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Zerlegt, geschnitten und abgepackt

Forstwirt Markus Orthey (vorne) arbeitet einen Buchenstamm auf, während Marius Clüsserath den Baum mit seinem Seilschlepper festhält. Solche Maschinen platzieren das Holz am Waldweg. TV-Foto: Herbert Thormeyer
Forstwirt Markus Orthey (vorne) arbeitet einen Buchenstamm auf, während Marius Clüsserath den Baum mit seinem Seilschlepper festhält. Solche Maschinen platzieren das Holz am Waldweg. TV-Foto: Herbert Thormeyer
Saarburg/Hermeskeil. Versteigern oder per Bestellschein Holz kaufen? Diese Frage treibt derzeit die Gemeinden mit Waldbesitz um. Im Bereich des Forstamtes Hochwald wird nur noch versteigert. Die Saarburger Forstleute wollen dem Bestellschein ebenfalls den Rücken kehren. Der neue Nationalpark wird keine Einschnitte in die Brennholzversorgung mit sich bringen. Es ist genug Holz für alle da. Herbert Thormeyer

Saarburg/Hermeskeil. Wenn der Leiter des Forstamtes Saarburg, Helmut Lieser, das unschlagbare Preisniveau von Brennholz beweisen will, greift er zum Taschenrechner. 52 Euro pro Festmeter, geteilt durch den Brennwert von Buche von 300 Litern Heizöl, macht genau 17 Cent pro Liter. "Die Arbeit, die der Kunde mit dem Holz hat, bis es ofenfertig gestapelt ist, darf da natürlich nicht mitgerechnet werden", schränkt der Forstmann ein.
Waren es auf den 23 000 Hektar Wald, für das die Forstbehörde in Saarburg zuständig ist, 2005 noch 6000 Festmeter, die nachgefragt wurden, sind es heute 20 000 - mehr als dreimal so viel. Bestellen können Kunden bis Mitte November per Formular im Internet unter <%LINK auto="true" href="http://www.saarburg.wald-rlp.de" class="more" text="www.saarburg.wald-rlp.de"%>. Fragen werden unter der Nummer 06581/9263-0 beantwortet.
"Wir wollen vom Bestellschein weg, auf Versteigerungen umstellen", gibt Lieser bekannt. Das habe den Vorteil, dass die einzelnen Förster weniger Aufwand betreiben müssen, und die Kunden das Holz vorher kennen, das sie haben wollen.
Ökonomie und Ökologie


"Holzversteigerungen haben bei uns eine lange Tradition", sagt der Irscher Ortsbürgermeister Jürgen Haag. So könne eine hohe Kundenzufriedenheit erreicht werden. Hingegen erklärt der Schillinger Ortschef Markus Franzen: "Wir sind von der Versteigerung weggekommen. Es kamen immer weniger Leute." "Bei uns wird nur noch versteigert", sagt der Leiter des Forstamtes Hochwald, Bernhard Buss, dessen Zuständigkeitsbereich mit dem Nationalpark von 16 000 auf 19 000 Hektar steigen wird (der TV berichtete).
Die Versteigerungstermine werden rechtzeitig veröffentlicht. Zwischen 10 000 und 15 000 Festmetern lagen hier in den vergangenen Jahren die Brennholzlieferungen.
"Buchen und Eichen sind weiterhin der Renner", weiß Buss. Der Forstmann will den Kunden aber klarmachen: "Kiefer, Fichte und Tanne brennen auch gut." Buss stellt, wie seine Kollegen, ein verstärktes Engagement von Holzhändlern fest, die größere Mengen Holz haben wollen und es in ofenfertiger Größe an die Kunden liefern. Das Forstamt in Hermeskeil ist im Internet unter <%LINK auto="true" href="http://www.hochwald.wald-rlp.de" class="more" text="www.hochwald.wald-rlp.de"%> vertreten und telefonisch unter 06503/9279-0 zu erreichen.
Jährliche Zertifizierung


Noch stärker ist der Wunsch der Kunden, sich Holz passend liefern zu lassen in der Nähe einer großen Stadt. "Die Leute wollen ihr Brennholz fix und fertig abgepackt haben, damit es in den eleganten Kaminofen passt", weiß der Leiter des Forstamtes Trier, Gundolf Bartmann.
Um eine gleichbleibende Balance von Ökologie und Ökonomie zu gewährleisten, stellen sich die Forstbetriebe jährlichen Zertifizierungen. Prüfer der Forest Stewardship Council (FSC) Deutschland und der Pan Europäischen Forst Zertifizierung (PEFC) lassen sich zeigen, wo zuletzt Holz geschlagen wurde. "Wenn erkennbar ist, wo ein Selbstwerber mit seinem Traktor die vorgesehene Rückegasse im Wald verlassen hat, bekommen wir ein Problem", sagt Helmut Lieser. Deshalb sei das Holz gerückt am Weg die beste Wahl.
Extra

Vier Regeln zur richtigen Brennholzlagerung: 1. Einschlag außerhalb der Saftzeit (November bis Februar) 2. Unverzügliches Einschneiden auf Ofenlänge 3. Spalten auf eine maximale Stärke bis acht Zentimeter (fein spalten) 4. Sofortige luftige, überdachte Lagerung. Werden diese Regeln eingehalten, reicht ein Jahr Lagerung, um die Zielfeuchte von 15 bis 20 Prozent zu erreichen und das Holz im kommenden Winter nutzen zu können. doth