Guten Abend, Fremder!

Guten Abend, Fremder!

Nicht unbedingt massenkompatibel, aber dafür wunderschön: Sixnil und Monta haben bei ihrem Konzert im Forum Trier Wohnzimmer-Atmosphäre verbreitet. 60 Besucher erlebten dabei einen sehr persönlichen Abend.

Trier. (bec) Mit Konzerten ist das so eine Sache: Entweder sie sind zu groß, zu voll und überhaupt viel zu unpersönlich. Dann ist da noch das Gegenteil: Ein paar Besucher, ein viel zu großer Raum, und irgendwie fühlen sich alle unwohl - Publikum und Künstler. Manchmal aber passt einfach alles: Eine Band, deren Musik nach intimer Atmosphäre schreit, weil sie erst dann wirkt. So wie bei Monta. Das ist keine Musik für Menschenmassen, das ist Musik, die sich anfühlt wie Geborgenheit und zu Hause sein. Verdient hätte Monta allemal mehr als die 60 Besucher, die im Forum Trier warten. Aber irgendwie fühlt es sich richtig an. Lieder wie "Good Morning Stranger" oder "Long live the quiet" sind Musik für die ruhigen Stunden, im Herbst zum Beispiel, wenn es draußen stürmt, das Laub fällt und sich die Herbstdepression langsam anschleicht. Aber mit dem Schubladendenken ist das auch so eine Sache: Da hat man Monta gerade eingeordnet, die Schublade geschlossen, ein Schild mit der Aufschrift "melancholischer Weltschmerz-Besinger" draufgeklebt, da muss man sie schon wieder aufziehen. Dasselbe gilt übrigens auch für die Vorgruppe, "Sixnil" aus Trier. Deshalb passen sie so wunderbar zusammen, Monta und Sixnil. Nicht unbedingt wegen der Musik, aber auf jeden Fall wegen dem, was beim Publikum ankommt. Tobias Kuhn alias Monta macht wahnsinnig witzige Zwischenansagen. Nein, der Typ ist keiner, der sich von allen missverstanden fühlt und das durch seine Musik zum Ausdruck bringt. Da verrät er, wie er sich als Sechstklässler in Karla aus Trier verliebt hat. Ob sie zufällig anwesend sei, fragt er. "Nein? Gut, ich hätte es auch nicht gewollt." Vielleicht hat sie ihm damals das Herz gebrochen, aber die Liebe hat er doch gefunden: Das Lied "There's a hole in your heart" hat er für seinen Sohn geschrieben.Es ist ein sehr persönliches Konzert, das die 60 Besucher sehen. Nur eine nicht. Tja, Karla, Pech gehabt! Da hast Du echt was verpasst.