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Wie es zu höheren Kosten kommt

Gerolstein. Gerolstein (mh) "Wir sind gebrannte Kinder, was Kostensteigerungen betrifft", sagte Bauausschussmitglied Johannes Müller (CDU) aus Densborn und erinnerte an den Umbau der Grundschule, "wo wir letztlich auch 50 Prozent drauflegen mussten". Auch die Sanierung des C-Flügels an der Realschule plus in Gerolstein, die finanziell ebenfalls stark aus dem Ruder gelaufen war, ist vielen noch in schlechter Erinnerung.


Für Egon Schommers (SPD) Neroth ist das "unerklärlich". Er fragte: "Warum bekommen wir in der ersten Sitzung immer Zahlen präsentiert, die sich noch einigermaßen gut anhören, und später kommt es richtig dicke?"
Architekt Hendrik Eltze versuchte, dies zu erklären. Bei der ersten Kostenschätzung würden Richtwerte angenommen, die soundsoviel Kubikmeter umbauten Raums für ein derartiges Gebäude kosteten. "Normalerweise liegt die Abweichung dann vielleicht noch bei 20 bis 30 Prozent", führte er aus. Wenn man sich auf eine Planung verständige und diese dann ausgearbeitet worden sei, könne bereits deutlich konkreter gerechnet werden, da klar sei, wie viele Fenster, Türen, Steckdosen, Leitungen benötigt würden. Doch letztlich würde erst die Ausschreibung das Ergebnis zutage fördern, da erst dann klar sei, welche Preise die Firmen aufrufen würden. Weitere Überraschungen seien daher nicht ausgeschlossen. Auf die Frage, weshalb nicht von vornherein detailliert geplant und daher auch realistischere Kosten angegeben würden, entgegnete der Architekt: "Dann steigen natürlich auch die Planungskosten deutlich an, da alles viel aufwendiger ist. Allein für dieses Projekt haben wir bereits über vier Varianten gesprochen. Wenn diese alle detailliert durchgeplant worden wären, hätte das viel mehr Zeit und auch Geld gekostet."