Wechsel in der Chefetage

TRIER. Das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Trier hat einen neuen kaufmännischen Direktor: Andreas Latz hat die Geschäfte von Ludwig Klarl übernommen, der jetzt Geschäftsführender Vorstand des Träger-Vereins der "Brüder" ist.

Andreas Latz ist jung, viel herumgekommen und erfolgreich. In Hermeskeil geboren und im kleinen Hochwalddorf Grimburg aufgewachsen, studierte er an der Universität Trier Betriebswirtschaft. Nach vier Jahren als Assistent des kaufmännischen Direktors im Neuwieder St.-Elisabeth-Krankenhaus übernahm er im Alter von 28 Jahren die Leitung einer Klinik in kommunaler Trägerschaft in Sachsen-Anhalt. In Zwei-Jahres-Abständen folgten Wechsel in die Chefetagen von Krankenhäusern in Gütersloh und Rheda (an der Ems).Gewinn christlich nutzen

Jetzt hat es den 35-Jährigen zurück in die Heimat verschlagen: Als kaufmännischer Direktor leitet er seit dem 1. Dezember die geschäftlichen Geschicke des Brüderkrankenhauses in Trier. "Ich bin froh, zurück in die Region zu kommen", sagt der überlegt wirkende Mann im strengen Anzug. "Und ich freue mich, nach Jahren in kommunal getragenen Kliniken wieder in ein christlich geführtes Haus zu kommen." Zur Zeit wohnt der junge Direktor wieder bei seinen Eltern in Grimburg. Seine Frau und die beiden Kinder leben noch in Gütersloh. Die Familie sieht sich nur am Wochenende. "Aber wir haben ein Grundstück in Fell an der Mosel gekauft und wollen möglichst bald anfangen zu bauen", sagt der Familienvater. Das Brüderkrankenhaus schreibt in seinen Bilanzen schwarze Zahlen. Eine respektable Leistung in Zeiten heftigster Kürzungen im Gesundheitswesen. Aber wie lassen sich ein strenger Sparkurs und harte Bilanzen mit dem christlichen Menschenbild vereinbaren, das sich die Barmherzigen Brüder vehement auf die Fahnen schreiben? "Der christliche Auftrag hat viel mit Nachhaltigkeit zu tun", sagt der 35-Jährige. "Wird ein Krankenhaus nicht streng wirtschaftlich geführt, kann es nicht auf Dauer die Versorgung von hilfsbedürftigen Patienten auf höchstem Niveau garantieren." Anders als für viele Kliniken in privater Trägerschaft, komme es für das Brüderkrankenhaus nie in Frage, an die Börse zu gehen. "Diesen Kliniken geht es auch um Gewinnmaximierung", beschreibt Latz den Unterschied. "Wir wollen dagegen eine gute Bilanz haben, um unseren Patienten modernste medizinische und pflegerische Versorgung und unseren Mitarbeitern ein angenehmes Arbeitsumfeld sowie Fort- und Weiterbildungen bieten zu können."Finanzierung des Notfallzentrums gesichert

Um das Brüderkrankenhaus auch weiterhin aus den roten Zahlen zu halten, kommt einiges auf Andreas Latz zu: Zwar ist die Finanzierung des neuen Notfallzentrums gesichert, das im Mai eröffnet werden soll. Muss die neue EU-Vorschrift, Ruhezeiten während den Bereitschaftsdiensten von Ärzten und Pflegepersonal als Arbeitszeiten zu berechnen, ab 2006 jedoch tatsächlich umgesetzt werden, muss etliches zusätzliches Personal eingestellt werden.