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Umwelt
Gibt es bald einen Notruf mitten im Trassemer Wald?

An einem Infopavillon wie diesem wollen Dietmar Schwarz vom Walderlebniszentrum (links) und der Trassemer Ortsbürgermeister Roland Konter zahlreiche Geräte anbringen und über Waldbrand und andere Themen informieren.
An einem Infopavillon wie diesem wollen Dietmar Schwarz vom Walderlebniszentrum (links) und der Trassemer Ortsbürgermeister Roland Konter zahlreiche Geräte anbringen und über Waldbrand und andere Themen informieren. FOTO: Benedikt Laubert
Trassem. Das Walderlebniszentrum will einen Pavillon mit Rettungsknopf, Feuerlöscher und Werkzeug aufstellen. Der Bau soll auch helfen, Wissenslücken zu schließen.
Benedikt Laubert

Sogar eine W-Lan-Verbindung wollten die Betreiber des Walderlebniszentrums Trassem den Waldbesuchern zur Verfügung stellen – doch dieses Vorhaben scheitert wohl erst einmal an den Kosten. Was es aber voraussichtlich ab Sommer im Wald bei Trassem gibt: einen Notrufknopf, einen Feuerlöscher, Werkzeuge für eine einfache Fahrradreparatur und drei Steckdosen, an denen Besucher ihre Handys und Fahrradfahrer ihre E-Bikes aufladen können. Die Einrichtungen werden an einem neuen achteckigen Pavillon installiert. Sie sollen den Wald nicht nur sicherer und attraktiver machen – sondern in Kombination mit einer ganzen Reihe an Infotafeln Wissen über Bereiche vermitteln, die bislang im Walderlebniszentrum zu kurz kamen.

Zusammen mit dem Ausbau mehrerer Trockenmauer-Biotope sollen rund 31 000 Euro investiert werden. Seinen Beitrag von etwa 400 Euro hat der Ortsgemeinderat bereits einstimmig bewilligt. Die übrigen Kosten trägt voraussichtlich der Naturpark Saar-Hunsrück. Die endgültige Endscheidung steht noch aus.

Wer das Walderlebniszentrum bei Trassem besucht, kann in den sieben bereits aufgestellten Infopavillons jede Menge über Insekten, Bäume und Moose erfahren; eines aber bleibt bislang weitgehend verborgen: Was ist das Walderlebniszentrum überhaupt und was passiert hier eigentlich? Das soll sich diesen Sommer mit den technischen Neuerungen ändern. Dietmar Schwarz koordiniert die Arbeit in der Einrichtung für das Forstamt Saarburg. Er sagt: „Vor allem Besucher, die von weiter weg herkommen, sollen einen besseren Überblick über unsere Arbeit und unser Anliegen bekommen.“

Die Außen- und Innenwände des neuen Pavillons sollen großformatige Drucke tragen, auf denen Besucher mehr über Sicherheit im Wald und mehr über Einrichtungen lesen können, die den Wald nutzen und pflegen. Drei Außentafeln sind dem Naturpark Saar-Hunsrück gewidmet, drei Innentafeln der Arbeit des Walderlebniszentrums. Hinter dem im Innern installierten Feuerlöscher erfahren die Gäste mehr über die Gefahren des Waldbrandes. Der Löscher soll nicht nur der Anschauung dienen, sondern voll einsatzfähig sein. Hinter dem ebenfalls im Innern angebrachten Notrufknopf gibt es Infos zu Rettungspunkten. Das sind fest definierte Orte im Wald, die befahrbar sind und sich dazu eignen, Verletzte und Kranke abzuholen. Eine andere Tafel bietet Infos übers Mountainbiking; an ihr sollen Werkzeuge wie eine Luftpumpe und Schraubenschlüssel angebracht sein. Radfahrer können hier ihr E-Bike an einer von drei Steckdosen aufladen.

An den übrigen Tafeln gibt es aktuelle Aushänge, Erläuterungen zur Arbeit des Forstamts Saarburg und Infos zum Geocaching. Letzteres ist eine Art moderne Schnitzeljagd, bei der die Spieler mit Hilfe geografischer Koordinaten Stück für Stück zum Ziel geführt werden. Um jeweils zum nächsten Abschnitt der Schnitzeljagd zu finden, nutzen die Spieler spezielle Ortungsgeräte oder ihre Smartphones. Wer Lust auf Geocaching hat, kann seine Geschicklichkeit auf einer von drei unterschiedlich schweren Geocaching-Routen im Wald bei Trassem erproben. Auf der Seite www.geocaching.com sind die Startpunkte hinterlegt.

Neben dem Infopavillon planen Forstamt Saarburg und Ortsgemeinde Trassem, die das Zentrum gemeinsam betreiben, ein weiteres Projekt: Die Trockenmauer-Biotope um das Walderlebniszentrum sollen um 45 Meter erweitert werden. Damit sollen die Lebensräume für die seltenen Tier- und Pflanzenarten, die dort leben, erweitert werden. Pavillon und Trockenmauer werden von rund 20 Helfern aus der Region und von 20 weiteren Helfern aus aller Welt aufgebaut.

Im Rahmen des internationalen Work-Camps, das alle zwei Jahre in Trassem stattfindet, helfen junge Menschen aus der ganzen Welt ehrenamtlich bei Projekten in der Region mit. Geschlafen wird während der drei Campwochen im Bürgerhaus.

Trassems Ortsbürgermeister Roland Konter (CDU) sagt: „Wir freuen uns jedes Mal über den Besuch dieser Gäste.“ Jedes Mal entstünden Freundschaften, und ohne die Hilfe der Gäste seien Projekte wie diese nicht umsetzbar.









Die Skizze zeigt, wie die Wände des geplanten Infopavillons im Walderlebniszentrum angeordnet sind. Auf ihnen sitzt ein Spitzdach.
Die Skizze zeigt, wie die Wände des geplanten Infopavillons im Walderlebniszentrum angeordnet sind. Auf ihnen sitzt ein Spitzdach. FOTO: Walderlebniszentrum Trassem