„Bei den H-Blockx ist alles offen“

Als Schulband begründeten sie in den 90er-Jahren zufällig die Stilrichtung des Crossover. H-Blockx feiern in diesem Jahr ihr 25-jähriges Jubiläum und schenken sich selbst einen Gig bei Rocco del Schlacko. Was sie im Gepäck haben, verrät Frontmann Henning Wehland im Interview.

Ihr kommt ursprünglich aus Münster, auf deiner Facebook-Page stehen mittlerweile aber drei Wohnorte - wo trifft man die H-Blockx heute an?
Henning: Schwer zu sagen. Ich bin schon seit 12 Jahren in Berlin, in Bonn geboren und in Münster aufgewachsen. Deshalb sehe ich nach wie vor Münster als meine Heimatstadt an, fühle mich aber den rheinischen Wurzeln noch streng verbunden. Tim, unser Gitarrist, pendelt zwischen Berlin und Münster. Unser Bassist ist fest in Münster und unser Drummer pendelt zwischen München und Berlin.

… also sind alle verstreut?
Henning: Ja (lacht), wir sind ja schon alt und da kann man sich nicht mehr auf eine Heimat festlegen.

Ihr habt 25-jähriges Jubiläum - Wie wird gefeiert?
Henning: Gute Frage. Letzte Nacht hab' ich mir alte Videos und Interviews von den Red Hot Chili Peppers angeschaut und ein paar Sachen davon muss ich den Jungs unbedingt zeigen. Ich finde ja, 25 Jahre ist noch gar nicht so alt, als dass man richtig fett feiern müsste. Abgesehen davon feiern wir jedes Jahr. Wir machen uns dann immer selbst Geschenke. Dieses Jahr schenken wir uns, dass wir auf dem Rocco-del-Schlacko-Festival spielen.

Wann ist eigentlich der genaue Geburtstag der H-Blockx?
Henning: Ich sage, es war der 06.02.1990, andere sagen September 1990. Es gibt verschiedene Events, die zur Bandgründung führten. Eigentlich gab es ja schon Ende der 80er-Jahre eine Band, von meinem damals besten Freund (Ette And The Hardfunkers). Die H-Blockx waren damals ein Zufallsprodukt als Alternative zum Fußballverein. Mit so einem Erfolg hat niemand gerechnet.

Du arbeitest derzeit an einem Solo-Projekt. Von den H-Blockx wird dann wohl erstmal kein neues Album kommen, oder?
Henning: Ja, ich werde demnächst einen Plattenvertrag bei einer großen Plattenfirma unterschreiben und bin da sehr stolz drauf. Ich bin neben den H-Blockx bei den Söhnen Mannheims, die lustigerweise dieses Jahr 20-jähriges Jubiläum haben. Ende des Jahres werde ich eine kleine Kneipentournee machen und Anfang 2016 wird meine eigene Platte veröffentlicht. Von den H-Blockx gibt's also kein neues Album.
Was für eine Musikrichtung wird das sein?
Henning: Naja, der Titel ist "Der letzte an der Bar", es ist deutschsprachig und kommt aus dem Bereich angewandte Lebensphilosophie, würde ich sagen.

Zurück zu den H-Blockx: Wird es auf dem Rocco del Schlacko eine Überraschung für die Zuschauer geben?
Henning: Ein H-Blockx-Konzert ist prinzipiell immer eine Überraschung. (lacht) Auf jeden Fall werden wir mindestens einen neuen Song im Gepäck haben, vielleicht sogar zwei. Das ist zwar eher ein Geschenk an uns selbst, aber wir wollen natürlich nicht auf die Bühne gehen, ohne was Neues in der Hand zu haben. Die größte Überraschung wird jedoch sein, wie wir uns als Band verstehen, denn in der Konstellation waren wir jetzt lange nicht zusammen.

Hast du dir das Line-up vom Rocco del Schlacko schon genauer angesehen?
Henning: Nicht ganz genau, aber ich hoffe, die Donots spielen dort, denn soweit ich informiert bin, haben sie ihre Staubrakete auf dem Rocco erfunden. Für mich wird es auch eine gute Gelegenheit sein, mit ihnen ihren sensationellen Einstieg in die Charts zu feiern.

Wer sagt dir vom Line-up her noch zu, wen wirst du dir ansehen und wen kennst du nicht?
Henning: Ich liebe es, auf Festivals alte und neue Freunde zu treffen. Ich bin nicht der mega Bühnentourist, freue mich aber, The Offspring und die Dropkick Murphys dort zu sehen. Mit den Dropkick Murphys sind wir 1999 in Amerika auf Tour gewesen. Mit den Donots will ich auf jeden Fall ein Bier trinken.

Welche drei Songs werdet ihr auf dem Rocco auf jeden Fall rocken?
Henning: Alle drei. (lacht) Wir haben noch ein paar Klassiker mehr. Das Schöne bei uns ist, dass, wenn wir auf Festivals spielen, viele überrascht sind und sagen: Ich wusste gar nicht, dass ich so viele Songs von den H-Blockx kenne. In einer Stunde können wir echt viele Hits abfeuern.

Wie geht es danach für die H-Blockx weiter?
Henning: Bei den H-Blockx ist erstmal noch alles offen. Wir müssen schauen, wie die Musik noch ankommt. Für mich persönlich wird es noch einige Festivals mit den Söhnen Mannheims geben und ich werde natürlich an meinem Solo-Projekt arbeiten.