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Brauchtum: In 33 Jahren zur Karnevalshochburg

Brauchtum : In 33 Jahren zur Karnevalshochburg

Die Möhnen von Dreis feierten pünktlich zur Sessionseröffnung am 11.11. ihr Vereinsjubiläum mit einer Sitzung die bewies, dass der Geist der Fastnacht in Dreis lebendiger denn je ist.

Dreis Im Jahr 1973, als die Frisuren noch wild und die Autos noch bunt waren, fehlte den Kegelclubfrauen von Dreis noch eins zu ihrem Glück: eine ordentliche Karnevalsveranstaltung. Schon seit Jahrzehnten hatte es keine Kappensitzung in Dreis mehr gegeben, und das sollte sich jetzt ändern. Es wurde geplant, genäht, gedichtet und geprobt, und das ganze Dorf half mit. ´Nach der ersten Sitzung im Saal Klaes war die Begeisterung geweckt und in den folgenden Jahren wurden aus den Kegelfrauen die Dreiser Möhnen, 1985 offiziell als Verein eingetragen.
Mit dem Bau der Dreyshalle war der Boden für den Karneval im großen Stil bereitet: je zwei Sitzungen von Möhnen und Karnevalsverein machten Dreis zum Nabel der närrischen Welt an der Salm. Kirmes, St. Martin und Jubiläumssitzung: Wo es soviel zu feiern gibt, dürfen die Gäste nicht fehlen.
Und so waren in der mit über 600 Jecken ausverkauften Dreyshalle auch die Vereine und Freunde aus dem Umland zum Gratulieren erschienen. Die Sitzung bot alles, was man sich für eine große Kappensitzung nur wünschen kann. Kleine und große Gardetänzerinnen, Lieder zum Mitsingen und Mitschunkeln, getragen von der Livemusik von "Leitsgeheier", ein kultiges Männerballett und Vortragende mit Lokalkolorit und Weltpolitik. Jüngere Zuschauer können so etwas über die Anfänge der Möhnensitzungen erfahren, wenn von auf der Bühne verlorenen Gebissen und Mausohrsalat auf der Wäscheleine berichtet wird.
Natürlich gehört auch zum Auftrag der Narren den Politikern auf den Zahn zu fühlen. Die anwesenden "Chefs", Bürgermeister Dennis Junk und der Dreiser Ortsbürgermeister Markus Hansen nehmen es gelassen und mit Humor. Hansen ist anzumerken wie stolz er auf "seine" Dreiser, das rege Vereinsleben und den Zusammenhalt untereinander ist. Besonders in dem Moment, als die erste Vorsitzende der Möhnen Sandra Klein ihn auf die Bühne bittet um ihm einen Spendenscheck in Höhe von 1000 Euro zu überreichen, der dem barrierefreien Ausbau des Dorfplatzes dienen soll.
Denn die Dreiser Möhnen beschränken sich nicht nur auf närrisches Treiben. Auch das ehrenamtliche Engagement und das Brauchtum werden seit 33 Jahren hochgehalten, unter anderem mit dem Krautwischbinden. Und emanzipiert sind sie auch: seit 2014 dürfen auch Männer Mitglieder werden. Die vielleicht wichtigste, augenzwinkernde Botschaft dieser Sitzung lautete aber: Dreis ist hochmodern. Wenn ein Prinz Karneval alias Stefan Schmidt aus beruflichen Gründen nicht anwesend sein kann, wird er eben per Videobotschaft auf die Bühne geholt. Es lebe die Fastnacht 2.0.
Extra: DIE DREISER MÖHNEN


Der Möhnenverein Dreis wurde 1985 offiziell als Verein eingetragen. Die sieben Gründungsmitgliederinnen waren Therese Benz, Erika Hansen, Roswitha Lehmann, Helene Follmann (verstorben), Elfriede Grün, Marita Kranz (verstorben) und Katharina Thieltges (verstorben); inoffizielle Gründungsmitglieder waren zudem Ursula Thieltges und Hedwig Munz (verstorben). Seit der Gründung hatte der Verein folgende Erste Vorsitzende (Obermöhnen): Therese Benz 1985 - 1991; Hedwig Berg 1991 - 2007; Magdalena Friedrich 2007 - 2013; Sandra Klein 2013 - 2017. Derzeit hat der Möhnenverein 102 Mitglieder inklusive Ehrenmitglieder.