1. Dossier

Rock am Ring: Nach Unterbrechung - Rammstein-Auftritt wird nicht nachgeholt (Fotos/Live-Video)

Rock am Ring : Nach Unterbrechung - Rammstein-Auftritt wird nicht nachgeholt (Fotos/Live-Video)

Die große Party am Nürburgring kann weitergehen. Nach der Unterbrechung wegen eines Terroralarms gibt die Polizei grünes Licht für „Rock am Ring“. Enttäuschung für Rammstein-Fans bei „Rock am Ring“: Der am Freitagabend wegen eines Terroralarms abgesagte Auftritt der deutschen Band wird aus organisatorischen Gründen nicht nachgeholt.

„Wir wissen, dass sich viele Fans auf das Konzert gefreut haben, die nun enttäuscht sind! Auch wir hätten gern gespielt“, schrieben die Musiker am Samstag auf dem offiziellen Facebook-Account der Band. Auch auf dem Kurznachrichtenkanal Twitter hieß es: „Leider ist es entgegen anderslautender Gerüchte aufgrund der Festival-Abläufe nicht möglich, die Show bei Rock am Ring heute nachzuholen.“
Musikfestival „Rock am Ring“ nach Terroralarm fortgesetzt


Entwarnung nach dem Terroralarm: Das Musikfestival „Rock am Ring“ in der Eifel ist am Samstagmittag wie geplant fortgesetzt worden. Am Freitagabend war die Großveranstaltung mit fast 90 000 Fans wegen möglicher Terrorgefahr unterbrochen worden. Gegen drei Männer aus Hessen wurde ein Ermittlungsverfahren wegen der Vorbereitung eines Explosionsverbrechens eingeleitet. Sie wurden vorläufig festgenommen, sind seit Samstagmorgen wieder auf freiem Fuß. Es wird weiter ermittelt, einen konkreten Tatverdacht gibt es laut Polizei derzeit aber nicht.Auslöser für den Alarm seien Unstimmigkeiten zwischen den tatsächlichen Personen und den registrierten Namen auf Zugangsausweisen für sicherheitsrelevante Bereiche gewesen, teilten die Ermittler am Samstag mit. Über mindestens einen der Verdächtigen lägen „deutliche Erkenntnisse im Bereich des islamistisch geprägten Terrorismus“ vor.

„In einer solchen Bewertungssituation dürfen wir keine Risiken einbauen“, sagte der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz (SPD). Er verwies auf ähnliche vorsorgliche Absagen, etwa beim Fußball-Länderspiel Deutschland-Niederlande in Hannover im November 2015 kurz nach den Anschlägen von Paris und beim Radrennen „Rund um den Finanzplatz Eschborn-Frankfurt“ im April 2015. Im Februar 2015 war zudem der Karnevalsumzug in Braunschweig wegen Hinweisen auf mögliche Terroranschläge abgesagt worden.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hatte sich in der Nacht hinter Lewentz' Entscheidung gestellt, das Festival zu unterbrechen: „Für diese schwierige wie verantwortungsvolle Entscheidung hat er meine volle Unterstützung. So bitter es ist, die Sicherheit der Festivalbesucher muss an erster Stelle stehen.“

Die Entscheidung für eine Fortsetzung des Festivals gab die Koblenzer Polizei am Samstagvormittag über den Kurznachrichtendienst Twitter bekannt: „Wir freuen uns mit euch. Es geht weiter!“ Die Veranstalter schrieben auf Facebook: „Das ist die Nachricht, auf die alle „Rock am Ring“-Fans warten. Nach intensiven Durchsuchungen des gesamten Festivalgeländes haben sich die Verdachtsmomente für eine akute Gefährdungslage nicht erhärtet.“
Für den Samstag standen unter anderem Auftritte der deutschen Bands Donots, Beatsteaks, Kraftklub sowie als Hauptattraktion am späten Abend Die Toten Hosen auf dem Programm. Der am Freitagabend abgesagte Auftritt der Band Rammstein konnte aus organisatorischen Gründen nicht nachgeholt werden.

Ein Polizeisprecher sagte, es habe keinerlei Zwischenfälle gegeben, als die Festivalbesucher auf das Gelände zurückkehrten. „Die sind so entspannt, wie gestern - auch so entspannt, wie sie gestern Abend waren, als das Gelände geräumt wurde“, betonte er. Anzeichen für Nervosität habe es nicht gegeben: „Die Leute sind gut drauf.“
Während sich der Platz vor der Hauptbühne füllte, gab es auch die eine oder andere Reaktion auf den Terroralarm vom Vorabend zu sehen. „Fuck Terror“, stand auf dem handgeschriebenen Pappschild, das ein Musikfan in die Luft hielt. Auch in sozialen Medien wurde auf gute Laune gesetzt. „Jetzt feiert, was das Zeug hält!“, hieß es in einer Twitter-Nachricht. Ein anderer Nutzer schrieb: „Wünsche allen Festivalteilnehmern jetzt endlich mal unwetter- und terrorfreien Musikgenuss. Show musst go on....“ Im vergangenen Jahr war „Rock am Ring“ wegen schwerer Unwetter abgebrochen worden.

Dieses Jahr kam die Unterbrechung des dreitägigen Festivals wenige Stunden nach dem Auftakt am Freitagabend. Zehntausende Fans wurden per Lautsprecherdurchsagen aufgefordert, das Gelände zu verlassen. Die Räumung verlief problemlos und friedlich. Veranstalter Marek Lieberberg zeigte sich beeindruckt, dass 86 000 Besucher in einer Viertelstunde das Festivalgelände verlassen hätten. „Wir haben hier auch ein Zeichen für unsere Kultur gesetzt.“
Für die Sicherheit des Festivals ist ein Großaufgebot der Polizei im Einsatz: 1240 Polizisten wurden an den Nürburgring geschickt. Das Sicherheitskonzept war nach dem Terroranschlag auf ein Konzert in Manchester vor anderthalb Wochen mit mehr als 20 Toten noch einmal überprüft worden. Beim parallel in Nürnberg stattfindenden Zwillingsfestival „Rock im Park“ waren die Konzerte am Freitagabend ohne Probleme weitergegangen.

Erst Aufregung, dann Ruhe: Nach einem Terroralarm beim Festival „Rock am Ring“ und der Unterbrechung des Programms haben Tausende Musikfans eine friedliche Nacht in ihrem Zelten verbracht. „Aus polizeilicher Sicht verlief die Nacht ohne besondere Vorkommnisse“, sagte ein Sprecher der Polizei in Koblenz am Samstagmorgen.

Die Entscheidung, ob das Festival weiter geht oder abgebrochen wird, soll am heutigen Samstag fallen. Der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz (SPD) will sich um 11.00 Uhr am Nürburgring zu den Ereignissen äußern.

Das legendäre Musikfestival war am Freitagabend unterbrochen worden , weil die Polizei Hinweise auf eine mögliche terroristische Gefährdung hatte. Zehntausende Besucher verließen daraufhin innerhalb kurzer Zeit geordnet und ruhig das Festivalgelände, wie Veranstalter Marek Lieberberg berichtete.

Der genaue Hintergrund für den Terroralarm war zunächst unklar. Nach einem Bericht der „Bild“-Zeitung verhörte die Polizei zwei Mitarbeiter eines Subunternehmens. Es habe die Befürchtung bestanden, dass die beiden Männer etwas auf dem Gelände hinterlegt haben. Die Polizei am Nürburgring wollte sich zu dem Bericht nicht äußern.

Das dreitägige Festival hatte am Freitagnachmittag begonnen. Schon vor der Unterbrechung hatten Sicherheitsbedenken das Festival begleitet. Die Polizeipräsenz am Nürburgring war - auch vor dem Hintergrund des Terroranschlags auf ein Konzert in Manchester vor anderthalb Wochen - auf mehr als 1200 Beamte aufgestockt worden.