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Stadtentwicklung
Bitburg pumpt Geld durch die Leitungen

Auch in die Kläranlage Bitburg Ost, in der Albachstraße, investiert die Stadt.
Auch in die Kläranlage Bitburg Ost, in der Albachstraße, investiert die Stadt. FOTO: Christian Altmayer / TV
Bitburg. Die Erneuerung von Kanälen und Kläranlagen verschlingt  Hunderttausende. Der Werksausschuss hat teure Aufträge vergeben. Von Christian Altmayer
Christian Altmayer

Was ist ein Schwimmdeckenzerstörer? Diese Frage hätte man auch gut in der Sat-1-Fernsehshow „Genial daneben“ stellen können. An diesem Tag stellt sie allerdings nicht Moderator Hugo-Egon Balder, sondern Bürgermeister Joachim Kandels im Werksausschuss seiner Stadt. Denn bevor man 30 000 Euro für ein Gerät ausgibt, will man ja auch wissen, wofür es eigentlich gut ist.

Also erklärt Werksleiter Bernd Goeblet: Der Schwimmdeckenzerstörer werde im sogenannten Faulturm der Kläranlage Bitburg Ost eingesetzt. Da sei Faulschlamm drin, der gäre und Gase produziere. Die würden von der Stadt als Energie genutzt. Das Problem: Auf dem Schlamm kann sich Schaum bilden, sogenannte Schwimmdecken. Diese können zu Störungen führen. Und jetzt kommt der Schwimmdeckenzerstörer ins Spiel, der genau das tut, was sein Name sagt. Er fährt durch den Schlamm wie ein langsamer Mixer, und verhindert so die Schaumbildung. Eine tolle Sache also. Allerdings sei die Maschine inzwischen überaltert und entspreche nicht mehr den geltenden Sicherheitsvorschriften, teilen die Stadtwerke mit. Deshalb hat der Werkausschuss eine Erneuerung beschlossen.

Aber das ist noch nicht alles, was die Verwaltung in die Kläranlage Ost investiert. Veraltet sei laut den Stadtwerken nämlich nicht nur der Schwimmdeckenzerstörer, sondern auch die Schaltanlagen.

Das Auftreiben von Ersatzteilen für diese Maschinen aus den 1970er-Jahren sei nicht mehr sichergestellt. Daher ist es wohl nötig, dass Bitburg sich einen neuen Transformator leistet. Auf Beschluss des Ausschusses wurde einer für rund 55 000 Euro bestellt.

Doch nicht nur die Kläranlagen verursachen Kosten, sondern auch das Kanalsystem. So stehen die teuersten Arbeiten, die der Werksausschuss vergibt, „am Rautenberg“ an. Hier stammen die Kanäle teilweise noch aus den 1950er-Jahren. Daher soll eine neue Leitung verlegt werden. Kostenpunkt: rund 550 000 Euro. Nicht mal ein Fünftel dieses Betrages fällt für die Sanierung der Trinkwasserleitung „Am Römerquell“ an. Diese befindet sich nach Angaben der Stadtwerke in einem schlechten Zustand. Immer wieder komme es zu Rohrbrüchen. Um das zu verhindern, investiert die Stadt nun – nach einem Beschluss im Ausschuss – etwa 90 000 Euro in die Erneuerung.