Eine kleine Gruppe vor den Toren der Streitmacht

Eine kleine Gruppe vor den Toren der Streitmacht

30 Friedens- und Umweltaktivisten haben am Samstagnachmittag an einer Kundgebung vor der Airbase Spangdahlem teilgenommen. Die Veranstaltung war Teil der Kampagne "Krieg beginnt hier".

Spangdahlem. In Zeiten, in denen man seine Solidarität ganz einfach durch einen digitalen Klick auf einer Online-Petition bekunden kann, wird es für die wahren Aktivisten der alten Schule immer schwerer, Massen für Aktionen in der analogen Welt zu begeistern.
Das muss auch Markus Pflüger von der AG Frieden feststellen. Als er 2003 gemeinsam mit anderen Gruppierungen des Bündnisses für Trier eine Demonstration vor dem damaligen Haupttor der Airbase Spangdahlem organisierte, kamen rund 800 Teilnehmer. Darunter auch sehr viele junge Menschen, die mit einem Sitzprotest die Einfahrt der Airbase für mehrere Stunden blockierten.
Gut 13 Jahre später ist die Situation etwas entspannter. Das Polizeiaufgebot ist zwar durchaus recht ordentlich, doch die Gruppe, die die Polizisten im Auge haben, ist sehr überschaubar. Gerade einmal 30 Aktivisten (und drei Hunde) sind zur Friedenskundgebung vor dem neuen Haupttor der Airbase erschienen.
Einer von ihnen ist Richard Pestemer. "Die, die hier stehen, mögen vielleicht ein kleiner Haufen sein, aber das Wichtigste ist, dass es uns noch gibt", sagt er.
Gemeinsam mit anderen Rednern, wie beispielsweise Günther Schneider von der BUND-Kreisgruppe Bitburg-Prüm, Manuel Eppers von der rheinland-pfälzischen Linksjugend oder aber Meike Capps-Schubert vom GI-Café in Kaiserslautern, fordert dieser "kleine Haufen" die Schließung der Airbase, das Beenden der kriegerischen Aktivitäten und nicht zuletzt auch ein Ende der vielfältigen Umweltverschmutzungen durch den Militärstützpunkt.
"Den Treibstoff in der Luft riecht man, schmeckt man und spürt man auch auf der Haut", sagt der aus Binsfeld stammende Schneider. Er beklagt darüber hinaus auch die hohen Lärmbelastungen, denen die Anwohner seit Jahrzehnten ausgeliefert seien und die viel extremer seien als in der Nachbarschaft eines Zivilflughafens. "Das, worüber die Menschen im Umfeld des Frankfurter Flughafens klagen, ist für unsere Ohren ein Kurbetrieb", so Schneider.
Musikalisch begleitet von Thomas Hagenhofer an der Gitarre packen die Teilnehmer der friedlichen Kundgebung nach gut einer Stunde ihre Transparente, Fahnen und Schilder langsam wieder ein. Und auch die Polizisten, die aus gut 100 Metern Entfernung die bunte Veranstaltung mitverfolgt haben, steigen wieder in ihre Fahrzeuge.
Dieser Polizeieinsatz ist beendet. Der Einsatz der Kundgebungsteilnehmer allerdings noch nicht. Denn diese fahren nach der Aktion zu dem mit Chemiegiften versuchten Binsfelder Angelweiher (der TV berichtete). Und am 11. Juni findet in Trier bereits die nächste Protestaktion im Rahmen der Kampagne "Krieg beginnt hier" statt. Mit "Kein Tag der Bundeswehr" wollen die Friedensaktivisten gegen die für diesen Tag geplante Werbeveranstaltung der Bundeswehr auf dem Gelände der Wehrtechnischen Dienststelle protestieren. uhe

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