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Zuschauen, informieren, probieren beim Handwerks-Schnuppertag in Kenn

Zuschauen, informieren, probieren beim Handwerks-Schnuppertag in Kenn

"Chance Handwerk" macht Jugendlichen Appetit auf Lehrstellen in der Region.

Viele verschiedene Handwerksberufe, direkter Kontakt zu regionalen Ausbildungsbetrieben, konkrete Angebote an offenen Lehrstellen: Das macht den Schnuppertag "Chance Handwerk" aus. Zum zwölften Mal lockte er Schüler und ihre Eltern in die Werkstätten der Handwerkskammer (HWK) - diesmal in deren Bauhof nach Kenn.

So nah wie hier waren Tobias (12) und Marcel (13) mit Handwerk noch nicht in Berührung gekommen. "Es ist spannend, so viele Berufe zu sehen und gleich mit anpacken zu können", sind sich die Brüder einig. Ihre Eltern unterstützen sie bei der Suche nach dem richtigen Beruf: "Wir möchten unseren Jungs schon früh zeigen, welche Möglichkeiten es gibt", sagt die Mutter. Über mehr als vierzig Handwerksberufe kann sich die Familie an diesem Tag im Kenner Bildungszentrum informieren. Ausbildungsexperten, Meister und Lehrlinge sind vor Ort und stellten ihre Berufe vor.

Malen, schrauben, sägen: In den offenen Werkstätten geht es zur Sache. Straßenbauer verlegen Pflastersteine, Maurer setzen Stein auf Stein, Zahntechniker zeigen Arbeiten aus dem Labor. Vom Frisurenstyling über Gewindedrehen, Mosaikverlegen bis hin zur Fassadengestaltung: Viele Besucher bestaunen das handwerkliche Können oder stellen gleich ihr eigenes Geschick auf die Probe. In der Malerwerkstatt sehen Fans dem Cartoonisten Johannes Kolz beim Zeichnen zu. Seine Eindrücke von "Chance Handwerk" bringt der gelernte Schilder- und Lichtreklamehersteller dort frisch aufs Papier.

Zum Beispiel den türkisfarbenen VW-Käfer, der vor dem Tor steht. Fahrzeuglackierer-Lehrlinge haben dem top-restaurierten Liebhaberstück dieses neue Outfit verpasst. Auch die umlackierten Bobbycars ziehen Blicke auf sich. Vor dem Haupteingang steigt dann buchstäblich ein weiteres "Highlight": Gerüstbau-Meisterin Jeanette Spanier von der Firma Spanier & Wiedemann demonstriert moderne Vermessungstechnik mit einer Drohne und Luftaufnahmen aus hundert Metern Höhe. "Es geht aber nicht nur um interessante Berufe oder Lehrstellen: es sind Zukunftsperspektiven, die Chance Handwerk bietet" sagt Günther Behr, HWK-Geschäftsführer und Ausbildungsexperte. "Wer heute eine Ausbildung im Handwerk erfolgreich abschließt, dem winkt in der Regel ein sicherer Arbeitsplatz mit guten Aufstiegsperspektiven." Elektro & Kältebau Moersch kommt gerne zum HWK-Ausbildungsinfotag. Im vergangenen Jahr hat der Betrieb hier drei Auszubildende gefunden.

Günther Behr ist überzeugt, dass sich nach der Messe noch einiges tut: "Die Betriebe haben mit interessierten Jugendlichen zahlreiche Praktika vereinbart, die in diesem oder im kommenden Jahr in eine Ausbildung münden sollen. Aktuell sind im Handwerk des Kammerbezirks noch mehr als 700 Lehrstellen frei." Eine davon wird wohl die 15-jährige Lisa aus Trier ergattern, die sich nach Chance Handwerk nun entschieden hat: "Ich möchte Friseurin werden."