Dem Stein mit Gelatine zu Leibe rücken

Der Weiterbau der A 1 bis zur Anschlussstelle (AS) Gerolstein schreitet gut voran. Die Talbrücke Königsuhr sowie die Wirtschaftsbrücke kurz vor der Anschlussstelle Gerolstein sind inzwischen fertiggestellt. Eine Mammutaufgabe für die Bauarbeiter ist momentan der Abbau und Transport von Gesteinsmassen hinter der Brücke der B 410.

 Mit Sprengungen wird das harte Gestein zerkleinert. Anschließend werden die Geröllmassen abtransportiert. Bisher musste dreimal gesprengt werden. TV-Foto: Helmut Gassen

Mit Sprengungen wird das harte Gestein zerkleinert. Anschließend werden die Geröllmassen abtransportiert. Bisher musste dreimal gesprengt werden. TV-Foto: Helmut Gassen

Daun. Ein riesiger Knall, und Tausende von Tonnen massives Gestein haben sich in kleine Brocken aufgelöst. Sprengmeister Robert-Josef Reuter von der Firma Steffes-Ollig aus Müllenbach bei Kaisersesch ist zufrieden mit dem Ergebnis. "Das hat super geklappt, besser hätte es nicht sein können", sagt der Sprengprofi.

121 Bohrungen wurden neun Meter tief in das harte Quarzitgestein gebohrt und mit einem gelatinösen und emulsiösen Sprengstoff gefüllt. Auf einer Breite von etwa 40 Metern und einer Flächentiefe von 70 Metern gibt es wieder genug Arbeit für die Bagger, die das nun zerkleinerte Gestein auf Tieflader verfrachten. Von hier aus wird es nur wenig entfernt hinter der Liesertalbrücke im Dammbereich der Streckenführung als neuer Unterbau der Autobahn verarbeitet.

A 1-Bauleiter Dietmar von Landenberg erklärt, warum die Sprengung notwendig war. "Hier im Bereich der Anschlussstelle Gerolstein haben wir verschiedene Felsformationen, und dieses quarzitgebundene Material ist sehr fest. Deshalb muss es gesprengt werden, da mit den Baggern nur sehr große Felsbrocken gelöst werden können, die mit relativ großem Aufwand zerkleinert werden müssten." Bisher sind drei Sprengungen erfolgt. Wenn die Bagger tiefer kommen, wird wahrscheinlich noch eine weitere Sprengung notwendig sein.

Jetzt sind noch etwa 15 Meter an Tiefe bis zur Fahrbahn der A 1 zu bewältigen. Insgesamt sind bis zur AS Gerolstein 1,2 Millionen Kubikmeter Material abzubauen. 200 000 Kubikmeter waren bereits im Vorfeld für die Baumaßnahmen Liesertalbrücke und Königsuhr abgetragen worden. Mit dem Baufortschritt der A 1 bis zur AS Gerolstein ist Dietmar von Landenberg sehr zufrieden. "Die beiden Brücken sind soweit fertig, es fehlt nur noch der Belag. Und zwischen der AS Gerolstein und der Liesertalbrücke sind die Erdbauarbeiten auch weitestgehend abgeschlossen".

Bis Ende 2009 soll das Teilstück der A1 bis zur AS Gerolstein fertiggestellt sein. "Trotz des langen Winters, wir konnten erst im April wieder anfangen, bin ich zuversichtlich, dass wir das Teilstück im Dezember fertig haben."