Die Poetin mit den Kulleraugen

Eine Wahl-Hamburgerin in Trier: Zum ersten Mal tritt Annett Louisan am Dienstag, 11. Dezember, in Trier auf. Das Konzert in der Europahalle wird vom Trierischen Volksfreund präsentiert.

 Annett Louisan freut sich auf ihren Auftritt in Trier. Foto: dpa

Annett Louisan freut sich auf ihren Auftritt in Trier. Foto: dpa

Trier. (bec) "Ich will doch nur spielen" war ihr erster großer Hit - ein Lied, das Annett Louisan ein Image eingebracht hat, dass sie bis heute nicht ganz losgeworden ist. Im Interview hat sie unserem Redaktionsmitglied Rebecca Schaal erzählt, warum ihr das mittlerweile nichts mehr ausmacht.Ihr neues Album heißt "Das optimale Leben". Wie sieht ein optimaler Tag im Leben der Annett Louisan aus?Annett Louisan: Eigentlich müsste es zwei Tage geben, damit es wirklich optimal ist. Den einen würde ich bis spät in die Nacht nutzen, um dann am zweiten Tag auszuschlafen. Außerdem wäre der optimale Tag sehr wetterabhängig: Entweder sollte die Sonne richtig stark scheinen, oder es gäbe Schnee. Sie haben bei Ihrem neuen Album an vielen Texten mitgewirkt. Louisan: Stimmt. Frank Ramond hat mit mir eine völlig neue Sprachästhetik entwickelt, nämlich Alltagssprache und Poesie zu vereinbaren. Ich habe gelernt, was auch auf der Bühne wichtig ist - dass man einen Spannungsbogen aufbauen muss. Wie viel sind sie bereit, für Ihre Musik von Ihnen selbst preiszugeben?Louisan: Wahrscheinlich viel mehr, als ich mir selbst eingestehen will. Natürlich entspringen nicht alle meine Songs der Realität, aber oft sind es persönliche Geschichten, die einfließen, oder Assoziationen, die ich zu bestimmten Themen habe. Im Endeffekt sind es wahrscheinlich 70 Prozent Persönliches und 30 Prozent Fiktion. Ihre Lieder erzählen oft kleine Geschichten aus dem Leben. Beobachten Sie andere Menschen und ihr Verhalten gerne?Louisan: Natürlich. Da sollten wir uns nichts vormachen: Es sind doch die Berührungen und Gemeinsamkeiten mit anderen Menschen, auch die Liebe, die uns bewegen und vorantreiben. Es ist aber auch die Blöße, die man sich gibt und Dinge, die einfach falsch laufen, die die Menschen berühren. Sie sind nach Ihrem ersten Album "Bohème" als Vamp und Lolita betitelt worden. Haben Sie das Gefühl, dass Sie dieses Image mittlerweile los sind?Louisan: So richtig ganz bestimmt noch nicht. Aber dieses Image tangiert mich mittlerweile nicht mehr so. Was "Lolita" angeht: Was ist das schon? Lolita ist eine Romanfigur, sie ist Fantasie. Aber das gehört eben auch zu mir. Ich bin blond, habe große Augen und diese Stimme. Aber irgendwann wird mir die Natur einen Strich durch die Rechnung machen. Ab Ende November steht nun wieder eine Tour an. Gehen Siegenerell gerne auf Tour?Louisan: Das ist auf jeden Fall das Sahnehäubchen, das i-Tüpfelchen auf dem Album. Allerdings wäre es mir anders herum lieber: Ich würde gerne erst auf Tour gehen und anschließend das Album machen, denn die Songs sind eigentlich erst nach einer Tour wirklich fertig. Aber ist so eine Tour nicht auch anstrengend?Louisan: Doch, natürlich. Man muss auch lernen, auf sich aufzupassen und die Vernunft walten lassen. Wobei das manchmal sehr schwierig ist. Nach einem Auftritt bin ich voller Adrenalin. Manchmal liege ich noch bis 4 Uhr nachts wach, bin aufgekratzt oder sitze noch mit meinen Jungs zusammen. Worauf dürfen sich die Annett-Louisan-Fans in Trier freuen? Louisan: Es wird auf jeden Fall Veränderungen im Vergleich zum Album geben. Dann wird mich auf der Tour ein Gast begleiten, dessen Name ich nicht verraten will. Es wird unbekannte Songs geben und ein "Open End", das kommt dann ganz auf's Publikum an. Manchmal ist ein Konzert nach zwei Stunden zu Ende, manchmal dauert es eben auch drei Stunden. Das Konzert von Annett Louisan beginnt am Dienstag, 11. Dezember, um 20 Uhr in der Europahalle Trier. Karten gibt es ab 27,70 Euro in den TV-Presse-Centern Trier, Bitburg und Wittlich, unter der TV-Tickethotline 0651/7199-996 sowie unter www.volksfreund.de/tickets

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