Licht am Ende des Tunnels

Die langgehegten Wünsche sind erfüllt. 2008 steht in Lieser daher vor allem die Tilgung von dafür in Anspruch genommenen Krediten an.

Lieser. Die Umgehung "Hinterm Schloss" ist fertig, und die Einsegnungshalle taucht im Haushalt von Lieser nur noch mit Restkosten auf. Die Gemeinde hat in den vergangenen Jahren einiges geschultert. Der aktuelle Vermögenshaushalt spiegelt das nur allzu deutlich wider. Die 252 000 Euro enthalten vor allem Tilgungsleistungen und die Regulierung von 2007 nicht mehr geflossenen Erschließungsbeiträgen. Das einzige aktuelle Projekt sind Restkosten von 46 000 Euro für die Einsegnungshalle. Allzu viel tun wird sich daher 2008 nicht. Allerdings war zuvor auch einiges ins Hintertreffen geraten. Die Umgehungsstraße zur Entlastung des Ortskerns war mehr als nötig gewesen. Ebenso wie die Einsegnungshalle auf dem "neuen" vor 13 Jahren angelegten Friedhof.Ortsbürgermeister Gerhard Stettler freut sich, dass Lieser sich diese beiden Wunsch-Projekte nun endlich hat leisten können. Außerdem scheint ihm der aktuelle Haushaltsplan wieder Perspektiven für die Zukunft der Gemeinde zu eröffnen. "Grundsätzlich ist es so, dass wir doch langsam eine positive Entwicklung in den Haushalt bekommen", zeigt er sich zuversichtlich. Die Einnahmen entwickelten sich positiv - allen voran Gewerbe- und Einkommenssteuer -, und bei den Kosten sei es gelungen, diese her unterzufahren. 309 Euro Schulden pro Einwohner

"Das lässt hoffen, dass wir die Zukunft wieder frei gestalten können", blickt Stettler optimistisch nach vorn. Zudem rücke allmählich sogar eine freie Finanzspitze, der von allen Gemeinden erstrebte Überschuss, ganz nah. Nachdem schon das Vorjahres-Defizit hauptsächlich aus 2005er-Altlasten resultiert hat, zeichnet sich das auch für 2008 ab. In den 74 000 Euro, die bei Ausgaben von 963 000 Euro und Einnahmen von 889 000 Euro fehlen, stecken 78 000 Euro aus 2006. Folglich übertreffen im laufenden Haushalt allein die Einnahmen die Ausgaben. Dennoch belasten die Defizite aus 2007 und 2008. Für die Summe von rund 250 000 Euro fallen 11 000 Euro Zinsen an. Die langfristigen Schulden der Gemeinde belaufen sich derzeit auf 370 000 Euro (Stand Dezember 2007) und werden sich vorerst nicht erhöhen. Denn in diesem Jahr ist kein Kredit vorgesehen. Für die 1200 Bürger bedeuten die Schulden eine Pro-Kopf-Belastung von 309 Euro. Der Landesschnitt vergleichbarer Gemeinden liegt bei 373 Euro.Im Rahmen der Haushaltsberatung sprach sich der Ortsgemeinderat für das Anlegen von Rasengräbern aus. Die Gebühren für solche von der Gemeinde zu pflegenden Gräber seien zwar hoch, räumt Stettler ein. Doch andererseits würden für eine Dauer von 25 Jahren die in der Regel weitaus höheren Kosten für Bepflanzung und Blumen entfallen. Der Rat hat sich einstimmig darauf geeignet, dass ein Einzelrasengrab 2500 Euro kosten wird. Für ein Doppelgrab fallen 5000 Euro an. Auswärtige zahlen 3500 beziehungsweise 7000 Euro.