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Gibt er bald im Rathaus der VG Ruwer den Ton an? (Video)

Gibt er bald im Rathaus der VG Ruwer den Ton an? (Video)

Der Waldracher Techniker Hermann-Josef Franzen tritt bei der Wahl zum Bürgermeister in der VG Ruwer an.

Ginge es nach dem Bekanntheitsgrad, hätte Hermann-Josef Franzen gute Chancen, zum neuen Bürgermeister der Verbandsgemeinde (VG) Ruwer gewählt zu werden. "Ich bin bei Jung und Alt im Ruwertal bekannt wie ein bunter Hund", sagt der 59-Jährige.

Er geht zur Schulbuchausleihe in die Schulen, er repariert Fernseher und andere elektronische Geräte in seinem Geschäft in Waldrach, unterhält eine Postfiliale und handelt mit Schreibwaren.

Er sei wohl der einzige von den fünf Kandidaten (siehe Info), der über ein Wahlbüro verfüge, scherzt Franzen. 35 Jahre ist der Radio- und Fernsehtechnikermeister bereits selbstständig. "Ich kann ohne Übertreibung sagen, dass ich mir in dieser Zeit das Vertrauen der Menschen erarbeitet habe", sagt der Bürgermeisterkandidat.

In einem Alter, wo viele an die Rente denken oder sich auch schon im Ruhestand befinden, will Hermann-Josef Franzen es noch einmal wissen: "Ich fühle mich fit und dem Job gewachsen. Die Füße hochzulegen, das ist sowieso nicht mein Ding." Auch als Geschäftsmann habe er sich vorgenommen, bis 70 zu arbeiten, wenn die Gesundheit mitspiele.

Im Falle einer Wahl zum Verwaltungschef will der 59-Jährige zwei Leute in seinem Betrieb einstellen, um sich dann voll und ganz den Bürgermeisteraufgaben widmen zu können. Er habe zwar keine Verwaltungserfahrung, so der Bewerber, aber diese Kenntnisse könne man sich aneignen. Außerdem gebe es ja kompetente Mitarbeiter im Rathaus, die im Tagesgeschäft Bescheid wüssten. "Man muss das Rad nicht neu erfinden wollen, aber ich will Spirit in die Verbandsgemeinde bringen und die Möglichkeiten von morgen schon heute einbringen", sagt Franzen. So lautet auch sein Slogan auf den Flyern, die er übrigens selbst in den Orten der VG in die Briefkästen steckt. Der Waldracher, der in Korlingen und Schöndorf aufgewachsen ist, bezeichnet sich selbst als liberal, will das aber nicht als Nähe zur FDP verstanden wissen. Er will durch eine geradlinige und verlässliche Politik die Gemeinden zusammenführen und eine "pulsierende und erfolgreiche Verbandsgemeinde" schaffen, in der sich die Menschen wohl fühlen.

Ziele sind für Hermann-Josef Franzen eine Stärkung des Wirtschaftsstandorts, eine Sicherung der Schullandschaft und eine bürgernahe Verwaltung. Der Kandidat ist verheiratet und hat eine Tochter im Alter von 32 Jahren. Als Tontechniker hat er übrigens in den 70er Jahren Stars wie Bernd Clüver oder Baccara auf ihren Tourneen durch Deutschland begleitet.

In seinem Heimatort Waldrach leistet Franzen übrigens einen allseits willkommenen Beitrag zur Fastnacht. Während des Umzugs moderiert er vor seinem Geschäft und beschallt die Gecken mit Stimmungsmusik.
Extra: TV-Forum mit den fünf Kandidaten

Der Volksfreund präsentiert die fünf Bewerber um das Bürgermeisteramt der VG Ruwer bei einem öffentlichen Forum am Mittwoch, 25. Oktober, ab 19 Uhr im Vereinshaus in Osburg. Zuvor werden alle Kandidaten im TV porträtiert. Schon erschienen sind die Beiträge über Stefan Metzdorf (SPD) und Katharina Sassen-Hammes (Grüne), demnächst folgen Stephanie Nickels (CDU) und Hans-Peter Michels (Einzelbewerber). Wer dem aus Krankheitsgründen ausgeschiedenen Bernhard Busch nachfolgt, entscheiden die Wähler am 5. November. Erreicht keiner der Kandidaten die absolute Mehrheit, gibt es am 19. November eine Stichwahl mit den beiden Bewerbern, die die meisten Stimmen erhalten haben.