauern

MAINZ/TRIER. (win) Gibt es ein Urgestein im rheinland-pfälzischen Bauernstand, so heißt es Günther Schartz (Foto: Friedemann Vetter). Der Präsident der Landwirtschaftskammer, Ehrenpräsident des Bauernverbandes und langjährige Bundestagsabgeordnete aus Onsdorf (Kreis Trier-Saarburg) wird 75.

Politisches Geschick, Hartnäckigkeit und eindringliche Rhetorik zeichnen den kämpferischen Streiter für die Bauern und Winzer aus, der heute im Saargau seinen 75. Geburtstag feiert. Über viele Jahrzehnte hat sich der Ökonomierat aus Onsdorf, für den die Bezeichnung "Bauer" stets Ehrentitel ist, als CDU-Landtags- und Bundestagsabgeordneter sowie als Vertreter des Bauernstandes in zahlreichen Gremien erfolgreich für die soziale Sicherung der Landwirte und für ein Altersgeld für Bäuerinnen ein gesetzt. Bei jeder sich bietenden Gelegenheit mahnt Schartz mit der ihm eigenen Kraft des Wortes Einsatz für den Erhalt der bäuerlichen Familienbetriebe an. Beim nicht ganz freiwilligen Abschied nach fast 25 Jahren von der Spitze des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau würdigte Ministerpräsident Kurt Beck den Ehrenpräsidenten als herausragende Persönlichkeit, der mit der Fähigkeit zu führen sowie mit Stimm- und Wortgewalt die Stärke von Bauern und Verband gesichert habe. Manch donnernde Rede mussten sich die Politiker anhören, wenn Schartz seinen Berufsstand durch Bürokratie, mangelnde Wertschätzung oder aus seiner Sicht falsche politische Weichenstellungen bedroht sah. Mit großem Verhandlungsgeschick gelang es Schartz über Jahre, die unter Auszehrung leidende Landwirtschaftskammer in Verhandlungen mit dem Landwirtschaftsministerium mit neuen Aufgaben wirtschaftlich auf eine feste Grundlage zu stellen und als unabhängige Vertretung zu erhalten. Seit 1964 ist Schartz Bürgermeister in Onsdorf und dürfte damit der dienstälteste Ortschef im Land sein.