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"Wenn wir gemeinsam singen, spricht die Seele"

"Wenn wir gemeinsam singen, spricht die Seele"

Davon können viele Chöre nur träumen: Voller Dorfsaal, zwei erstklassige Chöre, Gänsehautstimmen im Doppelpack und Ovationen im Stehen schon vor der Pause. Drei Stunden lang ließen sich 200 Gäste von einem außergewöhnlichen Konzert berühren.

Lorscheid. Wer sich an dem regnerischen Oktoberabend gegen einen Couchabend mit "Wetten, dass...?" und für das Konzert Swing, Pop und Jazz entschieden hatte, wurde zigfach belohnt.
Im brechend vollen Dorfsaal in Lorscheid swingte es. Ob mit "King of the road" von Roger Miller oder mit Elton Johns "Can you feel the love tonight": der Gemischte Chor Lorscheid bot mehr als Unterhaltung - die Musik berührte.
Wohl auch, weil einer den Chor leitet, der sich mit Leib und Seele der Musik verschrieben hat: die 25 Frauen und Männer singen unter den Fittichen des Tenors Thomas Siessegger.
Dass die Zuhörer noch vor der Halbzeit standen und gar nicht aufhören wollten zu klatschen hatte mehrere Gründe: Es lag zum einen am Gastgeber, aber auch an dem befreundeten Chor Voice Cream aus Tübingen und an den atemberaubenden Soloeinlagen von Siessegger und der 22-jährigen Musikstudentin Barbara Müller sowie dem Pianisten Helge Herr. Nach Grönemeyers "Ein Stück vom Himmel", dem ersten Lied von Voice Cream unter der Leitung von Cornelius Fritz, meinte Zuhörer Bernd Jonas (49): "Schöner als das Original."
Fritz ist auch Entertainer, er hat seine 33 Aktiven ebenso im Blick wie die 200 Zuhörer, die er immer wieder zum Mitklatschen animiert. Mit "Totale Finsternis" aus dem von Michael Kunze betexteten Musical "Tanz der Vampire" singen sich Thomas Siessegger und Barbara Müller in die Herzen der Zuhörer. "Singt noch einmal", steht in den Gesichtern des Publikums. Und nach der Pause geht es wieder weiter mit den Gänsehautstimmen im Doppelpack.
Drei Stunden Musikprogramm


Zum Finale stehen der Lorscheider und der Tübinger Chor gemeinsam auf der Bühne: Was die Konzertbesucher bei "Amezaliwa" und "Die perfekte Welle" hören und fühlen umschreibt "Voice Cream"-Sänger Matthias Fritz treffend: "Der kulturelle Austausch fließt." Mehr noch: "Wenn wir gemeinsam singen, spricht die Seele", sagt der Musiker.
Nach drei Stunden durch verschiedene Genres, vom berühmten Musical bis hin zum volksbeliebten Schlager, verstummt der Gesang. Das Publikum steht wieder von seinen Sitzen auf und applaudiert wild. "So was Tolles hier auf dem Dorf", schwärmt Mathilde Krist (54) aus Farschweiler. kat