Wir möchten auf unserer Webseite Cookies und pseudonyme Analysetechniken auch unserer Dienstleister verwenden, um diesen Internetauftritt möglichst benutzerfreundlich zu gestalten.

Außerdem möchten wir und unsere Dienstleister damit die Besuche auf unserer Webseite auswerten (Webtracking), um unsere Webseite optimal auf Ihre Bedürfnisse anzupassen und um Ihnen auf unserer Webseite sowie auch auf Webseiten in verbundenen Werbenetzwerken möglichst interessante Angebote anzeigen zu können (Retargeting).

Wenn Sie dieses Banner anklicken bzw. bestätigen, erklären Sie sich damit jederzeit widerruflich einverstanden (Art. 6 Abs.1 a DSGVO).

Weitere Informationen, auch zu Ihrem jederzeitigen Widerrufsrecht, finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen.

| 21:12 Uhr

Flotte Flitzer - böse Buben

Gegen Autodiebstähle (Szene gestellt) lässt sich einiges an maßgeblicher Prävention tun. TV-Foto: Jürgen C. Braun
Gegen Autodiebstähle (Szene gestellt) lässt sich einiges an maßgeblicher Prävention tun. TV-Foto: Jürgen C. Braun
Trier. Meldungen über Wohnungseinbrüche oder auch Diebstahlversuche in der Region nehmen in jüngster Zeit überhand. Langfinger sind überall am Werk. Nicht nur an Wohnungen und Häusern, sondern auch bei Automobilen. Gerade aber in punkto Autodiebstahl lässt sich mit einer umfassenden Vorsorge das Schlimmste verhindern. Der TV gibt Tipps und Hinweise. Jürgen C. Braun

Trier. Das Wichtigste (leider) zu allererst: Nein, das absolut diebstahlsichere Auto gibt es nicht. Nicht mal die mit allen technischen Raffinessen ausgestatteten schmucken Fahrzeuge, mit denen über Jahrzehnte hinweg ein gewisser Mister James Bond im Auftrag Ihrer Majestät die Welt vor allen möglichen Gaunern und Ganoven gerettet hat, gehörten in diese Kategorie. Allein in Deutschland wurden im vergangenen Jahr über 18 000 Autos geklaut. Auch in der Region war die Zahl der Autodiebstähle dreistellig. Bevorzugt wurden vor allem Premium-Fahrzeuge der Marken Audi und BMW. Aber, und das ist das Tröstliche daran: Man kann es den bösen Buben schwermachen. Sehr schwer sogar, und mitunter ist es nicht einmal so teuer.

Unterscheiden muss man dabei zwischen mechanischen und elektronischen Hilfsmitteln zur Diebstahl-Prävention. In die erste Kategorie fallen sogenannte Lenkradschlösser oder Lenkradkrallen. Diese Dinger sind meist sehr einfach anzubringen oder zu montieren. Es gibt sie entweder im Fachhandel, oder via Internet. Die Preise liegen zwischen 20 und 150 Euro. Hier gilt: Es gibt zwar richtig gute Hilfsmittel dieser Art, aber es ist auch viel wertloser "Schund" auf dem Markt, über den sich ausgefuchste Profis bestenfalls kaputt- lachen.

Neben der Lenkradkralle kann man auch eine abschließbare Gangsperre für den Schalt- oder Automatikwählhebel in Betracht ziehen. Ein Schutz kann auch ein massiver Stahlbügel an einem Vorderrad sein. Ähnlich wie bei der Wahl eines geeigneten Reifens gibt es auch für diesen Bereich etliche Testberichte, die Experten zusammengestellt haben. Die großen Automobilverbände wie ADAC, AvD, ACE oder auch Verbraucherschutzorganisationen geben hier qualitativ gute Auskunft.

Ein weiteres Feld sind Alarmanlagen. Dabei handelt es sich um Bewegungsmelder im Innenraum, um Kontaktsensoren an Türen und Motorhauben sowie um Sensoren, die eine Neigungs-Veränderung des Fahrzeugs registrieren. Viele Hersteller bieten ab Werk Alarmanlagen an. Die Kosten sind je nach Hersteller unterschiedlich. Allerdings fehlt bei solchen Anlagen oft die Neigungsüberwachung, die am System noch einmal nachgerüstet werden muss. Wer gezwungen ist, ein teures Neufahrzeug zum Laternenparker zu machen, sollte aber ein paar Hundert Euro investieren und sich zuvor gründlich beraten lassen.
In fabrikneuen Fahrzeugen ist die elektronische Wegfahrsperre längst Standard. Fernbedienungen für die Zentralverriegelung und Wegfahrsperre sind sehr, aber nicht hundertprozentig, sicher.

In Verbindung mit Wegfahrsperren lassen sich moderne Fahrzeuge mit elektronischen Alarmanlagen nachrüsten, die es ab 50 Euro gibt. Dabei werden Heckklappe, Motorhaube, Türen, Zündung oder Batterie "scharfgemacht" (Überwachung durch Sensoren). Bei Auffälligkeiten schreckt ein akustischer oder optischer Alarm den Dieb ab. Sollte er zumindest.
Darüber hinaus gibt es satellitengestützte Alarmanlagen. Sie stellen fest, ob ein Auto bewegt wird und geben einen sogenannten "stillen Alarm" an den Besitzer weiter. Derlei Sicherungen lassen sich gegen Aufpreis beim Neukauf eines Fahrzeugs einbauen, können aber auch nachgerüstet werden. Dabei bewegt man sich in Preisregionen ab etwa 400 Euro. Die Anlagen arbeiten in der Regel technisch einwandfrei, haben aber auch einen Nachteil: Ist das Fahrzeug dennoch einer Diebesbande in die Hände gefallen, sind meistens Profis am Werk, die das System sofort stilllegen.
Aufwendigere Alarmanlagen verwenden Ultraschall-Sensoren, die den Fahrzeug-Innenraum überwachen und sogar über einen Alarmservice via SMS aufs Handy verfügen. Derlei komplexe Anlagen können von Fachleuten nachgerüstet werden. Das beginnt bei rund 500 Euro. Auch hier gilt: Bei der Verbraucherberatung oder noch besser beim Hersteller vorher nach solchen Systemen erkundigen.

Eine weitere Option sind Präventionen, die auf der Basis der Sensorsignale die Stromversorgung des Fahrzeugs lahmlegen. Sie sind mit der Batterie verbunden und werden über eine Fernbedienung aktiviert. Zwischen Batterie und Kabel integrierte Geräte sind mit Sicherheitsschrauben an der Batterie befestigt. Zudem verfügen auch immer mehr Smartphones, wie etwa das neueste iPhone, über Apps für ein GPS-Tracking. Sie eignen sich also auch - versteckt im Auto angebracht - als Ortungssystem.

In allen Fällen aber gilt:
Ist das gute Stück allen Vorsichtsmaßnahmen zum Trotz erst mal weg, heißt es: den Diebstahl sofort der Polizei melden und mit dem Diebstahlprotokoll innerhalb einer Woche schriftlich die KFZ-Versicherung informieren. Bei finanzierten oder geleasten Autos müssen auch der Leasinggeber oder die Bank schriftlich benachrichtigt werden. Grundsätzlich sollten Wertsachen, wichtige Dokumente oder Schlüssel nicht im abgestellten Auto liegen. Auch nicht im Kofferraum.Extra

Bei BMW-Modellen hat der ADAC eine IT-Sicherheitslücke im Kommunikationssystem "ConnectedDrive" entdeckt - das dürfte viele Halter verunsichern. Es war dem Autoclub gelungen, damit ausgestattete Autos unbefugt per Mobilfunk zu öffnen. BMW hat die Schwachstelle zwar nach eigenen Angaben behoben und automatisch über Funk eine Verschlüsselung aktiviert. Aber wer auf Nummer sicher gehen möchte, kann im Bordcomputer-Menü "Dienste aktualisieren" wählen, erklärt ADAC-Techniker Arnulf Thiemel. Nach Erkenntnissen des Automobilclubs lassen sich mit "ConnectedDrive" ausgestattete Modelle der Marken BMW, Mini und Rolls Royce, die seit 2010 ausgeliefert wurden, per Funkbefehl knacken. Weltweit sind 2,2 Millionen Fahrzeuge betroffen, davon rund 423 000 in Deutschland, bestätigte BMW. Wer Gewissheit wünscht, kann die BMW-Hotline 089/1250160- 10 anrufen. dpa